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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1998-01-01 · No. 65 (1998) · p. Seite 16

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1998
Issue
No. 65 (1998)
Date
1998-01-01
Page
Seite 16 (sequence 1514)
Language
German
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16 Jüdisches Leben in Breslau 1938 (Fortsetzung von Seite 15) zu Anfang des Krieges unterbrochen aber am 21. Oktober 1939 wieder aufgenommen. Von da an waren es schon weniger Bühnenvorstellungen, die meisten waren eine Einzelvorstellung oder eine kleine Gruppenvorstellung..Anzeigen im Jüdischen Nachrichtenblatt geben uns einen guten Überblick über die Arten und die Häufigkeit der Unterhaltungsveranstaltungen in Breslau. Von März 1939 bis zum Beginn des Krieges wurden an zwanzig Abenden Filme vorgeführt, die meisten in zwei oder drei Vorstellungen. Jeder Film hatte eine Wochenschau und einen kurzen geographischen Film als Vorschau, um die möglichen Emigrationsziele zu zeigen. Das war von Hans Hinkel, dem Kommissar im Reichspropagandaministerium angeordnet, der die Aufsicht über jüdische kulturelle Institutionen und Aktivitäten in Deutschland hatte. Es gab auch drei Theatervorstellungen und zwei Varieteabende, eine Puppenvorstellung und eine Vorstellung für Schulkinder. Vom Oktober bis zum Dezember 1939 wurden dreissig Filme vorgeführt sowie ein "bunter Nachmittag". Der Mangel an Bühnenvorstellungen war wahrscheinlich auf die Schwierigkeit der Zugreisen hinter den Versorgungsrouten der Ostfront zurückzuführen. Von Januar bis Ende März 1940 wurden fünfzehn Filme gezeigt, ein Streichquartett aus Berlin gab ein Konzert, und es gab einen musikalischen Nachmittag. Von April 1940 an konnten Filme nur am Sonntag gezeigt werden, mit drei täglichen Vorstellungen um elf, zwei Uhr dreissig und fünf Uhr. Es ist nicht klar, ob das durch eine Verordnung bedingt war, oder wegen geringen Publikums, bedingt durch die Zwangsarbeit an den Wochentagen. Es ist auch wahrscheinlich, dass die Leute nicht daran interessiert waren, in grossen Massen an einem Platz zusammen zu kommen vor Angst vor Verhaftungen. Es bestand ein Plan, ein Restaurant und ein Kaffehaus im Freundehaus zu eröffnen, um einen Platz mit einer gelössten kulturellen Atmosphäre anzubieten, aber es ist nicht gewiss, ob dieser Plan realisiert wurde. Im September 1941 wurde eine letzte Konzertveranstaltung durch die Wohlfahrtsorganisation Jüdische Pflicht organisiert. Einige Tage später wurde der Breslauer Kulturbund geschlossen. Während seiner Existenz waren die Unterhaltungsvorstellungen mit Juden und für Juden sehr gefragt. Aber die Schwierigkeiten des täglichen Lebens zusammen mit den technischen und psychologischen Schwierigkeiten schränkte die Anzahl und die Art dieser Veranstaltungen ziemlich ein. Das November Pogrom machte auch den vielen jüdischen Zeitschriften ein plötzliches Ende. Vom November 1938 an wurde nur das zweiwöchentliche Jüdische Nachrichtenblatt veröffentlicht, eine Auflage in Berlin, die zweite in Wien. Beide unterstanden einer strengen Zensur von Hinkel's Leuten im Propagandaministerium. Die Berliner Ausgabe veröffentlichte auch lokale Nachrichten aus anderen Städten unter anderem auch Breslau. Willy Cohn, zum Beispiel, schrieb manchmal Leitartikel über jüdische Feiertage. Das Veröffentlichen und Verlegen von Büchern wurde nur vom Kulturbund durchgeführt, nachdem die Jüdischen Verlage geschlossen wurden. Bücher wurden zu den Zweigstellen der Reichsvereinigung oder an jüdische Gemeinden zur örtlichen Verbreitung gesandt. In