Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1996
- Issue
- No. 61 (1996)
- Date
- 1996-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 1411)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/7506414-7411745-7411766--212-7411779- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
(Fortsetzung von Seite 12) Quellen, welche seiner Ansicht nach auf Buber Einfluss hatten und betont seinen Kampf gegen die unmenschlichen Doktrinen der Nazis. Das Buch welches mit einem Vortrag über „Revolution und Emanzipation 1848/49" die „Fata Morgana" der Juden in Deutschland, eröffnet wurde und dessen Fiasko wir alle Zeugen waren, schliesst mit einem Vortrag von A.nselm Doering-Manteuffel über „die Nachwirkungen des Antisemitismus der NS- Zeii im geteilten Deutschland". Der Verfasser untersucht die Nachwirkungen in beiden Teilen Deutschlands. In der von den Kommunisten beherrschten Ostzone, proklomierte man zwar Antinazismus und Antifaschismus aber die J Judenverfolgungen wurden nur nebenbei er- ( wähnt. Doering-Manteuffel weist auf die Denkweise der Deutschen in Westdeutschland in den fünfziger und sechziger Jahren hin, sich selbst als Opfer der Nazis darzustellen. Das änderte sich erst in den siebziger Jahren als Carlo Schmid im November 1978 die Gedenkrede im Bundestag hielt, in der er ausdrücklich Juden und Zigeuner als Opfer in den von deutschen Truppen besetzten Gebieten erwähnte. Und das im Gegensatz zu dem Präsidenten des deutschen Bundestages Dr. Hermann Ehlers, der am 18.2.1951 im Bundeshaus Bonn nur von denen sprach „die auf den Schlachtfeldern der grossen Kriege den Soldatentod gestorben sind..." Mitte der achtziger Jahre sollte auch in Ost-Berlin e'ne Gedenkstätte an der Stella jenes Gebäudes eingerichtet werden, in dem die jüdische Bevölkerung Berlins von den Nazis zusammengetrieben wurde. Was in diesem Vortrag verschwiegen wird ist, wie im heutigen Deufschfand eine antizionistische Welle aufkommt. Der Antizionismus ist der Antisemitismus von heute. Einstmal war der Antisemitismus religiös, dann rassisch, national und wirtschaftlich, und heute antizionistisch. Die Intelektuellen in Deutschland, zu welchen auch die Verfasser dieses Buches gehören, werden sich mit diesem Problem auseinandersetzen müssen. Das sind sie den Opfern des Naziwahns schuldig. M. E. Hauschner Die von den Nazis 1938 zerstörte Synagoge Ir» Glogau iigfä iSliis . " L.fe-Jfcä jA** rrfft iSäSsSäUS 1Ä1Ü Es war einmaS... (Aus dem Tagebuch eines Kibbuz-Sekretärs während der Gründerzeit — von 1945 bis 1947 von SHLOMO EREL) Shlomo Erel ist unseren Lesern kein Unbekannter. Sein Beiträge für unsere Zeitung und seine Bücher über die Einwanderung aus Mitfel-und-Westeuropa, sind der chaluzischen Bewegung in der Diaspora und der Eingliederung der Neueinwanderer in Erez-Israel gewidmet. Sein Buch „Aus dem Tagebuch eines Kibbuz-Sekretärs" sind Erinnerungen an die Gründung des Kibbuz Galed, durch Chaluzim aus Deutschland. Unter ihnen waren prominente Persönlichkeiten wie Dr. Giora und Senta Josephtal u.a.m. Das Tagebuch umfasst die Zeitspanne 1945—47. Der Verfasser berichtet über die Schwierigkeiten mit welchen sich die Gründer des Kibbuzes zu konfrontieren hatten. Einerseits die Schwierigkeiten der Natur: Boden voller Steine, von dem die Araber sagten, dass 100 Jahre nicht genügen würden den Boden zu entsteinigen. Andererseits war die Siedlung von arabischen Dörfern umgeben, und die Siedler mussten sich mit der Waffe in der Hand gegen die diversen Überfälle wehren. Ausserdem macht uns der Verfasser mit den verschiedenen Problemen bekannt, welche in gesellschaftlicher Beziehung auftauchten. Gemeinsame Kindererziehung, gemeinsamer Speisesaal, Verpönung des Privatbesitzes und die Arbeitseinteilung welche „von oben herab" bestimmt wurde. Aber das Hauptproblem war die Trennung von Familien! Die Männer arbeiteten um die neue Siedlung wohnbar zu machen, während ihre Frauen und Kinder im Scharon lebten und sie nur einmal im Monat zu Besuch kommen konnten. Wir lesen über Menschen welche sich nicht damit abfinden können, dass man ihnen den Beruf bestimmt. Ein Mitglied verlässt den Kibbuz um Architektur zu studieren. Das Buch welches das Pioneerstadium des Kibbuz schildert, ist mit verschiedenen Episoden durchwebt, welche das Lesen interessant machen, wie wie z.B. „Die Engländer kommen" oder „Klatsch im Kibbuz". Dem Buch welches 1979 in Deutsch erschien, folgt jetzt eine Auflage in Englisch mit einem Epilog über die Entwicklung des Kibbuz im Laufe von 50 Jahren. Der Verfasser welcher den Kibbuz im Jahre 1951 wegen der Krankheit seiner Frau verlassen hat, und danach wichtige Positionen in der Jewish Agency und in verschiedenen israelischen Ministerien innehatte, besucht jetzt den Kibbuz wieder, zu dessen Gründern er und seine Frau gehörten. Er beschreibt die grosse Entwicklung desselben, sowohl in wirtschaftlicher wie auch in gesellschaftlicher Beziehung. Zu der landwirtschaftlichen Siedlung gesellte sich auch Industrie. Die zweite und dritte Generation haben schon die diversen Bequemlichkeiten in ihren Zimmern, wie TV und Radio, Zeitungen, eine kleine Küche um nicht immer von dem allgemeinen Speisesaal abhängig zu sein. Auch auf die Berufswahl des einzelnen wird viel mehr Rücksicht genommen. In den Kibbuzim gibt es heute eine Reihe von Akademikern, wie Rechtsanwälte, Ärzte, Psychologen u.s.w. Alles Beweise, dass man den Individualismus des einzelnen nicht unterdrücken kann. Wenn die Kibbuzim weiterbestehen wollen (vieleicht auch in anderen Formen) müssen sie den individuellen Belangen der Chawerim entgegenkommen. M.E.H. 13