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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1998-01-01 · No. 64 (1998) · p. Seite 13

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1998
Issue
No. 64 (1998)
Date
1998-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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13 (Fortsetzung von Seite 12) Staatsangehöriger in Warschau. Trotz aller Bemühungen, besonders von Rabbiner Aharon Milewski aus Montevideo, gelang es Rabbiner Weinberg nicht, Warschau zu verlassen. Er widmete sich unermüdlich den vielen Hilfsbedürftigen im Getto Warschau beizustehen. Nach dem Einmarsch der Deutschen in Russland wurde er mit russischen Kriegsgefangenen in das Gefangenenlager Festung Würzburg (Bayern) gebracht, bis er von den amerikanischen Truppen nach Kriegsende befreit wurde. Es folgen zwei erschütternde Briefe von zwei Jungen an ihre Eltern, bevor sie von Theresienstadt weiter geschickt wurden und dann in Dachau ums Leben kamen. Der Vater wurde in Auschwitz ermordet. Die Mutter überlebte Theresienstadt und konnte mit ihrem dritten Sohn, welcher aus Bergen Belsen befreit wurde, nach Israel kommen. In einem interessanten aber uns heute, nach der Hitlerepoche etwas komisch anmutenden Artikel, lesen wir über das Problem des "Gebetes für die Obrigkeit". Nachdem vor 1918 in den meisten Gemeinden für das Wohl von Kaiser Wilhelm II und seiner Gemahlin Augusta Viktoria gebetet wurde, bringt der Verfasser verschiedene Fassungen, welche nach der Gründung der Republik in den liberalen und orthodoxen Synagogen gesagt wurden. Im August 1933 veröffentlichte Albert Rosenthal im "Jüdischen Gemeindeblatt" in Breslau einen Artikel unter dem Namen: "Ich suche meine Brüder". Auf Grund dieses Artikels wurden der Verfasser desselben und Dr.Ernst Rechnitz, der verantwortliche Redakteur und Syndikus der Gemeinde, in das Konzentrationslager Hümerling gebracht. Erst nach einem Jahr konnten Rosenthal und Rechnitz aus dem Konzentrationslager befreit werden. Prof. Walk bringt den Artikel in hebräischer Übersetzung und eine Skizze der damaligen Atmosphäre. Der dritte Teil des Buches "Philosophische Gedanken und Erklärungen" beginnt mit einer Monographie über "Rabbi Owadja Sephorno, der Erklärer und Humanist".Der im Jahre 1470 Geborene war ein berühmter Rabbiner, Bibelerklärer, Arzt und Philologe. Der im toleranten Italien zur Zeit der Renaissance Aufgewachsene, schreibt in der Zeit der spanischen Inquisition, als in den benachbarten Ländern die Scheiterhaufen für die "Ketzer" brannten, über die Rechte der Fremdlinge nach jüdischem Gesetz: "Der Ewige ist sowohl der G"tt des Fremdlings wie auch der G"tt des WIE DER GESTRIGE TAG Einheimischen". In seinem Artikel über "die paedagogische Lehre von Raw Kook" zeichnet Prof. Walk das Bild einer Persöhnlichkeit, welche im Gegensatz zu vielen orthodoxenosteuropäischen Rabbinern, zionistische Ideale in sich aufgenommen hatte. Raw Kook wanderte schon am Anfang des Jahrhunderts in Erez-Israel ein und war nach der Balfour- Deklaration der erste aschkenasische Oberrabbiner von Erez-Israel. Während Raw Reines, der Gründer des Misrachi, den Zionismus als rein politische Bewegung betrachtete, welche bedrängten und verfolgten Juden eine Heimat und ein Asyl geben sollte, fasste Raw Kook den Zionismus als eine Stufe zur Erlösung auf. Diese These wurde von seinem Sohn, Rabbi Zwi Yehuda Kook, in extremer Weise weiterentwickelt Die Toleranz von Raw Kook auch anderen Meinungen gegenüber, (Fortsetzung auf Seite 23) "AUFTRAG FÜR DIE ZUKUNFT1 JUDEN UND SYNAGOGEN IN GÖRLITZ von Heinzwerner Goldstein Der in Anführungszeichen stehende Titel "Auftrag für die Zukunft" erklärt das Ziel und den Auftag der Herausgeber,der "Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung", das Aufarbeiten der fünf Jahrzehnte verschwiegenen Geschichte und Schicksal der Juden in einer der wenigen Gemeinden Sachsens, Görlitz. , Es waren drei jüdische Familien, die im Jahre 1848 sich in Görlitz niederlassen, zwei Jahre später waren es schon 160 Personen, 22 Familien, die eine Gemeinde gründeten, die 1890 ihre grösste Zahl erreichte, fast 700 Seelen: dann begann eine stete Abwanderung, insbesondere nach Leipzig und Berlin. Nach Betstuben konnte sich die Gemeinde Anfang dieses Jahrhunderts eine Synagoge errichten nach den Plänen einer Dresdner Architektenfirma, wie Zeichnungen zeigen, die am 8. März 1908 eingeweiht wurde. Von diesem Bau sind trotz der Zerstörungen in der Pogromnacht, 9. November 1 938, den Kriegseinwirkungen und der Vernachlässigung in der DDR Zeit, Bausubstanz erhalten geblieben, um die sich die Landesbehörden wie die lokalen bemühen, mit dem Plan ein "Europäisches Bildungs - und Informationszentrum" zu errichten. Der Leser in Deutschland, der angesprochen werden soll, erhält einen knappen und sachlichen Überblick über die "Grundlagen des Judentums", zusammengestellt durch Rabb. E.M. Stein, Berlin. Die Lage des Ortes war wirtschaftlich bedeutend und hat schon früh jüdische Siedler angezogen, die mit dem Handel von Textilien zwischen Mitteleuropa und dem vorderen Orient aktiv waren. In 13. Jahrhundert kannte man eine "Judengasse" in Görlitz, um 1306 eine "Jüdische Schule", vielleicht ein Betraum, Schul, in dem Unterricht abgehalten wurde. Görlitz hat viele politische Wandlungen durchgemacht. Während des "Dreissigjährigen Krieges" gehörte sie zu Böhmen, und kommt 1635 im "Prager Frieden" zu Kursachsen, nach dem Wiener Kongress, 1815, zu Preussen, in dem zwar 1812, auf Druck Napoleons die Juden Staatsbürger werden mussten, wurde das Gesetz auf die "neuen jüdischen Bewohner" nicht angewandt. In der Broschüre wird eine Anlage den Juden gewidment, die bis zur Zerstörung dort lebten. Die biographischen Hinweise sind oft sehr lückenhaft. Nach Jahrzehnten der Vernachlässigung in denen es mit den Überlebenden keine Kontakte gab, war es schwer sie oder ihre Kinder aufzutreiben und/oder Unterlagen zu finden. ★ Die sorgsam ausgeführte und bebilderte Broschüre, versucht das Schicksal einer mittelgrossen Gemeinde in Ostdeutschland zu zeigen. Diese muss um die Jahrhundertwende, zwischen dem 19. und zwanzigsten Jahrhundert recht vermögend gewesen sein, wie der prachtvolle Synagogenbau zeigt, der noch immer, trotz Zerstörung und Vernachlässigung, ein architektonisches Symbol darstellt, um das sich die Landesregierung bemüht, und so stellt die Schrift mindestens für die Heutigen, die die Gemeinde in Görlitz nicht kannten, ein Erlebnis dar. Darin liegt die Bedeutung des Buches, das die "Sächsische Landeszentrale für politische Bildung" veröffentlicht hat.

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