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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1998-01-01 · No. 65 (1998) · p. Seite 5

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1998
Issue
No. 65 (1998)
Date
1998-01-01
Page
Seite 5 (sequence 1503)
Language
German
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5 Jüdisches Leben in Breslau 1938 (Fortsetzung von Seite 4) Rabbiner Moses Hoffmann, dass kein Rabbiner es geschafft hätte, diese Leute zu veranlassen, eine solche Summe den Armen zu spenden. 3. Gestapo und Reichssicherheitshauptamt Das Hauptquartier der Breslauer Gestapo war in der privaten jüdischen Schule untergebracht, die während des November Pogroms konfisziert wurde. Diese lokale Filiale der Gestapo hatte einige besondere Merkmale. Pastor Heinrich Grüber beschrieb sie als eine der Schlimmsten in Deutschland. Die jüdische Gemeinschaft wurde unter scharfer Aufsicht gehalten, der Verbindungsoffizier war Herr Pollak ein früherer Vorsitzender des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten in Breslau. Juden, die sich bei der Gestapo meldeten, mussten ihren Namen mit dem Vorsatz "Jude" anmelden. Nur diejenigen, die einen Ausweiss vom Distriktarzt hatten, durften sich hinsetzen. Die Gestapo erfand immer neue Vorwände um die jüdische Bevölkerung zu schikanieren. Im September 1939 wurden 500 arbeitslose Juden für die Zuckerrübenernte eingezogen, konnten aber nicht mit Kleidung versehen werden, da der Bestand des Gemeindekleidungswarenhauses von der Gestapo beschlagnahmt worden war. Wohnungen wurden durchsucht nach Nahrungsspeicherungen. Ein Nachtausgehverbot wurde eingeführt, das um acht Uhr abends begann. Am Vorabend des Jom Kippur wurde der jüdische Gemeinde befohlen, ein Altersheim zu räumen und es am nächsten Tage in tadellosem Zustand zu übergeben. Die Leute arbeiteten die ganze Nacht am Schrubbern und Säubern während ihres heiligsten Feiertages. Die alten Leute wurden in den Hallen des Jüdisch- Theologischen Seminars beherbergt, dessen wohlbekannte Bibliothek schon vorher geplündert worden war. Eines der Hauptziele der Gestapo in dieser Zeit war die jüdische Auswanderung zu beschleunigen. Nachdem der Krieg begann, mussten Juden sich einmal im Monat stellen und berichten, wie weit ihre Bemühungen zur Emigration fortschreiten. Um zu beweisen, dass sie sich darum bemühten, registrierten sich Juden bei der "Apala" (eine falsche Buchstabierung des hebräischen Wortes "Haapala" d.h. illegale Einwanderung nach Palästina, der deutsche Geheimruf dafür war SH oder Sonder-Hachscharah). Juden waren auch bei dem deutschen Reisebüro HAPAG eingeschrieben für die Aktion"Palästina". Das lokale Gestapobüro ergriff sogar die Initiative, indem es versuchte, ein Schiff zu chartern, dass jüdische Emigranten nach Shanghai bringen sollte. Anfangs 1939 wurden Dr. Georg Less, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde und der stellvertretende Vorsitzende Willy Gluskinos zu einem Gestapo Beamten berufen, der mit ihnen über einen Plan sprach, eine grosse Anzahl von Juden aus Breslau zu evakuieren und dass er zu diesem Zweck eine Werft in Hamburg angesprochen hatte. Less ging nach Berlin um diesen Plan mit den Behörden zu besprechen, aber er wurde nicht genehmigt und seine Iniziatoren wurden gerügt. Gluskinos erwähnte in seinem Bericht, dass von da an die Beziehungen zur Gestapo noch gespannter wurden. Eine Dame, die Auschwitz überlebte, erinnerte sich, dass in Breslau die jüdischen Feiertage die bevorzugten Tage für Verhaftungen waren. Selbst nach dem unmenschlichen Drangsal und Terror