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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1997-01-01 · No. 62 (1997) · p. Seite 12

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Das Museum der Geschichte der luden in Deutschland im „Industriepark Teten" Der Industriepark in Tefen in Westgaliläa und das Museum zum Andenken an das Judentum in Deutschland, sind Werke, welche von zwei Menschen allein geschaffen wurden (jeder auf seinem Gebiet), Werke die im allgemeinen nur von Gruppen bewältigt werden können. Der Industrielle Stef Wertheimer errichtete hier eine Industrie, welche zu den grössten in Israel zählt. Der im Alter von neun Jahren in Erez-Israel Eingewanderte, welcher von klenen Anfängen an, sich zu einem Grossindustriellen entwickelte, verkörpert in seiner Persönlichkeit, die Tradition des jüdischen Bürgertums in Deutschland, welches neben ihrer beruflichen Tätigkeit, auch Zeit und Liebe für Kunst und Wissenschaft fand. So ist es nicht zu verwundern dass in diesem Industriepark auch Museen und Säle für Ausstellungen vorhanden sind. Beim Eingang, auf grünen Rasenflächen, stehen Skulpturen von modernen israelischen Künstlern. Die Anfänge des Museums zur Geschichte der Juden in Deutschland, waren in Naharija, eine Stadt welche von Juden aus Deutschland gegründet wurde. Dort machte es sich Israel Schiloni (als Hans Herbert Hammerstein in Berlin geboren) zur Aufgabe, die Geschichte des Judentums Deutschlands dokumentarisch in Form eines Museums festzuhalten. Jede Sache, jeder Gegenstand, jedes Buch und jedes Bild, welches mit dem Judentum Deutschlands verbunden war, brachte er in „sein” Museum. Stef Wertheimer wurde auf diese Sammlung aufmerksam, und erklärte sich bereit derselben ein Museum, in seinem Industriepark zur Verfügung zu stellen. So konnte ein Museum entstehen, welches dem Erbe des Judentums Deutschlands würdig ist. Die heutige Museumsdirektorin, Fr. Ruth Offek, arbeitet unermüdlich an der Vergrösserung und Bereicherung dieses Museums. Das Museum ist in verschiedene Abteilungen geteilt, von denen jede eine bestimmte Sparte des jüdischen Lebens behandelt. Wir sehen das im Jahre 321 erlassene Edikt des römischen Kaisers Konstantin an die Juden von Köln, welches ihnen die bürgerlichen Rechte gewährleistet; das Material über die Juden im Mittelalter. Die Raschi-Synagoge in Worms und das Grab von Rabbi Meir von Rothenburg welcher im Kerker starb, und in einer halachischen Entscheidung an seine Schüler, welche ihn mit einer grossen Geldsumme von dem damaligen Fürsten loskaufen wollten, bestimmte, das es verboten sei Lösegeld an judenfeindliche Fürsten zu zahlen, da diese dadurch noch mehr zum erpressen neigen. Aber nicht nur religiöse Persönlichkeiten des Mittelalters und von Anfang der Neuzeit finden wir hier, sondern auch z.B. den Minnesänger Süsskind von Trimberg. Es gibt hier eine Fülle von Dokumenten wie z.B. der 1724 erlassene Befehl zur Vertreibung der Juden aus Berlin welcher 1730 wieder aufgehoben wurde, und so Juden wieder zurückkehren konnten. Aber das war mit verschiedenen Beschränkung verbunden; so der Kauf von Passierscheinen und Heiratserlaubnis für Juden welche mit dem Pflichtkauf von Porzellan (Judenporzellan genannt) verbunden waren. Bilder von Mendelssohn und den Wegbereitern der Wissenschaft des Judentums, Lipman Jom- Tov Zunz, Zacharias Frankel, Heinrich Grätz einerseits, und von Renegaten wie Heine, Börne, Marx und den Frauen der „Salons” wie Rachel Warnhagen-Levin und Henriette Herz (von denen der Historiker Heinrich Grätz mit beissendem Spott bemerkte, dass das Beste was sie dem Judentum taten, war dass sie es verlassen haben) andererseits. Bilder von Vertretern der orthodoxen (S. R. Hirsch, N. Nobel, J. Carlebach), wie auch der liberalen Richtung (A. Geiger), hängen friedlich nebeneinander. Ca. 2300 Bücher von jüdischen Autoren verfasst, Prosa und Gedichtssammlungen, Bücher über jüdische Themen, und Werke über die Wissenschaft des Judentums. Neben Exemplaren der jüdischen Presse in Deutschland, Ex Libris von jüdischen Bibliophilen, liegen Gebetbücher, Pessach-Hagadot und andere heilige Schriften. Wir sehen Bilder von berühmten Malern wie z.B. Lesser-Uri; Schauspieler und Intendanten, Komponisten und Dirigenten. Auch von den Commedian Harmonists und ihrem Leiter Erich Frommermann (2 Mitglieder waren Söhne von Chasanim) Handel und