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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1997-01-01 · No. 62 (1997) · p. Seite 3

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1997
Issue
No. 62 (1997)
Date
1997-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Jerusalem, die Hauptstadt des Jüdischen Volkes-3000 Jahre Der jüdische Philosoph Philo von Alexandrien, welcher vor ca. 2000 Jahren lebte schrieb schon damals: „Jerusalem ist nicht nur die Hauptstadt von Judäa sondern auch (für die Juden) in vielen Ländern"; d. h. die Hauptstadt des ganzen jüdischen Volkes, welches damals schon in den verschiedensten Ländern lebte. Diese Sachlage hat sich seit damals bis auf den heutigen Tag nicht geändert. In den 2000 Jahren der jüdischen Diaspora, hat das jüdische Volk immer in Jerusalem seine Hauptstadt gesehen. Man betete in Richtung Jerusalem; man fastete am 9. Aw, dem Tag der Tempelzerstörung (des 1. und des 2.); man zerbrach ein dass bei der Trauungszeremonie zum Andenken an die Zerstörung des Tempels. Mohamedanische und christliche Herrscher kämpften um Jerusalem, aber Jerusalem blieb in seiner Zerstörung bis die jüdischen Einwanderer der Neuzeit versuchten Jerusalem wieder zum Zentrum des jüdischen Volkes zu machen. Viele Jeschiwot entstanden und die hebräische Universität wurde gegründet; Kunst und Wissenschaft blühten auf. Die Periode der Britischen Mandatsherrschaft (auf Grund der Entscheidung des Völkerbund nach dem ersten Weltkrieg), war für die jüdische Bevölkerung nicht allzu gut. Trotzdem die englischen Mandatsherrscher die Aufgabe ha'ten den jüdischen Yischuw, laut der Balfourdeklaration, zu fördern, taten sie (Fortsetzung von Seite 2) Die Synagoge, 1827—29 von Karl Friedrich Langhans, dem Sohn des Baumeisters des Brandenburger Tors, im neuklassizistischen Stil erbaut, war Ausdruck des wachsenden Selbstbewusstseins der Juden in Schlesien nach der preussischen Judenemanzipation von 1812. Sie gilt als eine der schönsten Synagogen Deutschlands. Nachdem 1872 der liberale Teil der Gemeinde eine grosse neuromanische Synagoge errichtete, blieb die Synagoge „Unter dem weissen Storch” den orthodoxen Gemeindemitgliedern Vorbehalten. Die Jüdische Gemeinde in Wroclaw, die inzwischen wieder auf fast 2000 Mitglieder angewachsen ist, rund 400 davon sind aktiv am Gemeindeleben beteiligt, versuchte seit Ende der 80er Jahre ihr Gotteshaus zurückzuerhalten. Eric F. Bowes, der in Breslau geboren wurde und heute in Florida lebt, setzt sich seit Jahren für die Rückerstattung und Renovierung der Synagoge ein. Er hat eine persönliche Beziehung zu der Synagoge, da sein Grossvater, Abraham Cantor, für den Bau des Gotteshauses Geld stiftete. Eric F. Bowes engagiert sich ebenso für den Erhalt des grossen jüdischen Friedhofes im Breslauer Stadtteil Cosel. Im Gegensatz zum alten jüdischen Friedhof, auf dem unter anderen Ferdinand Lassalle bestattet ist, gibt es für die Renovierung des ausserhalb des Zentrums gelegenen Coseler Friedhofs keine Gelder aus Deutschland. öfters gerade das Gegenteil, um sich bei den Arabern „lieb Kind" zu machen. Die Zeit der englischen Herrschaft ist eine Verbindung von Erfolgen und Misserfolgen. Auf der einen Seite sorgten die Engländer für das Pflastern von Strassen, aber bei den Unruhen der arabischen Terroristen gegen den jüdischen Yischuw waren sie fast immer „wohlwollend neutral" auf der Seite der Araber. Trotz der immer ansteigenden Zahl der jüdischen Bevölkerung in Jerusalem war der Bürgermeister immer ein Araber und nur sein Stellvertreter ein Jude. Aber trotz der Hindernisse und Hemmungen von seiten der Engländer war die Entwicklung des jüdischen Jerusalems ein grosser Erfolg. Jerusalem wurde ein nationales Zentrum,- die nationalen Institutionen wie die Jewish Agency und der „Va'ad Hal'umi"; neue Wohnviertel entstanden: die Universität erweiterte sich und Kaffeehäuser im europäischen Stil wurden eröffnet. Die Entstehung des Rechawjaviertels, zum grossen Teil durch Einwanderer aus Mittel- und Westeuropa gaben diesem Teil der Stadt ein europäisches Gepräge. Diese Entwicklung war den Arabern ein Dorn im Auge. Der 1920 angefangene arabische Terror, wiederholte sich 1929 und gelangte zu seinem Höhepunkt im Jahre Inzwischen sind die Grabsteine