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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1998-01-01 · No. 65 (1998) · p. Seite 9

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1998
Issue
No. 65 (1998)
Date
1998-01-01
Page
Seite 9 (sequence 1507)
Language
German
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9 DIE "ILLEGALE” EINWANDERUNG von Heinzwerner Goldstern Die "Alija Beth" die von den Mandatsbehörden als illegal bezeichnet wurde, beschäftigte die Gemüter des Jischuws, der jüdischen Bevölkerung des Landes, viele Jahre. Aktuell wurde sie in den dreissiger Jahren als die Juden Mitteleuropas nach Auswanderungszielen suchten und es nur verhältnismässig wenigen gelang ein Visa, eine Einreiseerlaubnis, in irgendein Land zu erhalten. Nach dem Anschluß Österreichs, 13. März 1938, dem "Münchner Abkommen", 29. Sept. des gleichen Jahres und der Besetzung der Resttschechoslowakei, 15. März 1939, Daten die immer mehr Juden in Lebensgefahr brachten. Dazwischen wurde die "Reichspogromnacht" inszeniert, sozusagen als Versuch, die Reaktion der deutschen Bevölkerung wie die der Welt zu testen.Es ist schwer festzustelien wann die "Alija Bet" erfunden wurde. In allen den Jahren blieben "Touristen" im Lande, wenn auch die Zahl, selbst im Verhältnis mit der Gesamtbevölkerung winzig war. Vielleicht das erste Mal, daß man in jüdischen-zionistischen Kreisen Europas davon sprach, war anläßlich der Sportspiele, der ersten wie der zweiten Makkabia, 1932 und 1935. In der Zionistischen Geschichte beginnt die "Alija Bet" im Jahre 1934. Der Hechaluz in Polen stellte eine Gruppe von 350 Menschen zusammen und charterte ein griechisches Schiff, die "Velos", damals noch gegen die Ansichten und Absichten der zionistischen Organisationen und ihrer Funktionäre, die hofften durch Zurückhaltung die Politik der britischen Regierung elastischer zu gestalten, die wieder durch die italienische Propaganda in den Ländern des Mittelmeerraumes die britischen Lebenslinien, den Weg nach Indien gefährdeten, insbesondere nach der Besetzung Abessiniens, 1935-36. Revisionistische Gruppen unter W. Jabotinski, forderten die schnelle Abwanderung der Juden Polens, und schickten ihr erstes Schiff im gleichen Jahre, "Union". Dann tritt eine lange Pause ein. Man war scheinbar nicht mehr gewillt, die Reise ins Ungewisse anzutreten. In Deutschland tritt eine gewisse wirtschaftliche Besserung ein, in den Großstädten lässt man die Juden leben, vor und während der Olympischen Spiele,1936. Die "Illegale Alija" kommt erst 1937 wieder in das Gespräch. Die Hagana, die offizielle jüdische Verteidigungsorganisation wie die Revisionisten stellen bis zum Ausbruch des Weltkrieges, September 1939, je 16 Gruppen zusammen, elf andere werden von anderen Gruppen organisiert - zusammen 43 Transporte mit ungefähr 15,000 Menschen. Zwei wurden zurückgeschickt, zwei sind gesunken. In den Kriegsjahren wurden 26 Gruppen über Rumänien zusammengestellt, die alle von den Briten abgefangen werden, die Passagiere interniert, fünf Schiffe sind gesunken, darunter der tragischen Fall der "Struma", die die Türkei im Februar 1942 zum Auslaufen zwingt wissend, daß das Schiff nicht seetüchtig ist, das dann bombardiert wird - bis heute bleibt unklar von welcher Seite - was zum Verlust aller 769 Passagiere, bis auf einen, führt. Im November 1940 bringt die britische Flotte drei mit Passagieren überladene Frachter in die Bucht von