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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1998-01-01 · No. 65 (1998) · p. Seite 6

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1998
Issue
No. 65 (1998)
Date
1998-01-01
Page
Seite 6 (sequence 1504)
Language
German
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6 Jüdisches Leben in Breslau 1938 (Fortsetzung von Seite 5) Synagoge der liberalen Gemeinde war, wie schon vorher bemerkt wurde, niedergebrannt. Es wurde jedoch Erlaubnis gegeben, die Storchsynagoge zu reparieren, die vollkommen ausgeplündert worden war und orthodoxer und liberaler Gottesdienst wurde an Sonnabenden und jüdischen Feiertagen nacheinander abgehalten. Gottesdienst während der Wochentage wurde im Gemeindehaus in der Wailstrasse abgehalten. Rabbiner Dr. Bernhard Hamburger gab dort zweimal wöchentlich Vorlesungen nach dem Nachmittagsgottesdienst. Einmal diente dieser Gebetsraum auch als Totenhalle. Viele Torahrollen wurden in der Storchsynagoge aufbewahrt. Cohn bemerkte in seinem Tagebuch, dass er zu den Feierlichkeiten des Simchat - Thorafestes im Herbst 1941 damit beehrt wurde, die sechzehnte Torahrolle zu tragen. Gottesdienste wurden auch in den jüdischen Institutionen abgehalten, in der Rhedigerplatz Schule, im Beate Guttmann Heim und im jüdischen Krankenhaus, wo der Gottesdienst auf Kranke und Personal beschränkt war. Zu besonderen Anlässen und jüdischen Feiertagen wurden Gottesdienste für die liberale Gemeinde im Auditorium des jüdischen Freundehauses abgehalten, wo die Orgel von Rabbiner Reinhold Lewin gespielt wurde. Es gab täglichen Gottesdienst ausser an sehr kalten Tagen, wenn es keine Kohle gab. Willy Cohn bemerkte dazu: Selbst wenn es Kohle gab, wurde die Heizung nicht angestellt um Verleumdungen zu vermeiden. Nachdem die Gebäude fast aller jüdischen Institutionen beschlagnahmt worden waren, blieben für Gottesdienste nur die öffentlichen Synagogen und Ende 1941 wurde die Wochentagssynagoge von der Gestapo besetzt. Das Auditorium des Freundehauses wurde seiner Möbel entleert, offensichtlich in Vorbereitung zur späteren Verwendung als Sammelplatz für Deportierte. Nachdem die Synagogen und Gebetshallen beschlagnahmt worden waren, wurden orthodoxe und liberale Gottesdienste im Gemeindehaus abgehalten, wo der Platz sehr eng wurde auch nachdem die Bänke entfernt worden waren. Das Gebetbuch war der Siddur Sefath Emeth der traditionellen jüdischen Gemeinden in Deutschland, mit einigen Texten des liberalen Gebetbuchs in deutsch. Der Vorbeter war orthodox und Reinhold Lewin, der liberal war, fungierte als Rabbiner. Offizieller Gottesdienst fand bis Mitte 1944 statt, und danach gab es immer noch gemeinsame Gebete, manchmal in einem Tischlerladen mit bis zu zwanzig Leuten, die still beteten um nicht gehört zu werden. Die Teilnehmer waren offensichtlich entweder Mischlinge oder mit nichtjüdischen Ehepartnern verheiratet, da alle anderen Juden schon deportiert worden waren. Während dieser Verfolgungsjahre wurden die Gottesdienste ein wichtiger Teil des Lebens und erfüllten ein lebenswichtiges Bedürfnis. Einer der Überlebenden, der damals ein junger Bube war, erinnerte sich, dass sie eine Stärkung des menschlichen Geistes bewirkten sowie ein Erinnern an die positiven Seiten