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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1999-01-01 · No. 66 (1999) · p. Seite 5

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1999
Issue
No. 66 (1999)
Date
1999-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Der Tunnel des Hiskijahu Anmerkungen zum Thema der Holocaustleugnung (Fortsetzung von Seite 4) Die beiden letzten die ich sah, waren in Stutthof. Einer Breslauer Firma wurden 25 KG Haare verkauft zum Preis von 0.50 RM das Kilo. Einem Zahnarzt wird der Verkauf von Goldbrücken und -krönen bestätigt. Wer hätte Zeit und auch nur Gedanken sich nachträglich mit Fälschung Tausender solcher Dokumente zu befassen? An den Behauptungen gegen die deutschen und österreichischen Regierungen ist wohl etwas wichtig. Sicher wollen diese Regierungen die neonazistische Propaganda zum Schweigen bringen. Sicher ist, daß es für sie ein Existenzfrage ist. Die Weimarer Republik scheiterte, weil sie es nicht verstand, sich vor den diktatorischen Politikern zu schützen. So etwas soll nicht wieder geschehen. Um die Demokratie zu schützen, muß man auch pseudo-wissenschaftliches Gefasel verbieten und sogar bestrafen. Die Verbrechen der Nazis sollen und müssen angeprangert werden. Die Tatsachen sind längst als gerichtsnotorisch anerkannt. Die diesbezüglichen Gesetze sind bestimmt, die Untergrabung der Demokratie zu verhindern. Was aber die Beschuldigung betrifft, die Herrschenden seien Verräter ihrer Völker und Unterstützer des israelischen Vernichtungskampfes gegen Palästinenser und Araber überhaupt, das ist nichts'anderes, als propagandistische Beschimpfung und purer Antisemitismus. Die Leugner fragen warum die Alliierten nicht gegen die Orte der Judenvernichtung ankämpften. Wir fragen es auch. Ihre Antwort ist, daß die Alliierten nichts von etwas wissen konnten, das es überhaupt nicht gab. Unsere Antwort ist, daß sie,alles wußten und keine ihrer Erklärungen und Ausreden vor der Kritik Bestand haben. Jedoch verstehen sie heute, daß der Kampf gegen diesen Revisionismus notwendig ist. Wie gesagt ist eine der Behauptungen der Holocaustleugner der arabische Faktor. Israel braucht die "Auschwitzlüge", um sein Bestehen zu rechtfertigen, um die Eroberung des Landes und den Genozid gegen die Araber zu begründen. Jetzt stellt sich heraus, daß diese Behauptungen auch andere Länder treffen, die mit Israel Beziehungen unterhalten und versuchen das jüdische Volk zu entschädigen für die Leiden, die sie ihm zufügten. Daraus erwächst uns die Verpflichtung, mit ihnen zusammen zu wirken, akademisch, rechtlich und politisch. Für uns ist es eigene Geschichte und für sie die Wahrung ihrer Demokratie. Die Frage, warum die Jebusiter den Hügel, den wir heute Jerusalem nennen, zum Platz ihrer Siedlung aussuchten, können Historiker immer noch schwer beantworten. Für alle anderen Orte gibt es Erklärungen, sie wurden an Handels - oder Militärstraßen errichtet, während dieser Ort, wie er durch die ersten Bewohner auch immer genannt wurde, abseits in schwer zugänglichen Bergen errichtet wurde. Damals, vor Tausenden von Jahren, gab es unterhalb des Ortes schon eine Quelle, die in der Schrift dann Gichon genannt wird, der Sprudel, und noch immer sprudeln täglich zwischen 200 und 1100 Kubikmeter, je nach Jahreszeit. Die Quelle "arbeitet" jedesmal 30 bis 40 Minuten, dann folgen Unterbrechungen zwischen vier bis zehn Stunden. Scheinbar sammeln die "Berggeister" das unterirdische