Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1997
- Issue
- No. 63 (1997)
- Date
- 1997-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 1460)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Haifa 2× ep/1047930
- Wrocław 2× ep/1002369
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Verschüttete Geschichte “History into Ashes” - so lasen wir vor Jahren in der “Jerusalem Post”, als Vandalen die Droschke des Baron Rothschild (oder war es Montefiori?), die Diligence, die in der Jerusalemer Windmuehle zur Schau .gestellt war, angezuendet hatten. Der Abriss des Herzlia-Gymnaiums in Tel-Aviv hat oeffentliche Proteste ausgeloest. Die Ersteller des Hochhauses, das an seiner Stelle ebenfalls zum Wahrzeichen der Stadt wurde, des Shalom-Turms mit Einkaufszentren, Bueros und Aussichts- Suchanzeigen (Fortsetzung von Seiten) Wer kann Auskunft geben über Bernhard (Bernhardt) und Dorothea Meyer, beide Chemiker, welche in den dreissiger Jahren in Breslau lebten, Ihr Sohn Helmuth Meyer (geboren in Posen 26.11.1915) floh 1938/ 39 nach England. Es sucht die Tochter von Helmuth Meyer: Madeleine Meyer, 5 Haford Road, Richmond, Surrey, TW 10 6 AW, England. Dr. Christian H. Freitag schreibt: “...Mir ist der Nachlass der aus Breslau stammenden, nach London emigrierten, Frau Dr. Hilde Glaser, (Tochter von Medizinalrat Dr. Max Glaser und seiner Frau Luna) ueberkommen. ... Interessant sind eine Reihe von Briefen eines aus Breslau stammenden Freundes der in den 30er Jahren nach Tel-Aviv emigrierte. In den teils handschriftlichen Briefen ist sein vollstaendiger Name nicht genau zu entziffern. Es handelt sich aber, wie aus den Briefen hervorgeht, wohl um einen Maler und Kuenstler namens Fritz L... der auch in Tel- Aviv taetig war:. (Wie aus einem Brief zu ersehen ist, lebte er vorübergehend auch in Ramot Hashawim). Wer über den vollen Namen von Fritz L... Aufschluss geben kann, wende sich bitte an: Dr. Christian H. Freitag, Muehlweg 15 Unterm Dorf Kalkofen, 78355 Hohenfels, Germany UNSERE LESER SCHREIBEN ... Ich wollte Ihnen fuer die Zuschickung der “Mitteilungen” danken. Ich freue mich jedes Mal sie zu bekommen, und lese sie Vorn ersten Buchstaben bis zum letzten mehrere Male... Margot Wreschner geb. Zernik von Josef Stern platte, waren aber staerker. Waren die auch Vandalen? In Haifa hat man das Armon-Theater, in dem der grosse Toscanini dirigiert hatte, dem Erdboden gleichgemacht, um ein eintraeglicheres Gebaeude hinzustellen. Vielleicht haben alte Musikfreunde darueber geweint. Greifbare Geschichte. Sie ist es, wenn du auf deiner Wanderung irgendwo in Israel eine roemische Kupfermuenze findest, oder in deinem eigenen Garten einen toenernen Topfhenkel mit verwischter Aufschrift. Diese Dinger jedoch bist du verpflichtet, der Behoerde abzuliefern, denn sie dokumentieren Geschichte, ganz greifbar. Ein geschichtsbewusstes Volk, wie wir es sind, freut sich ueber jede Entdeckung der Archeologen, aergert sich ueber deren zelotische Stoerenfriede, bruestet sich mit seiner geschichtswidrig scheinenden Kontinuitaet und trauert über Jahrhunderte zurueckliegende Katastrophen. Ein gesundes Volk. Auf der Hoehe des Karmel hat die Strasse, die zur Universitaet fuehrt, eine zuzuegliche Bedeutung erfahren: die Strecke vom oberen Ende der Einsteinstrasse bis Dania dient den Leuten als Promenade. Herrlicher Blick auf die Landschaft, gepflegtes Trottoir, farbenpraechtige Blumenbeete erfreuen die