des Lebens. Während seines Besuches in Breslau im Juni 1941 betonte Rabbiner Leo Baeck die Wichtigkeit des Betens. Er sagte, bei einer Ansprache in der örtlichen Synagoge, dass spätere Historiker die Juden Deutschlands dafür loben werden, dass sie die Prinzipien der Schule, des Gottesdienstes und der Wohltätigkeit aufrecht erhalten haben. Es gab auch Probleme trotz der allgemein positiven Einstellung zu den Gottesdiensten. Cohn erwähnte Schwierigkeiten während der Wahl des Vorsitzenden der Mugdan Synagoge und klagt in seinem Tagebuch über den Mangel an Führerschaft, der zu Diskussionen über die Gebetsordnung führte. Jüdischer Geist und Atmosphäre konnten bei den Hanukkah Feiern empfunden werden und während der Vorlesungen über den jüdischen Glauben und jüdische Tradition, die zweimal wöchentlich von Rabbiner Hamburger abgehalten wurden. Verschiedene religiöse Veranstaltungen wurden auch sicher in privaten Kreisen abgehalten , aber es gibt keine Belege, die es beweisen. Kashruth wurde so lange wie möglich eingehalten. 1939 veröffentlichte das Jüdische Nachrichtenblatt Einzelheiten über Nahrungsmittel für Pessach, die in den Gemeindebüros bestellt werden konnten. Ein Jahr später bemerkte Willy Cohn, dass trotz aller Schwierigkeiten seine Frau einen schönen Sedertisch organisieren konnte. 1941 wurde eine Waggonladung von Mazzoth aus Ungarn geliefert und Juden konnten ihren Anteil mit Rationskarten bekommen, aber sie mussten Zoll zahlen für "besonderes Gebäck". Cohn bemerkte in seinem Tagebuch, dass seine Familie ihren Anteil an Mazzoth bekam aber nicht genug für die ganze Pessachwoche. 1941 Wohlfahrt Alle Arten von Wohlfahrtstätigkeiten waren ausserordentlich wichtig während dieser Zeit für das nackte physische Überleben der Juden in Deutschland bedingt durch die enorme Armut und den hohen Prozentsatz von alten Leuten in der jüdischen Gemeinschaft. Nach dem November-Pogrom, mit der Wiederaufnahme der Gemeindearbeit, wurde ein grosser Teil dieser Tätigkeit wieder aufgenommen. Mittel wurden durch den Verkauf von Grundstücken und Aktien mobilisiert und durch das Vereinigen der Wohlfahrtfonds. Alle diese finanziellen Massnahmen wurden mit der Reichsvereinigung in Berlin vereinbart. Von den ungefähr 10000 Juden in Breslau benötigten 8200 irgend eine Hilfe. Um ein solches Unterstützungssystem zu ermöglichen, wurde die Geldsumme für jeden Einzelnen und für jede Familie reduziert, die finanzielle Situation besserte sich jedoch nach der oben genannten Emigrationssteuer, die den Reichen auferlegt wurde. Ein Bericht vom Mai 1939 sagte aus, dass im vorhergehenden Jahr 325000 Mahlzeiten verabreicht wurden durch öffentliche Küchen, die von der Gemeinde organisiert wurden. Die Leute durften diese Mahlzeiten nach Hause nehmen, und das ermöglichte den Familien zusammen an ihrem eigenen Speisetisch zu essen. An bestimmten Tagen wurde Essen auch von jüdischen Häusern eingesammelt, um das Projekt zu DerPalijeipräfTben 'JOJSl.A'1 i>itm fctntahltdi W nt NMl b Dtitlsiui# ■it tfm miSAm MtUftMiBri» Breslau 6r„ 1m 15 - M Meilidi? frlaubniö Hut gültig Inntttjolb oan Breslau _ D»lj»|cmtlr>lc Hoi jnfin — Dr ]Qbln _ Junimt, bei jiiit« «i»d| tTtilAmnaB gtb. am SÄJdlM. ln c ßreslau n, nu|**Riin ‘6*. 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