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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1998-01-01 · No. 65 (1998) · p. Seite 17

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1998
Issue
No. 65 (1998)
Date
1998-01-01
Page
Seite 17 (sequence 1515)
Language
German
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17 Jüdisches Leben in Breslau 1938 - 1941 (Fortsetzung von Seite 16) werden, und dass das eine Lüge ist. Die Juden ziehen freiwillig in die Dörfer. Was für eine Heuchelei! Jeder von ihnen wurde gezwungen, eine Erklärung zu unterzeichnen, dass er freiwillig aufs Land zieht 20. August 1941. Eine zusätzliche Liste von 120 Juden zum Transport nach Tormerdorf ist aufgestellt worden. 23. Aufgust 1941. Die Regierung hat der Reichsvereinigung befohlen, 100000 Reichsmark für das Aufstellen von Baracken zu bezahlen, ein Teil davon sicherlich in Tormersdorf. Am nächsten Montag geht ein weiterer Transport dorthin ab. 11. September 1941. Ein zusätzlicher Transport geht heute nach Tormerdorf. 29. September 1941. Eugen Perle erzählte mir in der Synagoge, dass über 1000 zusätzliche Juden Breslau verlassen müssen, mit nur kurzer Benachrichtigung vorher 27. September 1941. Diejenigen, die Evakuierungsbefehle bekommen haben, müssen ihre Wohnungen bis zum 30. September räumen. Der Transport geht am 10. Oktober nach Grüssau ab. Gerüchte verlauten, dass sie aufgefordert wurden, mit den Worten wegzugehen "Die Letzten beissen die Hunde." Eine zusätzliche Liste von 600 Leuten ist aufgestellt worden. Dokumente und verschiedene Berichte machen es offensichtlich, dass Viele der Evakuierten dachten, es sei ihr Bestimmungsort. Am 10. Oktober schreibt Cohn philosophisch: "Die Evakuierung ist sehr schlecht, obwohl man nie weiss, was Gutes dabei herauskommen könnte" Am selben Tage hörte er von den "Euthanasia" Ermordungen und gab seinen Schock darüber zum Ausdruck. Es ist möglich, dass er an das Schicksal anspielte, das den Juden bevorstand. Breslauer Juden wurden in der Storchsynagoge und im Freundehaus gesammelt vor ihrer endgültigen Deportierung in die Ghettos, Konzentrationslager und Vernichtungslager. Gestapobeamte beurteilten ihre körperliche Fähigkeit für den Transport, indem sie sie ein paar Schritte gehen Hessen und dann schnell umdrehen hiessen. Jungen und Mädels der Gemeinde halfen den Ausgewiesenen, verteilten Mahlzeiten, füllten Strohsäcke, schleppten Koffer und halfen allgemein. Die Wohnungen der Ausgewiesenen wurden geschlossen und versiegelt. Manchmal wurden sie noch am selben Abend ausgeräumt von Leuten in Zivilkleidung, die mit Koffern kamen, den Siegel abnahmen und die Wohnung wieder versiegelten nachdem sie weggingen. Die erste Gruppe von eintausend Juden einschliesslich notwendiger Angestellten des jüdischen Krankenhauses wurden am 25. November 1941 deportiert. Ihre ursprüngliche Destination war Riga, aber die Unterkunft da war erst ein paar Tage später frei, nachdem zehntausende der dortigen jüdischen Einwohner ermordet wurden. In der Zwischenzeit wurden die Züge, die Tausende von Juden aus Breslau, München, Berlin, Frankfurt a. Main und Wien deportierten, nach Kowno gesandt, wo alle Deportierten am Fort No. 9 ausserhalb der Stadt ermordet wurden. Die Breslauer Juden vom ersten Transport wurden dort am 29. November 1941 ermordet. Einige der späteren Transporte wurden auch in das Ghetto von Riga gesandt, nachdem es von den ursprünglichen jüdischen Bewohnern geleert worden war, sowie auch in die Gegend von Lublin. Einer der wenigen Überlebenden erinnerte sich, dass selbst der Tod keine Entschuldigung war, weniger als die vorgeschriebene Quote von Juden zu deportieren. Nach der zweiten Nacht am Sammelplatz starben achtzig von den 1400 Juden, die den Abtransport erwarteten. Sie wurden ersetzt durch achtzig andere Juden, die mit dem Transport am 23. Februar 1942 weggeschickt wurden Die Jahre 1939 bis 1941 waren schon ein Teil des Planes zur Vernichtung des deutschen Judentums, aber qualitativ waren sie anders als die letzte Phase, als die Juden von Breslau in die Ghettos, Konzentrationlager und Vernichtungslager deportiert wurden. Drei Jahre sind eine geraume Zeit im Leben eines Menschen. Die verschiedene Art und Weise, wie die Juden in Deutschland ihr Leben zu dieser Zeit organisierten, das Verhalten der örtlichen Bevölkerung, der örtlichen Regierung, der Nazi Partei und der Gestapo und das Zusammenwirken all dieser Elemente spiegelte sich auch im Leben der Breslauer Juden in dieser Epoche wieder. Ihr Ende ist bekannt. (Mit Erlaubnis des Verfassers aus dem Englischen übersetzt, von Dr. Elijahu Hoffmann.) LBI Yearbook XXXXI, London SUCHANZEIGEN Wer kann Auskunft geben über: Berthold Riesenfeld, geboren in Breslau,1846, und wahrscheinlich auch dort verstorben. Verheiratet mit Anna Oettinger in Breslau. Wer weiss wie Bertholds Vater mit Vornamen hiess? Er war verheiratet mit Frederika Fuchs. Kurt Riesenfeld, geb. 1875 in Breslau; studierte an der Fakultät für Zahnheilkunde. Edith Riesenfeld, 1872, verheiratet mit Dr.Samuelsohn, zog nach Tel-Aviv, Israel. Paul Riesenfeld, Bruder von Kurt und Edith zog nach Tel-Aviv, Israel. Wer etwas über die oben Genannten weiss, wende sich bitte an Mark B. Cohn, 2824 Cleveland Street, Hollywood, Fl 33020 - 2929, phone und fax: (954) 925-6459. ★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★ UNSERE LESER SCHREIBEN Besten Dank für Übersendung der Nr. 64 der "Mitteilungen". Der Zeitung ist wie immer sehr interessant... Mit besten Wünschen für weitere Erfolge des Verbandes! Betty Bujakowski geb. Wassertheil Vielen Dank für Ihre Mitteilungen Nr. 64, die ich von Anfang bis Ende mit großem Interesse gelesen habe. Sie leisten mit ihrer Arbeit und mit der sorgfältigen Auswahl von wirklich signifikanten und interessanten Artikeln einen hervorragenden Dienst für die Gemeinschaft... und bitte Sie, mit Ihrer wertvollen Arbeit fortzufahren. Mit freundlichen Grüßen. F.D. Lucas, London

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