Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1996
- Issue
- No. 61 (1996)
- Date
- 1996-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1422)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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DIE NEUN HAUPTSTÄDTE von HEINZWERNER GOLDSTEIN Wir müssen gestehen, unsere Schulkenntnisse sind vernebelt, ungenau, vielleicht vergessen. Zu den Vorstellungen, an die man glaubte, gehörte, dass die Haupstädte in der geschichtlichen Zeit Jerusalem, und nach der Teilung nach dem Tode Salomos, Schomron geheissen haben. In der Bibel leseni wir, dass es neun Orte gab, die irgendwann Residenzen waren, Hauptstädte. Die unter Jehoschu'a einwandernden Stämme bringen die Bundeslade, das fahrbare Heiligtum' nach Schilo. Dort werden die ,Lose', für die Verteilung des Landes unter den Stämmen gezogen. Der Ort wird zum geistigen Zentrum der Richterzeit, die erste, wenn man will, staatliche, politische Repräsentation der Stämme. Schilo liegt 48 Kilometer nördlich Jerusalems, auf dem Wege nach Sch'chem, auch Nablus, der Neapolis, der neuen Stadt der Römer. Von Schilo wird die Bundeslade von den Philistern geraubt. Später, nachdem sie zurückgegeben wurde, in Kirjat Je'arim, der Waldstadt, aufgestellt. Der Ort, westlich von Jerusalem, lag ungefähr dort, wo seit dem Jahre 1920 der Kibbuz Kirjat Anawim, der Ort der Trauben, siedelt. Samuel, der Seher, wie die ersten Propheten genannt werden, die der Richterzeit folgen, residiert in Mizpe, der Warte, einem Platz 13 Kilometer nördlich Jerusalems, im Gebiet des Stammes Benjamin. In Mizpe versammelt Samuel das Volk, ruft es zum Kampf gegen die Philister auf, dort richtet er, und DAS SONDERRECHT FÜR DIE JUDEN IM NS-STAAT J. Walk (Hrsg.), 2. Auflage Die von Prof. Walk in Buchform herausgegebene Sammlung der anti-jüdischen Gesetze und Bestimmungen im Nazi-Deutschland, ist jetzt im Taschenbuchformat erschienen. Sie sind eine wichige Quelle für jeden Forscher der Geschichte der Juden in Deutschland. All diesen unmenschlichen Gesetzen und Bestimmungen ein „legales" Mäntelchen umzuhängen weist auf die Kulturstufe dieser „Gesetzgeber" hin. * Das Buch ist zum verbilligten Preis 39.40 DM oder 80.— Schekel (einschl. Lieferung) zu erhalten. Prof. Walk, Leo Baeck Institute, Jerusalem 93229, Bustanaist. 33. * wählt auf Verlangen der Massen ihnen einen König aus dem Stamme Benjamin. Als König errichtet Schaul seine Residenz in seinem Heimatort Gibe'a, dem Hügel, 5 Kilometer nördlich Jerusalems, das heutige Tel el Fui, den Erbsenhügel, den Robinson schon 1837 als Gibe'a identifiziert hat. Sein Nachfolger, König Dawid, residiert 7 Jahre und sechs Monate in Hebron, im Stammgebiet Jehuda, bevor er Jerusalem erobern kann, und zu seiner Hauptstadt ernennt, einem Ort, auf den keiner der Stämme Anspruch erheben kann. (Vielleicht haben die Amerikaner von ihm gelernt, als sie Washington, zur Hauptstadt machten, auch sie gehört zu keinem der Staatsgebiete der USA.). Nach der Teilung des Landes erhebt Jerobe'am, der mit dem „Volk hadert", Sch'chem zur Hauptstadt seines neuen Staates, Israel, dem strategisch gut gelegenen Ort in Samaria. Es ist interessant, was Heinrich Graetz, der jüdische Historiker dazu schreibt: „Allein die Sichemiten, die Führer des Stammes Ephraim, welche Jeröbeams Thronbesteigung gefordert hatten, waren zu keiner Zeit zuverlässige Bundesgenossen und noch weniger gefügige Untertanen! „Nach Reibereien verliess Jerobe'am Sichern und machte Tirza, heute Talusa, zu seiner Reridenz". Jerobe'am verbietet die Wallfahrt nach Jerusalem und lässt Stierbilder als Heiligtümer aufstellen, in Bet El, im Süden, an der Grenze seines Gebietes mit Jehuda, wie in Dan, im äussersten Norden. Tirza bleibt nicht die