Breslau wurden jüdische Literatur und religiöse Bücher an gerade so einer Ausgabestelle, einer Bücherstube, verkauft. Gebrauchte Bücher wurden frei ausgegeben. Emigration und Deportation Die Förderung der Emigration wurde als die wichtigste Aufgabe der Reichsvereinigung und ihrer lokalen Zweigstellen angesehen. Die Zentralstelle für jüdische Auswanderung eröffnete eine Zweigstelle in Breslau und der lokale Hilfsverein war Tag und Nacht offen. Gestapobeamte übten ein Menge Druck auf die Juden aus, um sie zur Auswanderung zu bewegen, wie auch schon vorher berichtet wurde. Juden registrierten sich im örtlichen Palästina Büro für Emigration dorthin - obwohl dabei keine Aussicht für Erfolg war, diente es als Beweis ihrer Bemühungen. Die einzige Möglichkeit für viele Juden Deutschland zu verlassen, war mittels Emigration nach Shanghai. Örtliche Gestapooffiziere befahlen Juden, Geld vom Hilfsverein zu erbitten, um die Reise nach China zu bezahlen, anstatt auf Einreisevisen nach anderen Ländern zu warten. Als die Fahrkosten und andere Ausgaben stiegen, hatten die Leute Schwierigkeiten, die nötigen Mittel zu bekommen. Wie verzweifelt Leute versuchten auszuwandern, kann an den Annoncen gesehen werden, die im Jüdischen Nachrichtenblatt veröffentlicht wurden. Die Leute nahmen eine praktische Einstellung ein; 1941 sie suchten Ehegenossen, die ihre Möglichkeit auszuwandern, fördern würden, d.h. Partner mit Beziehungen ins Ausland, solche, die Einwanderungszertifikate nach Palästina besassen oder solche, deren Beruf im Ausland gefragt war. Das führte zu vielen Nützlichkeitsheiraten. Ein geheimer Bericht des SS Sicherheitsdienstes vom 25. April 1941 klagte, dass die Juden, die sich schon im Ausland befanden, die meiste Zeit der Zivilgerichte in Anspruch nehmen, da Scheidungsprozesse am letzten Wohnort des Gatten geführt werden müssen; in Breslau allein waren dreissig solche Fälle in Bearbeitung. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass einige oder sogar die Mehrheit dieser Scheidungsprozesse das Resultat von Nützlichkeitsheiraten für Emigrationszwecke waren. Am 28. Februar 1940 notierte Willy Cohn in seinem Tagebuch die Deportation von 900 Juden aus Stettin. Das geschah in der Nacht vom 12. Februar, als tausend Juden der örtlichen Gemeinde in Züge verladen wurden und in die Gegend von Lublin versandt wurden. Es dauerte nicht lange, bis die Nachricht von dieser aufregenden Entwicklung die Juden in Breslau erreichte. Massenevakuierungen von Breslau begannen am 8. Juli 1941 mit dem Transfer der alten Leute des Beate Guttmann Heims nach Tormersdorf. Danach wurden 1500 Juden evakuiert, dahin, oder in die Dörfer Riebnig und Grüssau. Sie wurden nach Breslau zurückgebracht in Umschlagsstationen für die endgültige Deportation nach Osten oder nach Theresienstadt. Diese Deportationen waren offensichtlich nicht Teil der endgültigen Deportationen. Eintragungen in Cohn's Tagebuch erläutern die Dinge: 8. August 1941. Gestern bekamen wieder über 100 Juden die Befehle, am nächsten Tag nach Tormersdorf befördert zu werden. 9. August 1941. Gestern wieder erhielten eine ganze Anzahl von Juden Evakuierungsbefehle. Es scheint jetzt, als ob die Evakuierung der Juden Breslaus im Eiltempo voran geführt wird. (Es ist nicht klar, ob diese beiden Eintragungen sich auf denselben Vorfall beziehen.) 15. August 1941. Es gehen Gerüchte um, dass eine lokale Radiostation berichtete, dass in den USA Nachrichten verbreitet werden, denen zufolge Juden aus Breslau ausgewiesen (Fortsetzung auf Seite 17)

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