Haifa, die "Milos", die "Pazifik" mit zusammen 1771 Flüchtlingen wie die "Atlantik" mit 1580 Menschen, um sie auf der "Patria" auf die Insel Mauritius zu bringen. Die "Patria" war ein französisches Passagierschiff von den Briten gekapert und als Kriegsbeute nach Haifa gebracht und an der Mole verankert. Die Überführung begann am Morgen des 25. November 1940.Aus den erstgenannten Schiffen befaden sich um 130 Personen auf der "Patria" als eine Bombe das Unglück auslöst. Der Plan sah vor, den Maschinenraum zu beschädigen, um ein Auslaufen zu verhindern, und im schlimmsten Fall, daß das Schiff in dem nicht tiefen Hafenbecken sinkt, und die Menschen sich auf die Oberdecke retten können. Irgendetwas läuft nicht nach Plan, das Schiff rollte zu Seite und sank innerhalb 15 Minuten. Die Überlebenden wie die, die sich auf der "Milos" und "Pazifik" befanden, kommen in ein Lager bei Atlit. Von 1941 an werden monatlich kleinere Gruppen aus dem Lager entlassen. Die 1580 Flüchtlinge der "Atlantik", darunter viele aus Österreich, Tschechoslowakei wie aus Danzig, werden nach Mauritius verfrachtet, Die Männer werden in einem ehemaligen Gefängnis, die Frauen in Hütten untergebracht und erst Ende 1945 konnten sie nach Erez Israel kommen. Als nach dem Krieg Einzelheiten über das Geschehen in Europa bekannt werden, über die Schoa,den Holocaust, verstärken sich die Bemühungen zur Rettung der Überlebenden wie das Verhärten der britischen Politik, insbesondere des Aussenministers der Labour Regierung, Bevin, zu verhindern die Überlebenden nach Erez Israel zu bringen. Für die britische Marine stellte es kein Problem dar, die Schiffe aufzubringen und die Passagiere in die 1946 errichteten Lager in Zypern zu bringen. Im Sommer 1947 werden die 4515 Passagiere der "Exodus" auf drei Transportern zurückgeschickt. Frankreich weigert sich, die Schiffe landen zu lassen, die Insassen werden in Lager bei Hamburg in der britischen Zone gebracht. Ende 1947 werden zwei seetüchtige Schiffe erworben, "Pan York"-und "Pan Crescent", die zusammen 15,000 Passagiere bringen, die direkt nach Zypern geleitet werden. Monatlich dürfen 750 einwandern, die Zahl der bewilligten Zertifikate, so daß die meisten der in Zypern internierten Flüchtlinge erst nach Gründung des Staates in das Land gebracht werden können. Durch die Internierungslager in Zypern gingen 51.800 Personen und zwei Tausend Kinder wurden dort geboren. Von 1945 bis 1948 wurden 65 Schiffe von den Briten aufgebracht, nur zwei kleinere Boote konnten ihre Passagiere landen, "Dalia" und "Hanna Senesh", ein anderes läuft im März 1947 auf einen Felsen bei Aschdod. Im Mai 1948 endet die heldenhafte, oft tragische Epoche der "Alija Bet", die von den Ausführenden wirklichen Mut erforderte, der seinerzeit jungen Menschen, die in Europa auch noch nach Ausbruch des Weltkrieges, Gruppen zusammenstellten, auf die fast alle seeuntüchtigen Schiffe, die man erwerben konnte, sie zu bemannen, um sich nicht nur auf die angeheuerten Seeleute zu verlassen, die auch in jenen Tagen wirkliche Abenteurer waren. Seit der "Velos", 1934, bis zur Gründung des Staates, Mai 1948, konnten ungefähr 115.000 Menschen gerettet und in das Land gebracht werden, eine Zahl, die bei der Größe der damaligen jüdischen Bevölkerung, nach der Schätzung der Mandatsbehörden von 1946, spricht man von 600.000 jüdischen Einwohnern, recht bedeutend gewesen ist.

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