Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1997
- Issue
- No. 63 (1997)
- Date
- 1997-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 1462)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE SAGA VON PINCHAS RUTENBERG, ODER ES WERDE LICHT... Eine der ersten Konzessionen welche die junge Mandatsregierung, 1921, die 1920 die Militaerverwaltung abloeste, vergab, war eine “vorlaeufige Konzession” an Pinchas Rutenberg, der einen Plan zur Verwertung der Wasserreserven des Landes dem High Commissioner, Sir Herbert Samuel, vorgelegt ENDBILANZ DER JUDEN BERLINS (Fortsetzung von Seitei 3) staerkte Innenwanderung hinweisen, 35% der angegebenen Namen wurden in Berlin geboren, 8,65% im Ausland, darunter Io in Palaestina. Eine Uebersicht zaehlt die Lager auf, lo5, angefangen von Dachau, am 22. Maerz 1933 errichtet, ueber Europa zerstreut. Die Opfer, die vor Beginn der organisierten Verschickung und Vernichtung ermordet wurden, sind leider nicht erfasst worden, aber von denen, die .den Freitod waehlten, und die bei der Friedhofsverwaltung registriert wurden, erscheinen die Namen. - Man sucht nach Namen von Eltern, Verwandten, Bekannten, Freunden. Beim Blaettern macht man Zufallsentdeckungen. Die Eltern sind mit dem fünften, Transport verschickt worden, am 14.11.1941, der nach Minsk ging. Von den 966 Deportierten haben 965 Aufnahmen in den Listen gefunden, - die fehlende Dokumentierung bezieht sich auf die Mutter. - Wir wissen nicht, wieweit die junge Generation und die kuenftigen, Interesse fuer die Namen aufbringen. Deshalb soll es erlaubt sein der Freien Universitaet Berlin wie dem Verlag einen Wunsch auszusprechen: aus dem Vorwort und dem 'Nachwort und Anhang’ mit den Statistiken, Listen, Erklaerungen, eine Broschuere zusammenzustellen, vielleicht auch Uebersetzungen, die informierendes aber auch aufregendes Material enthalten, mit dem sich nicht nur Wissenschaftler, insbesondere Histographen beschaeftigen sollten, sondern auch Buerger, die aufgeschlossen fuer die Gegenwartsgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts sind, dann haben sich die sechs Jahre der Bemühungen bewaehrt, die mit ihrer Arbeit ein wissenschaftliches Werk vollendet haben: Berlin als Beispiel einer bis dahin in der Geschichte unbekannten Vernichtungspraktik, 55700 Namen statistisch erfasst zu haben und ausgewertet, sie stehen für sechs Millionen Opfer! Charlotte N. Burg von Heinzwerner Goldstein hatte. Die “Vorlaeufige Konzession” traegt das Datum vom 21. September 1921. Bis die endgueltige Konzession erteilt werden konnte, mussten noch fast fünf Jahre vergehen, bis in langen Verhandlungen mit Frankreich, welches, nach dem Ende des ersten Weltkrieges sich beeilte, den Teil des Ottomanischen Reiches zu besetzen, den man seitdem Syrien und Libanon nennt. Als England und Frankreich waehrend des Krieges das - noch nicht eroberte Gebiet in der Levante - aufteilten, um sich “Interessengebiete” zu schaffen, zeichneten die damaligen Diplomaten eine Linie von Rösch Hanikra am Mittelmeer bis Chamat Gader, am Suedende des Kineretsees, nach der die Quellfluesse des Jordans wie der See und der noerdliche Zipfel des spaeteren Palaestinas mit Metulla ausserhalb des briti-schen Gebietes blieben. 