letzte Hauptstadt. Ungefähr vierzig Jahre später erschüttern Parteienkämpfe das alte Israel. Die ,Regierungen', die Könige, wechseln in schneller Folge. Ein gewisser Omri, ein Feldhauptmann, übernimmt die Herrschaft von Simri, der nur sieben Tage regiert hat, und der sich in seinem Palast in Tirza verbrennt, als das Heer mit Omri die Stadt belagert. Omri, dessen Sohn Ahab dem Herrscherhaus den Namen gibt, regiert sechs Jahre in Tirza, dann kauft er, so berichtet die Bibel, einen Hügel von einem Herrn Schemer, auf dem er sich seine Burg, seine Residenz, errichtet, Schomron, nach dem Vorbesitzer des Grundstückes benannt, das heutige Samaria oder Sebastie. Der Ort liegt, wie ein Blick auf die Karte zeigt, einige Kilometer westlich von Sch'chem, Nablus. Nach dem Fall Jerusalems im Jahre 586 B.S.E. lebt und regiert Gedalja, Sohn Amikams, kurze Zeit als „Statthalter" in Mizpe, wo er ermordet wurde. * Neun Namen, neun Residenzen, Hauptorfe zu ihrer Zeit, die alle, und das ist interessant, in einer geographischen Linie, der Nordsüdachse des Landes liegen, der Wasserscheide, von wo aus die Flüsse und Niederschläge entweder nach Osten, zur Jordansenke mit dem Toten Meer oder nach Westen, zum Mittelmeer, abfliessen. Von Hebron im Süden bis nach Sch'chem und Tirza im Norden. SUCHANZEIGEN Wer weiss näheres über den Jüd. Friedhof Lohestr. (heute Sleznastr.)? Unser Grossvater — Viktor Wreschner sei. wurde dort am 20.10.34 in einem Doppelgrab mit Georg Loewi sei. (gest. am 23.1.23) begraben. Das jüngste Feld des obgenannten Friedhofs nebst die danebenstehende Leichenhalle wurden zerstört. Wir möchten evtl, einen neuen Grabstein auf diesem Platz aufsteNen, jedoch wissen nicht wo das jüngste Feld und das obgenannte Grab genau ist. Farn. Wreschner, Rechov Givat Moshe 7, Gush Shmonim, Jerusalem. (Tel. 378546) und Farn. Wreschner, 75, Wellington St. East, Salford 7 Manchester, England. (Tel. 7928052) ■¥■ Ursula Schulze (Halbjüdin), Breslau (Schlesien), Sadowastr. um 1920 geboren. Sie wohnte mit ihrer Mutter zusammen. Sie war eine ehemalige Arbeitskollegin und arbeitete bis 1945 in den FAMO-Werken in Breslau. Nach dem Krieg flüchtete sie nach Sachsen und schrieb mir, dass sie nach Israel auswandern möchte. Ich bin Jahrgang 1926, wohnte in Breslau, Herdainstr. 74, und war ebenfalls bei den FAMO-Werken beschäftigt. Mit Informationen bitte wenden an: Inge Höhne, D 26382 Wilhelmshaven, Paul-Hug Str. 34. * Herr Donald H. Harter sucht Menschen welche seine Familie kennten. Er wurde 1933 in Breslau geboren. Sein Vater war Dr. med. Harry Hirschberg Nervenarzt); Mutter Leonore Hirschberg (geb. Goldmann). Wohnung: Königsplatz 8. Grosseltern: Kohlenkaufmann Siegfried und Käthe Goldmann. Die Eltern wurden im April 1942 nach Polen deportiert. Mit Informationen bitte zu wenden an: Donald H. Harter, M. D. Apartment 503, 2475 Virginia Avenue, N. W., Washington, D. C. 20037 U.S.A. ALEXANDER BÄRWALD . (Fortsetzung von Seite 14) Nach seinem Tode wurde auf dem Carmel ein interessantes Erinnerungsmal errichtet — Denkmal kann man nicht sagen: vier Zypressen, die in den Jahren beträchtliche Höhe erreicht haben, von einer niedrigen sechseckigen Steinmauer umfriedet, auf der in den damaligen Landessprachen, englisch, hebräisch, arabisch, die wenigen Worte stehen: „in Erinnerung an den Architekten Alexander Baerwald. 3.März 1877 — 27.Oktober 1930." Vielleicht sagt das etwas über den Menschen aus, der im ersten Jahrzehnt des Jahrhunderts eine Laufbahn in Berlin aufgibt, sich der Aufgabe einer Errichtung einer technischen Hochschule im Lande verschreibt, nach dem ersten Weltkrieg wiederkehrt und zum ersten Lehrer der Fakultät der Architektur an diesem Technion wird. Druck „Daf-Ratz", Tel-Aviv, Rh. Salame 46. Tel. 6838387