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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1997-01-01 · No. 63 (1997) · p. Seite 10

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1997
Issue
No. 63 (1997)
Date
1997-01-01
Page
Seite 10 (sequence 1458)
Language
German
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DER HENKER VON RIGA (Der Tod des Henkers von Riga, von "Anton Künzle" und Gad Shimron, Keter Verlag, Israel) Vor uns liegt ein Tatsachenbericht einer Gruppe in Buchform welche sich "Those who will never forget" (Diejenigen welche niemals vergessen werden) nannten. Im September 1964 trafen sich 5 Israelis, welche in der Vergangenheit hohe Positionen im israelischen Sicherheitsdienst und im Militär innehatten. Einige Jahre vorher wurde Eichmann vom "Mossad1' aus Argentinien nach Israel gebracht und dort zum Tode verurteilt. Aber Tausende von Naziverbechern und Sadisten lebten versteckt, vor allem in Südamerika, und warteten nur darauf, dass es auch für sie und ihre Verbrechen eine Verjährungsfrist geben würde, und sie dann aus ihren Verstecks wieder ungestört auftauchen können. Diese Gruppe hatte es sich zur Aufgabe gemacht untergetauchte Naziverbrecher aufzustöbern und ihnen ihre gerechte Strafe zuteil werden zu lassen. In jedem Land, welches die Nazis im zweiten Weltkrieg eroberten, gab es sofort Gruppen welche mit den Deutschen koorperieren wollten und teilweise in die SS eingruppiert wurden. Eine ihrer Aufgaben war es Juden den Nazis auszuliefern und diejenigen welchen es gelang Verstecke zu finden, zu denunzieren. Insbesonders war der Antisemitismus in den osteuropäischen und baltischen Ländern sehr verbreitet und viele Einwohner schlossen sich der Nazibewegung an. Einem dieser Länder, Lettland, war eine kurze demokratische Periode (1920- 1934) beschieden. Diese war auch die Blütezeit der jüdischen Gemeinde in Riga, welche 1934 43,000 Mitglieder hatte (die Hälfte aller Juden Lettlands). Es gab dort viele jüdische Institutionen, Schulen und Gym- EINE ZEIT STIRBT (Fortsetzung von Seite 9) Else Levi-Mühsams Buch ist ein Gedenkbuch für zwei jüdische Dichter, welche am Ende einer Epoche lebten, welche, um mit Leo Baeck zu sprechen, für die Juden aus Deutschland ein für alle Mal vorbei ist. Es ist aber auch ein Gedenkstein für einen Dichter welcher von den braunen Horden ermordet wurde, der kein Grab hat um nach jüdischem > Brauch einen Stein darauf zu legen.Dieses Buch ist der Gedenkstein. M.E. Awi-Achija nasien in Yiddisch und Hebräisch, es lebten dort der berühmte Historiker Schimon Dubnow, Rabbi Jizchak Joseph Schneur, der Raw von Chabad, Rabbiner Dr. Mordechai Noruk, welcher lettisches Parlamentsmitglied war und nach seiner Rettung vom Holocaust in Israel Mitglied der Knesset und zeitweilig auch Postminister war.lm Jahre 1939, nach dem Ribbentrop-Molotow Abkommen zwischen Russland und Deutschland, kam Lettland, sowie Estland und Litauen unter russische Herrschaft. Nachdem Überfall Deutschlands auf Russland und dem Ausbruch des Krieges zwischen den beiden Ländern, wurden die baltischen Staaten bald von den Deutschen erobert. Mit dem Einmarsch der Deutschen in Lettland, kam die national-faschistische-antisemitische Partei an die Regierung. Alle Juden wurden in ein Getto gesperrt. Die Schergen dieser antisemitischen-faschistischen Regierung unter pem Befehl von Herberts Cukurs, wüteten in dem Getto mit einem unvorstellbaren