Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1996
- Issue
- No. 61 (1996)
- Date
- 1996-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 1421)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Von der Aufklärung und Emanzipation bis zum Holocaust Die Zeitspanne von Moses Mendelssohn bis zum Ende des Judentums in Deutschland, ist eine der faszinierenden Perioden der jüdischen Geschichte der Neuzeit. Derselben ist das Buch von Dr. Ben-Awner gewidmet. Nach einer kurzen Einführung in das Thema, beschreibt Dr. Ben-Awner die Epoche und den Einfluss der nichtjüdischen Umwelt auf die jüdische Bevölkerung. Der Hass gegen die Juden ist weit verbreitet. Es ist kein Unterschied zwischen der reaktionären Kaiserin Maria-Theresia, welche sich äusserte: „Ich kenne keine ärgere Pest... als diese Nation..." und dem sogenannten „aufgeklärten" Friedrich II, an dessen Hof der französische Philosoph Voltaire, Agitator der „Aufklärung" und einer der Wegbereiter der französischen Revolution lebte, welcher sich als Verfechter der Menschenrechte brüstete, aber wie der preussische König Friedrich II ein Hasser der Juden war. Im 2. Kapitel setzt sich der Verfasser mit der Entwicklung des modernen Antisemitismus in Deutschland auseinander. Die Entwicklung vom religiösen Judenhass zum Antisemitismus nationaler und rassistischer Prägung. Und genau in dieser Zeit versuchten Juden in Deutschland, nachdem sie sich schon die allgemeine Bildung (oft auf Kosten der jüdischen) angeeignet hatten, sich der allgemeinen Umwelt anzugleichen. Wenn auch die Gleichberechtigung und die Emanzipation auf dem Papier standen — aber praktisch war man noch weit davon entfernt. Die meisten Regierungsämter, sowie auch die akademischen, waren vor ihnen verschlossen. Und in dieser zwiespältigen Lage hatten die Juden in Deutschland ihre Identität zu suchen. So kam es dass ein Teil der Juden in Deutschland versuchte, im Einklang mit der damaligen aufkommenden Reformbewegung, sich von dem normativen Judentum zu entfernen. Um diesem Abfall entgegen zu treten, wurden 3 Rabbinerseminare gegründet. Das erste durch Secharja Frankel in Breslau, das Beispiel für die positiv-historische konservative „Breslauer Richtung". Nach diesem Beispiel wurden auch die Seminare in Wien, Budapest, Paris und London gegründet. Geiger gründete in Berlin die liberale „Hochschule für die Wissenschaft des Judentums" und Esriel Hildesheimer das orthodoxe Rabbinerseminar, ebenfalls in Berlin. In Breslau wurde auch die berühmte „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" herausgegeben, an welcher sich Gelehrte aller Richtungen beteiligten. Der Verfasser beschreibt dann die Geschichte der von Rabbiner Samson Raphael Hirsch in Frankfurt am Main gegründeten orthodoxen Austrittsgemeinden. Und das im Gegensatz zu den orthodoxen Verfechtern der Einheitsgemeinden, wie Rabbiner Bamberger in Würzburg, Rabbiner Unna in Mannheim u.a.m. Aber das Vorbild der Einheitsgemeinde war und blieb Breslau. Dr. Ben-Awner beleuchtet die verschiedenen Seiten der Juden in Deutschland und kommt zu dem Schluss, dass sowohl die Liberalen sowie auch die Orthodoxen sich sehr deutsch-patriotisch fühlten. Im Gegensatz zu den Neu-Orthodoxen von der Hirsch'schen Schule, stand einer der grössten halachischen („Jüdische Identitätssuche in Deutschland von der Aufklärung bis zum Nazismus" von Dr. Jehuda Ben-Awner) Kapazitäten des 19. Jahrhunderts — Rabbi Mosche Ssofer aus Pressburg (Chatam Ssofer). Der in Frankfurt am Main Geborene, verneinte jegliche Emanzipation, welche seiner Ansicht nach zur Assimilation und daher zum Untergang des Judentums führen muss. Der neu entfachte Antisemitismus in Deutschland und Oestereich am Ende des 19. Jahrhunderts, die Pogrome in Russland und der Dreifuss-Prozess in Frankreich, führten schliesslich zur Gründung der zionistischen Bewegung durch Theodor Herzei und gleichgesinnten Gefährten. Die Mitglieder dieser Bewegung sahen, dass Deutschland im besten Falle nur als Gastland zu betrachten sei, und die eigentliche Lösung der Judenfrage nur eine nationale, in Erez-Israel, sein kann. Dadurch