Mannheim
Compact Memory

Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1997-01-01 · No. 63 (1997) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1997
Issue
No. 63 (1997)
Date
1997-01-01
Page
Seite 5 (sequence 1453)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/7506414-7411791-7411812--251-7411817
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

5 60 JAHRE ISRAEL PHILHARMONIC ORCHESTRA (Erinnerungen ) Als im Jahre 1933 die Nazis in Deutschland zur Macht gelangten und alle Juden aus ihren Stellungen entlassen wurden, machte es sich Dr. Singer zur Aufgabe die entlassenen jüdischen Künstler, Musiker, Schauspieler u.s.w. zu organisieren und sie im Rahmen des damals gegründeten Jüdischen Kulturbund" auftreten zu lassen. Zu ihm gesellte sich Dr. Werner Levie wel-cher der Generalsekretär der in vielen grösseren Städten Deutschlands gegrün-deten jüdischen Kulturbünde wurde. Aber schon 1933-34 fing die Auswanderungs-welle der Juden in Deutschland an. Mit dem Strom der Einwanderer aus Deutschland kamen sowohl Musiker, wie auch musiklie-bende Menschen nach Erez-Israel. So entwickelte sich schon 1933 ein kleines Juden in Schlesien (Fortsetzung von Seite 4) Die wenigen heute noch in Schlesien lebenden Juden stammen zumeist aus den früheren ostpolnischen Gebieten. Die kleinen und stark überalterten Gemeinden sind, trotz beachtlicher Bemühungen auch des ausländischen Judentums, vom Aussterben bedroht. Das schlesische Judentum lebt allein in der Erinnerung derer fort, die sich allmählich der Aufgabe besinnen, auch dieses bedeutende schlesische Erbe vor dem Vergessen zu bewahren. (Kulturpolitische Korrespondenz 30.9.1993) PROFESSOR FERDINAND JULIUS COHN - ZUM HUNDERTJAEHRIGEN TODESTAG Eine Reihe von Biologen und Microbiologen, zusammen mit den deutschen und polnischen m i c ro b i o I o g i s c h e n Gesellschaften, haben es sich zur Aufgabe gemacht das Grab des beruehmten Biologen und Bakteriologen Prof. Ferdinand Julius Cohn (29.1.1828 Breslau - 25.6.1898 Breslau) auf dem juedischen Friedhof in Breslau anlaesslich seines hundersten Todestages, zu restaurieren. Auf dem Grabe befindet sich nur noch eine kleine Platte mit dem Namen von Ferdinand und seiner Frau Pauline Cohn. Aber die grosse Platte (wahrscheinlich aus Metall) mit Inschrift und Wuerdigung von Professor Cohn existiert nicht mehr. Jeder welcher sich an die orginale Grabinschrift erinnert wird gebeten sich mit Donald H. Harter, M.D. Howard Hughes Medical Institute, 4000 Jones Bridge Road, Chevy Chase, Maryland 20815 - 6789, in Verbindung zu setzen. Orchester unter der Leitung von Se'ev (Wolfgang) Friedländer. Doch dieses Orchester litt unter anderem vor allem an Mangel von Bläsern ("Das ist ein fagottloses Land" witzelte man damals). Der berühmte Geiger Bronislav Hubermann welcher im Jahre 1934 in Erez-Israel war und mit diesem Orchester zusammen auftrat erkannte sofort was diesem fehlte. Er fasste den Plan ein neues grösseres Orchester aufzubauen, jüdische Musiker aus der ganzen Welt nach Erez-Israel zu bringen, und insbesonders entlassene jüdische Musiker aus Deutschland zu retten. So kam Werner Levie mit Hubermann in Verbindung. Am 2. November 1936 brachte das Dampfschiff "Tel-Aviv" die erste Gruppe von Musikern von Triest nach Erez-Israel. Diese Musiker wurden ein wichtiger Bestandteil des von Hubermann gegründeten Symphonieorchesters. Der berühmte Dirigent Toscanini, welcher aus politischer Überzeugung Italien