Spazierenden, Marschierenden, Joggenden. Kaum einer dieser lieben Menschen aber ist sich bewusst, Historia unter seinen Fuessen zu haben. Nahe der unteren Einfahrt des Wohnviertels Dania, amtlich Hod Hacarmel benannt, stehen, kaum sichtbar, die letzten Ueberreste eines Geschichtsabschnitts, dem seinerzeit hoechste Prioritaet zugemessen wurde. Eisenpfeiler ragen dort aus dem Erdboden. Generalfeldmarschall Erwin Rommel steht mit seinem Afrikakorps vor Aegypten und bed-roht somit Palaestina. Im Train der Wehrmacht folgt unweigerlich die Gestapo. Das Land Israel, letzte, grosse Ueberlebenshoffnung des verfolgten Volkes Israel, bereits im Visier der deutschen Gewehre, Tanks, Flugzeuge! In Berliner Schubladen griffbereit die Plaene zur “Sonderbehandlung” im eroberten Palaestina. Kollaborierende Mithelfer stehen den Nationalsozialisten massenhaft willig zur Verfuegung - die gesamte arabische Welt. Nein, nein und nochmals nein! Am Suedende der Haifa-Bucht, wo eine Hoehle an den Propheten Eliahu erinnert, gezaehlte Schritte von der Meereskueste nur, steigt mit einer Steilwand der Karmel majestaetisch empor und sein langer Hoe-henzug erstreckt sich ins Landesinnere. Die schoene Stadt Haifa ist bestrebt, sich in alle Richtungen auszudehnen. Auf dem Bergruecken steht als letztes Gebaeude die Biram-Schule. Bis hin zum Drusendorf Isfija ist freies Gelaende, auf dem sich ein schmaler Weg durch Gestruepp schlaengelt. Vereinzelt stehen Baracken des britischen Militaers. Hier soll es vollzogen werden. Zurechtgeschittene Eisenbahnschienen werden auf den Berg transportiert. An einer Stelle, von der aus rechts und links Wadis ihren Lauf den Berg hinunter beginnen, werden die eisernen Pfeiler in einer langen Reihe in den Karmelboden hineinbetoniert. Hier kommt kein Panzer der deutschen Wehrmacht durch, und kein Tank der Nachbarstaaten! Fachgerecht werden hinter dieser Verschanzung auf dem weiten Gelaende Schuetzengraeben ausgehoben und Wehrstellungen errichtet. An einer Stelle wird tief in die Erde ein kreisrunder Bunker gemauert, der Befehlsstand. Weicht die britische Front in Nordafrika zurueck, bricht die deutsche Streitmacht durch, soll die gesamte juedische Bevoelkerung Palaestinas in Haifa und auf dem Karmel versammelt werden. Und es wird Widerstand geleistet. Nicht alle wissen es, man munkelt. Einen Begriff, aus weit zurueckliegender Geschichte stammend, fluestert man als Schlagwort: Massada. Es ist anders gekommen. Bis El-Alamein, tief in Aegypten drin, stuermte der “Desert Fox” vor, da schlug ihn Montgomery zurueck. Ein paar hundert Kilometer, ein paar Tage trennten die Deutschen vom Heiligen Land. Die Wehranlagen auf dem Karmel und der Rettungsplan wurden gegenstandslos, Rommel aber, bald einem besseren Gewissen folgend, ward Opfer seines “Fuehrers”. Vereinsamt schweigen Pfeiler, Graeben und Bunker auf dem Berg, stumme Zeugen einer nicht geschehenen Geschichte. Was soll damit geschehen, wenn die Stadtgeschichte Haifas auf Ausdehnungsrecht besteht? Einmal noch sollte ihnen eine wenn auch nur aehnelnd zweckentsprechende Rolle zuteil werden. Ein Jahrzehnt spaeter, in den fuenfziger Jahren, hatte ich Reservisten auszubilden. Nach tagelanger Instruktion im Camp zogen wir ins Gelaende, das Erlernte zu ueben. Fuer je zwei Tage wurde der Bunker wieder Befehlsstand. Mit Kabeltrommeln zog man Telefonleitungen zu Feldtelefonen, auch in den Schuetzengraeben. An den Eisenpfeilern (Fortsetzung auf Seite 13)