1919, als General Allenby das Gebiet besetzt hatte, wurde eine neue Linie ausgehandelt, von Rosch Hanikra ueber Kadesh Barne’a zum Hule See, wobei noch immer die Nordspitze des Landes wie die Quellflüsse des Jordan ausgeschlossen blieben. * Die Plaene Rutenbergs sahen neben lokalen Kraftwerken eine hydroelektrische Station vor am suedlichen Ausgang des Kineret, wo der wasserreiche Jarmuk, der vom Osten kommt, sich mit dem Jordan vereinigt, und der See das natuerliche Wasserreservoire darstellen sollte. Es gelang der britischen Regierung durch neue Verhandlungen mit den Franzosen im jahre 1924 einen neuen Vertrag auszuhandeln nach dem nicht nur Metulla in das Mandatsgebiet eingeschlossen wird wie eine 'der Quellfluesse des Jordan, “Dan”, waehrend die nahe Quelle des Banias im franzoesischen Gebiet verblieb, wie auch die des Hasbani, im Libanon. Die ‘internationale Grenze’ wurde zehn Meter oestlich des Kineretsee fixiert, was bedeutet, dass der See, eben die Wasserreserve fuer das geplante elektrische Werk, zum Mandatsgebiet gehoerte. (Ein internationales Gewohnheitsrecht gibt dort, wo ein Fluss oder See eine Grenze bildet, den Anlegern das Recht auf die Benutzung der halben Flaeche als ‘Staatsterritorium’, beispielsweise Fischereirechte oder Zollgebiet. Wo ein Meer die Grenze ist, spricht man von drei Seemeilen als territoriales Gewaesser.) Im Jahre 1948 war Israel militaerisch zu schwach, auf die “Internationale Grenze” zu bestehen. Und diese Frage ist aus verstaendlichen Gruenden der “Stein des Anstosses” in den Verhandlungen mit Syrien. Nachdem die Grenzfragen politisch abgeklaert waren, bekam Rutenberg am 7. Maerz 1926 die endgueltige Konzession fuer siebzig Jahre. Pinchas Rutenberg war eine der interessantesten Persoenlichkeiten in 'der Geschichte des zionistischen Aufbauwerkes. Er wurde 1879 geboren, in der Kerenski Regierung war er 1917 verantwortlich fuer zivile Angelegenheiten in Petrograd. Von den Bolschewiken verhaftet, gelang es ihm, nach sechs Monaten zu entkommen und nach Palaestina weiter zu reisen, wo er am 3. Januar 1942 in verhaeltnismaessig jungen Jahren stirbt. In Palaestina schliesst er sich der Hagana, den 1921 gegruendeten Verteidigungsgruppen des Jischuws an, gleichzeitig Untersuchungen ueber die Wasserreserven im Lande. Neben dem Jordan-Plan entwickelt er einen anderen zur Ausnutzung der Jarkon- Quellen, der aber nicht zur Durchfuehrung kommt. Im Jahre 1929 wird er in den Wa’ad Le’umi gewaehlt, der hoechsten politischen Instanz der juedischen Bevoelkerung. Als nach dem Arlosoroff Mord, 1933, die Spannung zwischen der juedischen Bevoelkerung waechst, versucht er es 1934 zu einem Ausgleich zu bringen, was aber von Ben Gurion abgelehnt wird. Fuer die Bevoelkerung blieb Pinchas Rutenberg der Mann, der die Elektrizitaet in das Land brachte, ohne die die spaetere Entwicklung nicht denkbar gewesen waere, der Mensch mit Weitblick, dem drei Tugenden zugeschrieben wurden: politischer wie wirtschaftlicher Spuersinn und die Befaehigung, ein gutes Arbeitsklima zu schaffen. Nachdem die politischen wie rechtlichen Voraussetzungen gegeben waren, wurde schon am 29. Marz 1923 in London die “Palestine Electric Corporation” gegruendet. Durch die “Vorlaeufige Konzession" ermutigt, ueberlaesst ihm die lokale Verwaltung von Tel Aviv, rechtlich einen Teil Jaffas, (1923), um das erste Kraftwerk im Lande zu errichten, sowie die Transformatorenstationen und Leitungsnetze aufzustellen. Es gibt kritische Stimmen, die den teuren Anlagen misstrauisch gegenueberstehen. Es gebe “hoechstens tausend Familien im Lande, die Elektrizitaet kaufen werden”. (!?)- Das zweite Kraftwerk, Tiberias, wurde auf