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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1998-01-01 · No. 64 (1998) · p. Seite 12

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1998
Issue
No. 64 (1998)
Date
1998-01-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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WIE DER GESTRIGE TAG (Essays, Artikel und Erinnerungen von Prof. Joseph Walk, Shashar Publishing, Jerusalem.) Vor uns liegt eine Auswahl von Essays, Artikeln und philosophischen und religiösen Betrachtungen, von Professor Joseph Walk, Paedagoge, Historiker des Judentums Deutschlands und einer der Ideologen der Thora Va'Avoda (religiös zionistische) Bewegung. Die in diesem Buch ausgewählten Artikeln sind vielleicht das Resümee eines Lebenswerkes von ca. 60 Jahren. Das Buch enthält fünf Teile und jeder Teil ist einem bestimmten Thema gewidmet, mit welchem sich der Verfasser besonders befasste und ihm seine Forschungen widmete. Der erste Teil ist der jüdischen Erziehung gewidmet. Professor Walk, Verfasser des Buches "Jüdische Schule und Erziehung im Dritten Reich", eröffnet diesen Teil mit einem Artikel über die jüdische Erziehung in der Naziepoche und die Probleme mit welchen sich die jüdischen Lehrer und Erzieher auseinanderzusetzen hatten. In einer Zeit in welcher eine feindliche, verbrecherische Umwelt Juden und Judentum vernichten wollten, bemühten sich jüdische Lehrer und Erzieher der jüdischen Jugend in jüdischen Schulen eine Insel von Sicherheit und Geborgenheit zu geben. Das Ziel war der jüdischen Jugend eine gediegene jüdische wie auch Allgemeinbildung zu geben und sie so mit dem seelischen Rüstzeug für eine Auseinandersetzung mit der feindlichen Umwelt auszustatten. Prof. Walk stellt die rethorische Frage: Hatte der jüdische Leher und Erzieher die Pflicht seine Schüler auf eine eventuelle Begegnung mit dem Tode vorzubereiten? Der Artikel schliesst mit einem Gedicht von Helga Blumengraber, Schülerin des jüdischen Gymnasium in Krakau.In diesem Gedicht schreibt sie über die Lehrer welche ihren Schülern einen Einblick in Lyrik, Poesie und menschliche Ideale geben wollten, in einer Zeit (1940) wo ausserhalb der Schule die braune Bestie wütete und von keiner Seite Hilfe für Juden zu erwarten war. Helga Blumengraber kommt in ihrem Gedicht zu dem deprimierenden Schluss, dass es auf unserer Erde keine Menschlichkeit und keinen Humanismus mehr gibt. Der zweite Artikel über "Aufsätze jüdischer Kinder in der Naziepoche" gibt uns einen Einblick in das Denken in dieser Zeit. Interessant ist auch die stilistische Ausdrucksweise dieser Kinder und der Einfluss der Umwelt auf sie. Erschütternd sind die Briefe eines Mädchens welche 1938/39 mit ihren Eltern nach Polen verschickt wurde (alle Juden welche keine deutsche Staatsangehörigkeit hatten wurden damals nach Polen verschickt), an ihre in Deutschland verbliebene Freundin und ein Abschiedsbrief eines 19 jährigen Jungen, welcher nach Osten (1944) verschickt wurde an seine Eltern welche im Getto Theresienstadt waren. In diese Kategorie fällt auch der Artikel über die Befreiung der jüdischen Schüler, welche noch am Anfang der dreissiger Jahre in allgemeinen Schulen lernten, vom Biologieuntericht in welchem die von den Nazis propagierte Rassenkunde gelehrt wurde. Nach dem interessanten Artikel über "die Erziehung der jungen Generation zur Schabbatheiligung" (der Einfluss des Elternhauses, der Jugendbewegung und der Schule), wird der erste Teil mit dem Artikel "Über die Gemeinde Breslau - Zeichen der Eintracht"abgeschlossen. Die Gemeinde Breslau war das Vorbild der Einheitsgemeinde in Deutschland.Die gesetzestreuen Rabbiner Dr. Rosenthal und Dr. Simonsohn, so wie die liberalen Rabbiner Dr. Manuel Joel und Prof. Guttmann gaben der Gemeinde, das Gepräge von Toleranz und Einvernehmen, trotzdem jeder an seiner religiösen Ansicht festhielt. Auch das Rabbinerseminar, mit seiner positiv-historischen konservativen Einstellung, spielte dabei eine grosse Rolle. Der zweite Teil ist dem Thema "Shoah" - Holocaust - gewidmet. In den elf Artikeln welche dieses Thema behandeln, werden so viele wichtige Probleme ausfgeworfen, welche man in einem Zeitungsartikel nicht bewältigen kann. Um nur einige Stichproben davon zu geben: Der Artikel "die jüdische Presse und die Nürnberger Gesetze" behandelt die Reaktion der Juden Deutschlands und ihrer Institutionen auf diese Gesetze. Trotz der Verschiedenheit der Meinungen zwischen dem "Central-Verein" und der zionistischen Organisation i.Bzg. der Auswanderungsziele der Juden in Deutschland, waren sich beide Seiten darüber einig, dass hier ein Wendepunkt für die Juden in Deutschland gekommen war. Die zionistische Organisation gab das Primat all den Kräften, welche versuchten die jüdische Auswanderung, soweit es möglich war, nach Erez-Israel zu lenken (allerdings musste die Begrenzung der jüdischen Einwanderung von Seiten der englischen Mandatsregierung mit in Kauf genommen werden). In den Augen des C.V. war Erez-Israel nur eines der Länder welche für die jüdische Auswanderung aus Deutschland in Frage kamen und man war bemüht Möglichkeiten für Auswanderung in andere Länder zu schaffen.Doch auch diese waren sehr begrenzt, da viele Länder Grenzsperre für Juden verhängten . Ein grosses Problem für die gesetzestreuen Juden war die Erfüllung der religiösen Vorschriften in diesen schweren Zeiten. In dem Artikel über die "Religiöse Führung in derzeit des Holocaust" schreibt Prof. Walk nicht nur über halachische Entscheidungen wie z.B. Chamez am Pessach sondern auch über Entscheidungen der Rabbiner sich selbst gegenüber. Als Vorsteher ihrer Gemeinden wurden sie oft von der Gestapo gezwungen Befehle auszuführen, welche für viele der Gemeindemitgliederdas Todesurteil bedeutete. So wird berichtet, dass der Rabbiner von Saloniki sich gezwungen sah die Befehle der Gestapo auszuführen, während der Rabbiner von Athen welcher dem Befehl der Gestapo nicht Folge leistete, von griechischen Partisanen welche die Listen der Gemeindemitglieder vernichteten, zusammen mit 300 Juden in einem Versteck in den Bergen gerettet wurde. Vor dem selben Problem standen die Rabbiner von Wilna und Kowno. In der Frage ob es erlaubt sei Einzelne der Gestapo zu übergeben um die Mehrzahl der Gemeinde zu retten (so glaubte man damals) entschied der eine Rabbiner im Gegensatz zum anderen, obwohl sich beide auf dieselbe Quelle im "Mischne Thora" des Rambam stützten. Zwei Kapitel sind dem Wirken des unvergesslichen Direktors des Hildesheimer Rabbinerseminars in Berlin, Rabbiner Dr. Jechiel Weinberg gewidmet. Dieser lebte von 1939 bis Oktober 1941 als russischer (Fortsetzung auf Seite 13)

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