von Auschwitz erinnerte sie sich noch daran. Nach einem missglückten Attentat auf Hitler's Leben am 19. November 1939 wurden zwischen 120 und 150 Breslauer Juden verhaftet und nach Buchenwald verschickt. Walter Tausk glaubte, dass das nur in Breslau und anderen Ortschaften in Schlesien passierte und nicht zum Beispiel in Berlin. Siegmund Hadda beschreibt in seine Erinnerungen den Vorfall einer möglichen Bestechung der Gestapo. Während der Durchsuchung seines Hauses wurde eine Münzensammlung gefunden. Der Gestapobeamte fragte den Doktor was damit geschehen sollte. Es war klar, dass Bericht über diesen Fund die Deportation in ein Konzentrationslager bedeutet hätte, so sagte Hadda zu dem Beamten." Bitte nehmen Sie die Sammlung und werfen Sie sie ins Wasser". Danach erinnerte sich Hadda, dass wann immer der Mann ins Hospital kam "er nie schlechte Manieren zeigte.". 4. Die jüdische Gemeinde in Breslau Im Jahre 1939 zählte die jüdische Gemeinde 10848 Juden, nach Rasse definiert, und 10309 nach Religion definiert. Es gab drei grössere Gruppen; Gemeindebeamte und Angestellte, deren Aufgabe es war, die Angelegenheiten der Breslauer Gemeinde zu verwalten, wie es von den Nazi Behörden verlangt wurde, und mit wenig Möglichkeiten zum Manövrieren innerhalb dieser Befehle. Fast alle anderen - 1941 Juden waren einfache Mitglieder der Gemeinde, beschäftigt mit dem täglichen Kampf ums Dasein und mit dem Versuch ein anständiges Familienleben und Gemeindeleben zu führen. Die dritte Gruppe bestand aus ehemaligen Beamten und Gemeindeangestellten mit festen Pensionen. Diese Leute hatten weniger finanzielle Probleme, obwohl es nicht viel für sie zu kaufen gab - ausser wenn man den schwarzen Markt benutzte. Die jüdische Gemeinde in Breslau gehörte zur Reichsvereinigung der Juden in Deutschland und fungierte als regionale Zweigstelle. Die Finanzabteilung deckte nur die Ausgaben, die als absolut notwendig galten, aber Cohn meinte, dass die Gemeindebelegschaft noch um dreissig Prozent reduziert werden könnte. Jedoch war das nurseine persönliche Meinung. Selbst wenn es zuviele Angestellte gab, so konnte das auf humanitäre Erwegungen zurückzuführen sein - um mehr Leuten ein Einkommen zu geben. Ein anderer Grund war, dass die Gemeindeangestellten weniger unter den Schikanen der Behörden zu leiden hatten und dass diejenigen, die bei der Gemeinde angestellt waren, einen statistischen Nachweis über jüdische Arbeitskräfte darstellten und man so hoffte, dass auf diese Weise, die Anzahl der eingezogenen Zwangsarbeiter reduziert werden würde. Später waren sie auch teilweise vor früher Deportation bewahrt. Zwischen 1940 und 1941 zählte die jüdische Bevölkerung in Breslau zwischen 6000 - 7000 Menschen, einschliesslich der Leute, die vom Lande in die Stadt transferiert wurden. Darunter waren Schneider und Näherinnen, Friseure, Badewärter, Schuster und Leute anderen Handwerks, das für Juden erlaubt war ( meist in den Dienstindustrien um persönlichen Kontakt zwischen Juden und Nichtjuden zu unterbinden) insgesamt zwischen fünfzig und hundert Handwerkern. Da waren auch noch die Beamten und Angestellten der jüdischen Gemeinde, zwischen vierzig und fünfzig Krankenbehandler (der neue offizielle Name für jüdische Ärzte) und ungefähr fünfzehn Zahnärzte und sechs bis acht Rechsanwälte. Die anderen wurden für wichtige Industrieen und Zwangsarbeit eingezogen Religiöses Leben. Das Gestz gegen den Wiederaufbau der zerstörten Synagogen vom 12. November 1938 erlaubte jedoch Reparaturen. Die schöne (Fortsetzung auf Seite 6)

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