kam es zu Konflikten zwischen den zwei Weltanschauungen: der zionistischen und der assimilatorischen. Auch in der nach d. 1. Weltkrieg entstandenen Weimarer Republik entwickelte sich ein starker Antisemitismus dessen Höhepunkt der Sieg der Nazis 1933 war, und dem entsprechend auch der Zionismus von einem grossen Teil der Juden in Deutschland akzeptiert wurde. In einem seiner Vorträge an der jüdischen Volkshochschule in Breslau, im Jahre 1935, definierte Dr. Willy Cohn den Unterschied zwischen dem Historiker und dem Chronisl wie folgt: Der Chronist beschränkt sich auf die Beschreibung der Tatsachen, während der Historiker subjektiv zu diesen Tatsachen Stel- 1) Suche Bekannte die Herbert Läufer kannten, welcher in der Kaiser Wilhelmstr. gewohnt hat. 2) Suche Bekannte, die in Gogolin-Oppeln gewohnt haben. Zu wenden an: Chanan Hadar (Hausdorf), Gan Omer, Omer. □ 1) Textilfabrikant, Carl Lewin und Sohn Leo sind nach Nordengland ausgewandert und haben entweder in Durham oder Bishop Auckland eine Fabrik gegründet. Wer weiss ob noch Nachkommen existieren? 2) Carl Sachs (ein Vetter meines Grossvaters) hatte eine Villa in der Kleinburgstrasse in Breslau. Er starb kinderlos in der Schweiz. Wer kannte ihn? Zu wenden an: Rosemarie Steinfeld, 10 NorthSummit Str. Tenafly, N. J. 07670, U.S.A. □ 1) Suche Material für meine Forschungsarbeit über „die jüdische Herkunft des Generalmarschalls Erhard Milch". Dessen Vater war bekanntlich Marinestabsapotheker Anton Milch (1934 in Kiel gestorben). Antons Eltern waren Commissionsrath Benno Milch und Lina Milch geb. Seliger aus Ratibor. lung nimmt. Dr. Ben-Awner ist Historiker. Es muss ein für alle Mal gesagt werden, dass nicht alle welche Nicht-Zionisten waren, Assimilanten waren. Die Bewegung von Rabbiner Samson Raphael Hirsch „Thora mit Derech Erez" rettete das thoratreue Judentum in der ganzen Welt vor dem Abfall vom Judentum. Die „Jeschiwot Hatichoniot" in Israel (und bestimmt auch die „Bar-Ilan Universität") sind Beispiele dafür. Die in Deutschland erstandene „Wissenschaft des Judentums" brachte die Forschungen auf diesem Gebiet zu einem Hochstand, welche heute in der ganzen Welt, und besonders in Israel, weitergeführt werden. In einem Vortrag über Franz Rosenzweig, am 15. Juni 1956 in Münster gehalten, führte Dr. Leo Baeck aus, dass es in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts eine grosse „jüdische Renaissance" im Judentum Deutschlands gab, welche sich in allem zeigte: „...in einer jüdischen Orthodoxie und in einem religiösen Liberalismus, in einer jüdischen Zipnsbegeisterung und in einem Universalismus... die Enkelkinder wurden wieder fromm, frömmer als Eltern und Grosseltern es gewesen; sie wurden innerlich jüdisch, innerlicher noch als Grosseltern und Urgrosseltern gewesen waren..." (Von Moses Mendelssohn zu Franz Rosenzweig, Ss. 44-45). Das Judentum Deutschlands existiert nicht mehr. Es ist zum Teil in alle Teile der Welt zerstreut, zum Teil den Schergen der Nazis zum Opfer gefallen. Aber das Erbe des Judentums Deutschlands existiert. Die Wissenschaft des Judentums wird in der ganzen Welt gelehrt und geforscht und bleibt ein Ruhmesblatt in der jüdischen Geschichte. M. E. Ssaw-Mor 2) Auch bitte ich um Auskunft über die Familie Wehlau. Dr. jur. Alfred Wehlau (Goethestr. 55) wohnte noch 1934 in Breslau (VersicherungsagenCDirektor). Informationen bitte an: Professor Dr. Klaus Herrmann, Department of Political Science, Concordia University, Montreal. □ Suche nach Informationen über das Schicksal und den Verbleib der jüdischen Arztfamilie Sultan aus dem früheren Freiburg in Schlesien. Besonders interessiert bin ich am Schicksal der Johanna Sultan, die etwa 1916 oder 1917 geboren sein muss. Mit Informationen bitte wenden an: Prof. Michael Klein, Eschenweg 11, 96450 Coburg- Beiersdorf. □ Mrs. I. Graham (ehm. Ilse Roth) such Verbindung mit ehm. Bekannten. Ihr Vater war Otto Roth angestellt bei Lippman Bloch. Ihr Onkel war R. A. Franz Roth. War Schülerin an der jüdischen Schule am Anger. Zu wenden an: Mrs. I. Graham, 73 Shepherds Lane, Sloughton, Guilford Surrey GU2, 65 N SUCHANZEIGEN 23