verlassen hatte, erklärte sich bereit die ersten Konzerte zu dirigieren. Der ehemaliger Direktor der Frankfurter Oper, Wilhelm (William) Steinberg, welcher inzwischen in Erez-Israel eingewandert war, bereitete das Orchester vor. Am 27.12 1936 fand das Eröffnungskonzert statt. Die Konzerte, welche zuerst in dem Saal der "Levante Messe" in der Nähe des Tel-Aviver Hafens stattfanden, waren sehr gut besucht. Dr. Werner Levie traf sich 1936 mit Hubermann und Toscanini in Erez-Israel. Es wurde ein Plan ausgearbeitet einen Teil der Kulturbundorchesters nach Erez-Israel zu bringen. Doch dieser Plan konnte nicht verwirklicht werden. Nach den Novemberpogromen in Deutschland im Jahre 1938, wurde beschlossen keine Musik von Wagner mehr zu spielen. Dieser Beschluss ist bis heute gültig. Bis nach Beendigung des zweiten Weltkriegs waren die meisten Dirigenten des Orchesters Juden aus Deutschland, wie William Steinberg, Michael Taube und Georg Singer. Im Laufe der Zeit fanden die Konzerte im Saal des Ohel Theaters, im Zentrum Tel-Avivs, statt. In den dreissiger Jahren gab es die grosse Einwanderungswelle aus Mittelund Westeuropa. Viele Neueinwanderer mussten "umschichten" und aus ehemaligen Akademikern, Kaufleuten, Bankangestellten u.s.w. wurden Arbeiter und Landwirte, welche sich keine teueren Karten leisten konnten, aber trotzdem nicht auf kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte verzichten wollten. So kam es zu einem Abkommen zwischen dem Orchester und der "Histadrut", der Gewerkschaft, für unbemittelte Gewerk-schaftsmitglieder besondere Konzertserien zu veranstalten, deren Abonnements nur die Hälfte der gewöhnlichen Karten kosteten. Das Programm war aber das gleiche. In der Zeit des zweiten Weltkrieges, gab das Orchester, ausser seinen gewöhnlichen Konzerten, auch Konzerte für die Streitkräfte der Alliierten, im mittleren Osten. (Fortsetzung auf Seite 6) WAR AUCH PRAG OHNE JUDEN?? ln unseren "Mitteilungen" No. 61 brachter wir einen Brief von Frau Gaby Rehnelt unt Herrn Hans Adamo, in welchem sie ihre Empörung Ausdruck verliehen, dass be einer Sendung des "Zweites Deutscher Fernsehen" über Schlesien der Anteil de dort ansässigen Juden fast nicht erwähn wurde. Nach einer quasi Erklärung de: Autors dieser Sendung, Herr Ekkeharc Kuhn ("Mitteilungen No.62") welche nich sehr überzeugend war, wurde Pfingster 1997 wieder ein Dokumentarfilm in der ZDF gezeigt. Wie wir aus einem Brief von Frai Gaby Rehnelt erfahren, war es diesmal eine Sendung über die Zusammenarbeit vor Tschechen und Deutschen. Auch hie wurde, laut dem Brief von Frau Rehnelt, dir grosse Rolle jüdischer Schriftsteller welchr auch deutsch schrieben - der Prager Kreis verschwiegen. Max Brod. Franz Kafka Auguste Hauschner u.a.m. existieren nicht Nachstehend der Brief von Frau Rehnelt ar die Redaktion des Z.D.V. "Sehr geehrter Herr Kuhn, Um mich kurz zu fassen: Es ist schon eir starkes Stück, in einer grossen 2-teiligen TV Sendung über Deutsche und Tschechen ir Böhmen und Mähren, ein gutes Beispiel vor Zusammenarbeit und Feundschaft vor tschechischen, deutschen und jüdischer Literaten zu verschweigen - den 'Präge Kreis' (bis zum Einmarsch deutsche Faschisten). Ach ja, und schon mal was vor Franz Kafka gehört? Auf wen haben Sit diesmal Rücksicht nehmen müssen? Unc was werden Sie nächste Pfingster ausblenden, wie schon 1996? Fragt sich mi freundlichen Grüssen, Gaby Rehnelt.'

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.