Wasser, um es in das Quellbecken zu bringen, das zehn Meter unter der Oberfläche liegt, in einer Art Krater, der leicht zu vermauern war. In der Legende der drei monotheistischen Religionen werden dem Wasser Heilerfolge zugeschrieben. Der Tunnel stellt eine der großen technischen Leistungen der judäischen Königszeit dar, der unter der Regierung Hiskijahus um 701 vor der Zeitrechnung errichtet wurde, um das Wasser der Quelle in das 335 Meter entfernt liegende Reservoir, dem Schilo-Teich zu leiten. Das Becken lag innerhalb der befestigten Stadt, die Quelle ausserhalb. Die Arbeiter, die den Tunnelbau von zwei Seiten beginnen, waren in Eile. Sancherib hatte schon viele Orte des Landes erobert und zerstört. Sie begegneten sich im Innern des Berges. Die Arbeitsleistung wird durch eine Tafel gewürdigt, die 1880 entdeckt und von den türkischen Behörden in ein Museum nach Istanbul gebracht wurde. Sie gehört zu den ältesten bekannten hebräischen Texten. * Der unterirdische Kanal mußte in großen Wendungen angelegt werden, vielleicht natürlichen Spalten im Felsen folgend , und wird in unserer Maßeinheit mit 553 Metern gemessen. Die Belagerung des Assyrer übersteht Jerusalem nicht wegen des Tunnels, sie wird durch ein “Wunder" abgebrochen. Wobei "Wunder" ein Vorgang ist, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort eintrifft. Wir sehen es heute mit anderen Augen. Im 2. Buch der Könige lesen wir: "Und in der gleichen Nacht fuhr ein Engel G"ttes aus, und schlug im Lager der Assyrer 185.000 Mann. Und als sie am Morgen aufwachten, da lagen die Toten. So brach Sancherib, der König der Assyrer auf und kehrte um". Man hat längst gelernt, daß Zahlenangaben fast immer übertrieben werden, auch bei Herodot, dem griechischen Barden, der von einem assyrischen Heer spricht, das Ägypten angreifen sollte und unter Mäuseplagen (Nagetiere) zu leiden hatte. * Der Tunnel des Hiskijahu wurde niemals verschüttet. In der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts begann man sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Ein britischer Offizier der Royal Engineers weist sich als Amateur Archäologe aus. 1867 ist er in der Quellenhöhle und entdeckt einen Schacht, der senkrecht nach oben führt. Er erklettert ihn und findet noch einen treppenförmigen Schacht oder Tunnel. Er ist überzeugt, daß die Anlagen, der 13 Meter hohe Schacht wie die 14 Meter langen Anlagen der "Zinor" ist, das Rohr, durch das die Soldaten Davids um 1000 B.C.E. die Stadt eroberten. * Die Frage, warum Hiskijahu den langen Tunnel bauen ließ, wo es doch das "Rohr"seit Jahrhunderten gab, hat noch kein Historiker aufgeworfen. Vielleicht wußten er und seine Ratgeber nichts von der lokalen Geschichte, wie sein Vorgänger Dawid die Stadt eroberte? Das Wasserbecken, der Teich Schilo, wurde irgendwann lange vorher angelegt, an der topographisch günstigsten Stelle, um das Regenwasser, das während der Wintermonate von den Bergen abfließt, zu sammlen, und das ist vielleicht der Grund dafür, daß er in die Befestigungsanlagen Jerusalems eingeschlossen wurde. Die Wassermengen, die man durch das "Rohr" hochziehen oder aus dem Becken schöpfen konnte, zeigt wie gering die Bevölkerung der Stadt jener Zeiten gewesen sein muß, - der Tunnel des Hiskijahu ist geblieben, vor fast genau 2700 Jahren errichtet, und vor einigen Jahren konnten wir noch zwischen den Sprudelzeiten, aber doch im Badeanzug, durchwandern.... hw-g.

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