Industrie, Jugend und Sport, haben ihren besonderen Platz. So auch die Bilder der Synagogen, welche ihren besonderen Stil hatten. Sehr interessant ist die Abteilung über das Verhältnis der Juden Deutschlands zu Erez-Israel am Ende des vorigen und am Anfang dieses Jahrhunderts. Die Gründung des „Scha-are Zedek” Hospitals durch Dr. Wallach, das „Kolel” (Gemeinde und Lehrhaus) HOD (Holland u. Deutschland), die Institutionen des „Ezra-Verbandes”, von welchem die Intiative zur Gründung eines Lehrerseminars und des Technion in Haifa stammten. Das Museum zeigt welchen Einfluss die Juden aus Deutschland auf die zionistische Organisation und nach der Gründung des Staates Israel auf diesen hatten. So waren die ersten zwei Staatskontrolleure, Dr. Siegfried Moses und Dr. Ernst Nebenzahl, welche dem Amt ihr Gepräge gaben Einwanderer aus Deutschland. Dasselbe gilt für das Gerichtswesen in Israel. Der erste Justizminister, Pinchas Rosen (ehemals Felix Rosenblüht) und der erste Vorsitzende des obersten Gerichtshof, Dr. Samora, kamen gleichfalls aus Deutschland. Alle kann man auf Bildern im Museum sehen. Es sind dort eine Fülle von Sachen, welche jedem von uns die Vergangenheit in Erinnerung bringen. Für uns sind es Erinnerungen; für unsere Kinder und Enkel „Schoraschim" — Wurzeln, welche ihnen das Leben und Wirken ihrer Vorfahren lebendig machen. Aber mehr noch ist es ein Denkmal, welches jedem zeigt, was das jüdische Volk dem Judentum Deutschlands zu verdanken hat, und was für Unmenschen es waren die dem Judentum mit der Vernichtung gedroht haben. Die Errichtung des Staat Israel ist der Sieg des jüdischen Volkes über die grossen Verbrechen der Nazis. Das Museum ist eine würdige Gedenkstätte für das Judentum Deutschlands und für seinen Gründer Herr Israel Schiloni s.AS Herrn Stef Wertheimer, welcher den Platz für dieses Museum zur Verfügung stellte und der Museumsdirektorin Frau Ruth Offek, welche keine Mühe scheut dieses Museum zu erhalten und immer mehr zu erweitern, gilt unser herzlicher Dank. „Yascher Coach”! M. E. HAUSCHNER Der RawDer Lord (RABBINER Dr. IMMANUEL JAKOBOWITZ, von MICHAEL SCHASCHAR.) Michael Schaschar (Scherschewski) ist kein unbekannter Autor von Büchern über Persönlichkeiten, welche ausserhalb des allgemeinen Konzensus stehen, so wie: Jeschajahu Leibowitz, Rechawam Se'ewi (Gandi), der ehemalige Richter am obersten Gerichtshof Chajim Cohen. Seine Bücher sind keine Biographien im eigentlichen Sinne sondern Interviews. In seiner neuen Biographie! über den ehemaligen Oberrabbiner von England und dem „British Commonwealth", erfahren wir auch hier alles Wesentliche und Wissenswerte durch die Antworten von Raw Jakabowitz auf die Fragen von Schaschar. Das Buch ist in 20 Kapitel eingeteilt. Das erste Kapitel — betitelt Jerusalem — behandelt das jüdisch-arabische Problem der Haup;stadt Israels. Hier fängt die Problematik des Buches an. Es behandelt umstrittene Dinge, und Rabbiner Jakobowitz scheut sich nicht seinen Ansichten Ausdruck zu verleihen, auch wenn sie im Gegensatz zu der Mehrheit stehen. Kapitel 2—8 sind die Biographie von Raw Jakobowitz — von seiner Geburt in Königsberg an bis zu seiner Berufung als Oberrabbiner von England, und seiner Ernennung als Lord. Wir bekommen einen Einblick in sein Elternhaus (wir erfahren auch etwas über die diversen Grosseltern und ihre Familien ■— fast alle Rabbiner), seine Jugend und Studien, und die verschiedenen Rabbinate welche er innehatte. Seine Ausbildung erhielt er am Rabbinerseminar (Jewish College) in London und an der Universität. Aber ausserdem lernte er auch in der Jeschiwa in London. In diesen Kapiteln lesen wir über seinen Kontakt mit den Gemeindemitgliedern und anderen religiösen Verbänden, wie z. B. Chabad in Irland. Der Vater von Raw Jakobowitz war der orthodoxe Rabbiner in Königsberg und er vereinigte die dort bestehende Austrittsgemeinde mit der Grossgemeinde. Auch in Berlin war er Rabbiner und „Aw Beth Din" der Einheitsgemeinde und auch Raw Jakobowitz ist der Verfechter des Gedankens der Einheitsgemeinde. Im 8. Kapitel wird ausführlich über seine Arbeit als Oberrabbiner von England und dem British Commenwealth berichtet. (Fortsetzung auf Seite 13) SUCHANZEIGE Er wird gesucht: ULRICH WEISSTEIN aus Breslau, zuletzt Wiesbaden, Kapellenstr. 76, von GÜNTER SIEBNER, Tel-Aviv, Leastr. 14. 12

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