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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1998-01-01 · No. 65 (1998) · p. Seite 14

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1998
Issue
No. 65 (1998)
Date
1998-01-01
Page
Seite 14 (sequence 1512)
Language
German
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Jüdisches Leben in Breslau 1938 - 1941 (Fortsetzung von Seite 7) verfertigte eine Liste vom Krankenhauspersonal im Gemeindehaus. Es gab einen medizinischen Staab von zehn Ärzten, siebzehn weiblichen und männlichen Krankenpfleger und sieben Verwaltungsangestellten einschliesslich eines Rabbiners und eines Aufsehers. Von diesen vierunddreissig wurden sechsundzwanzig im Osten ermordet oder starben an Krankheiten wie Tuberkulosis, die durch die schrecklichen Lebensbedingungen in den Lagern hervorgerufen wurden, zwei begangen Selbstmord. Die Krankenchwester, die diese Information lieferte, arbeitete im Krankenhaus bis sie im Februar 1943 deportiert wurde. Sie heiratete ihren Verlobten, Dr. Tallert, in einer hastig durchgeführten Zeremonie am Sammelplatz der Deportierten. Er kam nie zurück. Arbeit und Wohnen Der Vorgang, Juden für Zwangsarbeit zu benutzen, fing mit unbeschäftigten Leuten an, die zur Landarbeit oder Saisonarbeit geschickt wurden. Als der Winter kam, wurden Juden befohlen, den Schnee von den Strassen und öffentlichen Plätzen zu räumen. Anfangs war solche Mobilisierung sporadisch, späterhin bekamen die Dinge einen ordentlicheren und disziplinierteren Charakter. Im Mai 1940 wurde ein Aufruf im Gemeindezentrum angeschlagen, der befiehlt, männlichen Juden zwischen sechzehn und sechzig Jahren und Frauen zwischen sechzehn und fünfundfünzig Jahren sich zur Arbeit zu stellen. Jüdische Ärzte untersuchten sie, und diejenigen, die tauglich befunden, wurden, schickte man als ungelernte Arbeiter, Abfallmaterial zu sortieren, Schnee von den Strassen zu kehren und ungelernte Arbeit in den Fabriken zu leisten - alles für eine Reichsmark pro Tag, wovon sie noch dreissig Pfennig für ihre eigene Strassenbahnfahrten zahlen mussten. Die, die so mobilisiert wurden, wurden auch in private Fabriken geschickt, nachdem die Arbeitsbedingungen und der Tarif entschieden wurden, aber sie hatten keine Möglichkeit, diese Bedingungen zu realisieren. Cohn nannte einen Fall, wo einer Gruppe von jüdischen Arbeitern befohlen wurde, ein ganzes Jahr für 72 Pfennig pro Stunde zu arbeiten und fügte hinzu, dass die deutschen Garanten dies wahrscheinlich bald zur Hälfte kürzen würden. Dieser Zahlungstarif war in Übereinstimmung mit einer offiziellen Verordnung, dergemäss das Reichsarbeitsministerium den Reichtreuhänder der Arbeit bevollmächtigte, regionale Verordnungen zu erlassen, nach denen Juden weder für Überstunden noch Feiertage noch irgend welche anderen zusätzlichen Zahlungen bezahlt wurden. 1940 forderte das Reichsarbeitsministerium 4000 Arbeiter an, obwohl zu der Zeit höchstens 8500 Juden in Breslau waren einschliesslich alter Leute und Kinder. Ungefähr zur selben Zeit forderte das OKW 1800 oder 1500 Juden und 300 polnische Kriegsgefangene zur Arbeit für die Eisenbahnadministration in Oppeln, Breslau und Lublin an. Ein jüdischer Arbeiter schrieb später in seinen Erinnerungen, dass er mit anderen Juden in der Wagenfabrik Famo beschäftigt war, und dass sie keinerlei feindlichen Benehmens von ihren Mitarbeitern ausgesetzt waren. Anderseits brachte das Tragen des gelben Sterns sie gefühlsmäflig den polnischen Arbeitern näher, auf deren Kleidern der Buchstabe "P" angeheftet war. Andere Berichte beschreiben das anständige Verhalten der "arischen" Kollegen, die den Fleiss der jüdischen Arbeiter schätzten, obwohl diesen die handwerkliche Vorbildung fehlte. Wohnungsprobleme entstanden für die Juden von Breslau schon in einem frühen Stadium. Das jüdische Nachrichtenblatt berichtete schon am 13. Dezember 1938, dass keine freien Zimmer mehr in den Listen der Wohnungsabteilung der Gemeinde ausgeschrieben sind. Der Mangel an passendem Wohnraum wurde teilweise durch den Zustrom von Juden vom Lande verursacht, besonders nach dem November Pogrom. Diese interne Wanderung schritt auch nach 1938 fort, wie aus Annoncen im Jüdischen Nachrichtenblatt ersehen werden konnte. Der Boykott jüdischer Mieter hatte keinen formalen Anlass weder nach Gesetzt noch nach Verordnung. Er begann mit der Weigerung "arischer" Hausbesitzer, Juden Wohnungen zu vermieten, und mit Juden, die versuchten eine feindliche Nachbarschaft zu verlassen. Das neue Mietergesetzt vom 30. April 1939 verweigerte letzthin jüdischen Mietern alle Rechte. Die "Arisierung" der jüdischen Wohnungen begann im selben Jahr. Anfangs mussten die Besitzer Listen ihrer jüdischen Mieter abliefern. Diese wurden nicht herausgeworfen aber mussten obdachlose Familien aufnehmen, Meist wurde jeder Familie ein Zimmer angewiesen. Nichtjüdische Nachbarn belauerten manchmal Juden und meldeten sogenanntes ungesetzliches Verhalten, zum Beispiel, wenn Leute meldeten, dass sie den Geruch des Hühnerkochens von jüdischen Wohnungen spürten, eine Speise, die Juden nicht kaufen durften. Nachdem der Krieg begann, wurde noch mehr Juden in sowieso schon überfüllte Wohnungsräume eingewiesen, und die Situation verschlimmerte sich im Jahre 1940. Cohn vermerkte am 27. Juli 1940, dass wenn einem Nichtjuden eine gewisse Wohnung gefiel, den jüdischen Mietern befohlen wurden, sie zu räumen. Eine Menge jüdischer Wohnungen wurden von der örtlichen Gauleitung beschlagnahmt, sie bereitete eine Liste von Wohnungen vor an denen sie interessiert war, und die die jüdischen Bewohner dann räumen mussten. Laut einiger Berichte aus Breslau wurden Juden in einige Wohnquartiere wie in Ghettos gepfercht. In einigen von ihnen ist die Roonstrasse erwähnt, und es ist möglich, dass viele Juden gezwungen wurden, in dieser Gegend zu wohnen. In jedem Fall versuchten die Angestellten der jüdischen Gemeinde alles nur Mögliche, um jedem Unterkunft zu verschaffen, der sie benötigte. Noch im Oktober 1941 prüften Gemeindebeamten die Möglichkeit, mehrere Familien in den Bürogebäuden des jüdischen Friedhofs einzuquartieren. Einwohnertabellen Jüdische Jugend und Erziehung Vor November 1938 gab es viele jüdische Unterrichtsinstitute in Deutschland. In Breslau gab es einen Unterschied zwischen orthodoxen und liberalen Schulen. Die Frage des einheitlichen Unterrichtsprogramms in religiösen Fächern für Schüler von unterschiedlicher Herkunft bewirkte den sogenannten Breslauer Schulkonflikt im Jahre 1937. Die liberale Angerschule wurde nach dem Novemberpogrom von 1938 geschlossen, und einige der Schüler wurden in Klassen in das Gemeindegebäude in der Wallstrafle verlegt, andere gingen in das private jüdische Reform- Realgymnasium am Rhedigerplatz, das ursprünglich orthodox war. Diese Schule gehörte zum jüdischen Schulverein und wurde von der Einheitsgemeinde unterstützt. Am 1. Oktober 1939 wurde allen jüdischen Schulen befohlen, ein einheitliches Erziehungssystem unter der (Fortsetzung auf Seite 15)

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