Sadismus und Grausamkeit. Cukurs war persönlich verantwortlich für denTod von über 30,000 Juden im Rigaer Getto. Er selbst riss Säuglinge aus den Armen ihrer Mütter und erschlug sie, er folterte Kinder und Greise, Frauen und Männer und tötete sie dann. In das Rigaer Getto kamen auch Züge mit Juden aus Deutschland (auch aus Breslau) welche dort ihren Tod fanden. Über alle diese sadistischen Greultaten gibt es viele Zeugenberichte. Cukurs flüchtete im Jahre 1944 mit noch 70,000 lettischen Nazis nach Deutschland als die russische Armee sich Lettland näherte und dann eroberte. Nachdem Krieg kam er, wie viele der Naziverbrecher nach Südamerika. In Brasilien glaubte er untertauchen zu können, aber er wurde von Juden welche ihn aus dem Rigaer Getto kannten erkannt. Cukurs welcher sich vom Vermieten von Booten an einem Teiche in Rio de Yanero ernährte, musste die Stadt verlassen, nachdem eine Gruppe jüdischer Jugendlicher seine Boote zerstört hatte. Die Gruppe in Europa-"Those who will not forget" - welche es sich zur Aufgabe gemacht hatte untergetauchte Nazis aufzuspüren, hörte von diesem Naziverbrecher. Sie fanden heraus, dass er sich jetzt in San Paulo befand und beschlossen seinem Leben ein Ende zu machen. Der Leiter dieser Aktion - Yizchak, ein ehemaliger hoher Offizier in der israelischen Armee - nahm jetzt den Decknahmen "Anton Künzle" an. Er wurde in Deutschland geboren; war der Sohn eines berühmten Arztes. Sein Vater kam in Theresienstadt ums Leben und seine Mutter in Auschwitz. Er selbst kam 1934 allein nach Erez Israel. "Anton Künzle", getarnt als Geschäftsmann welcher Investitutionen in Südamerika sucht, bekam Kontakt mit Cukurs. Cukurs war einerseits bereit sich auf Geschäfte einzulassen bei welchen er verdienen konnte, andererseits aber war er sehr misstrauisch und ging nie ohne einen Revolver. Nachdem er sein Misstrauen überwunden hatte ("Künzle" sprach ein perfektes Deutsch und zeigte sich auch als guter Schütze bei einem Wettschiessen), gelang es "Künzle" ihn zu überreden mit ihm geschäftlich nach Uruguay zu kommen. Dort ereilte ihn in einer gemieteten Villa, die gerechte Strafe für seine sadistischen Untaten, von Menschen welche es sich zur Aufgabe gemacht hatten die Schergen Hitlers welche an dem Massenmord von 6,000,000 unschuldigen jüdischen Menschen beteiligt waren zu finden und zur Strecke zu bringen. Das Buch ist interessant und spannend geschrieben und verdient in viele Sprachen übersetzt zu werden. M.E.H. Prof. Dr. Nechama Leibowitz s.A. In Israel starb im gesegneten Alter von 92 Jahren die beruehmte Gelehrte auf dem Gebiet der Bibelwissenschaft, Prof. Dr. Nechama Leibowitz. Die in Russland Geborene, kam in den Jahren der Revolution mit ihrer Familie nach Berlin. Ihre Eltern sorgten fuer eine gediegene juedische Bildung ihrer Kinder durch Privatlehrer. Sie promovierte an der Berliner Universitaet mit einer Arbeit ueber "die Targumim zum Buch der Psalmen”. Nach dem Erhalt ihres Doktortitels wanderte sie im Jahre 1931 in Erez-Israel ein. Am Anfang lehrte sie am Lehrerinnenseminar des “Misrachi”. Von den 50er Jahren an dozierte sie an der Tel-Aviver und Jerusalemer Universitaet. Ueber 30 Jahre veroeffentlichte sie jede Woche Blaetter mit Erklaerungen zu dem jeweiligen Wochenabschnitt, welche insbesonders in den Kibbuzim des “Kibbutz HaDati” (die religioese Kibbuzbewegung) (Fortsetzung auf Seite 11)

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