und das Ehrendenkmal für die im ersten Weltkrieg gefallenen jüdischen Soldaten auf dem Coseler Friedhof von einem Wald überwuchert und einige der 12.000 Gräber wurden von polnischen Neonazis durch Hakenkreuzschmierereien geschändet. Obwohl die in Warschau beheimatete „Deutsch-polnische Stiftung” mehrere Millionen DM von der deutschen Bundesregierung erhielt, um historische Gebäude in Polen vor dem Verfall zu retten, gibt sie für den jüdischen Friedhof in Cosel keine Gelder. Ihre Begründung: die Stiftung unterstützt in jeder Stadt nur jeweils ein Projekt. Ironischerweise fördert sie aber in einigen polnischen Städten die Renovierung mehrere katholischen Kirchen. Auch bei dem Rechtsstreit um die Rückgabe der alten Synagoge musste die Jüdische Gemeinde herbe Rückschläge vor Gericht, und den massiven Widerstand des schlesischen Wojwoden erleben. Nur mit Hilfe des deutschen Konsuls in Breslau, Rabbi Chaskel Besser von der New Yorker Ronald S. Lauder Stiftung und Eric F. Bowes gelang es, am 30. April 1996 die Eigentumsrechte zurückzuerhalten. Im Juli 1996 konnte die Gemeinde mit der Renovierung des historischen Gebäudes beginnen. Der finanzielle Aufwand wird wahrscheinlich über 4,2 Millionen US-Dollar betragen. Christian Seipel Aufbau, 3.1.1997 1936. Die Hetze des Jerusalemer Muftis Hag’ Emin El-Husseini (der im 2. Weltkrieg nach Deutschland geflohene Komplize Hitlers) fand grossen Anklang bei den arabischen Massen. Das am 17. Mai 1939 von den Engländern veröffentlichte „Weissbuch", stoppte die jü- . dische Einwanderung fast ganz, und verschiedene Gebiete des Landes wurden für jüdische Ansiedlungen verboten. Die Beziehungen der jüdischen Institutionen zu den der Engländer, welche sich beide in Jerusalem befanden, wurden gespannt. Als nach dem Ende des zweiten Weltkrieges die anti-jüdischen Massnahmen der Engländer noch verstärkt wurden, vereinigten sich 1945 die drei jüdischen Organisationen „Hagana", „Ezel" und „Lechi" zu einer vereinten Widerstadsbewegung — „Tnuat Hameri". Da die Engländer sich in Jerusalem besonders bedroht fühlten, umzäunten sie das ganze Gelände der Regierungsgebäude, so dass es wie eine Festung wurde. Es wurde von jüdischer Seite „Bevingrad" genannt — nach dem Namen des betont antijüdischen englischen Aussenministers Bevin. Als nach der Gründung des jüdischen Staates im Jahre 1948, die arabischen Staaten über diesen herfielen und die Jerusalemer Altstadt von Jordanien erobert wurde, kam es zur Teilung von Jerusalem. Der jüdische Teil von Jerusalem wurde zur Hauptstadt Israels proklamiert und alle Regierungsinstitutionen sowie auch die Knesset (das Parlament) sind in Jerusalem. Nachdem 6-Tagekrieg im Jahre 1967 wurde die .Altstadt befreit und Jerusalem wurde vereinigt. Thoralernen, Kunst und Wissenschaft, Museum, Theater und Symphonieorchester, Handel und Industrie erreichten einen neuen Höhepunkt. Das Hadassakrankenhaus und die Universität geniessen einen internationalen Ruf und Wissenschaftler aus der ganzen Welt treffen sich dort bei wissenschaftlichen Kongressen. Massen von Touristen aus allen Ländern und von allen Religionen besuchen die Stadt. ' Die von den Arabern geschändeten Synagogen und die Klagemauer wurden wieder restauriert und das jüdische Viertel in der Altstadt neu aufgebaut. Die wichtigsten Behörden und Institutionen, wie Regierung, Parlament, Jeschiwot, Universität und insbesonders Yad Wa’Schem — zum Andenken an unsere 6 Millionen, durch die Nazis und ihre Schergen ermordeten, Brüdern und Schwestern, und die dazu gehörende Allee der „Gerechten aller Völker" welche unter eigener Lebensgefahr Juden retteten befinden sich in Jerusalem. Jerusalem machte sich die Proklamation des damaligen Verteidigungsminister Mosche Dayan zur Devise, welcher am 7. Juni 1967 erklärte: „Den Gläubigen aller Religionen, Christen und Mohamedaner, versichere ich volle Glaubensfreiheit und Wahrung ihrer religiösen Interessen. Wir kamen nicht nach Jerusalem um , die heiligen Stätten zu erobern, sondern die Einheit der Stadt zu versichern und mit Allen in Eintracht zu leben". Unser Glückwunsch gilt der Stadt und allen ihrer Bewohner. M. E. AWI-ACHIJAH BSi B9 H Wiederaufbau der einzigen erhaltenen Synagoge in Breslau t: Ui 3

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