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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1996-01-01 · No. 61 (1996) · p. Seite 2

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1996
Issue
No. 61 (1996)
Date
1996-01-01
Page
Seite 2 (sequence 1400)
Language
German
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Bericht an den Vorstand der der ehemaligen Breslauer Über meinen Aufenthalt in Breslau 7.5.1996-13.5.1996 von Dr. ELIJAHU HOFFMANN Ve reinigung Zum obigen Zeitabschnitt besuchte ich Breslau. Ich suchte die Büros der dortigen jüdischen Gemeinde auf, war zweimal auf dem Friedhof „Cosel" und einmal auf dem Friedhof „Lohestrasse". Friedhof „Cosel": Dorthin fürte mich das erste Mal Herr Maciej Welyczko, der Koordinator für die polnische Union jüdischer Studenten in Wroclaw. Sein Vater ist Direktor — Verwalter des Friedhofs „Cosel", und er selbst beteiligt sich aktiv an der (gewissen) Aufrechterhaltung des Friedhofs und weiss auch viel über die Verhältnisse und Bedingungen, die dort herrschen. Zum zweiten Mal war ich allein dort. Um den Zustand in Cosel näher zu schildern, ist es zweckmässig, das Friedhofsgebiet in drei Teilen zu behandeln. Der erste Teil besteht aus der ehemaligen Eingangsallee. Dieser Teil wird im Augenblick von der dortigen Gemeinde benutzt, um ihre Verstorbenen dort zu bestatten. Der zweite Teil sind die Kriegsgefallenengräber, die sich an diese Allee anschliessen zusammen mit dem Kriegerdenkmal am Ende der Allee. Der dritte Teil ist der eigentliche Friedhof der ehemaligen deutschen Breslauer Juden. DER ZUSTAND Der dritte Teil: Der eigentliche Friedhof, kann genau genommen nur als Urwald bezeichnet werden. Das ganze Gebiet ist vollkommen dicht überwachsen und verwachsen und mit umgestürzten Bäumen übersäht. Hier und da stehen ein paar Grabsteine, und die Herr Joseph Wiener schreibt uns; Der Friedhof Cosel wird „nach dem Krieg von der neuen Gemeinde wieder benutzt. Dieser Friedhof ist in einem grausigen Zustand. Voller Gras, Unkraut... Verbrecher und Vagabunde beschädigen diesen Friedhof. Touristen aus Israel und anderen Ländern sehen diese grausige Lage in welcher sich dieser Friedhof befindet". □ Frau Nurit Miller schreibt uns: „Auf dem Friedhof ist es unmöglich Parzellen und Gräber zu finden. Der Friedhof ist in einem fürchterlichen und verwahrlosten Zustand. Wenige Grabsteine stehen; der grösste Teil ist mit Erde bedeckt. Wir waren 4 Leute und der Wächter des Friedhofes und suchten das Grab von Herrn Baruch Gradenwitz s.A. Wir fanden die Details im Gemeindebuch und hatten auch eine Karte vom Friedhof, auf welcher wir das'Grab fanden. Aber trotz langem Suchen nanh dem Grabstein (mehr als 1 1 '2 Stunden) blieb dieses erfolglos..." bewachsene Fläche ist natürlich nicht ganz eben, denn es zeichnen sich hier und da Grabhügel ab. Ein paar Pfade über Gestrüpp und Baumstämme und Äste führen durch dieses Gebiet. Einzelne bestimmte Gräber sind kaum zu erkennen. Der zweite Teil: Die Kriegsgefallenengräber und das Kriegerdenkmal, wurde von einer deutschen Jugendgruppe gereinigt und ist im Augenblick verhältnismässig sauber und frei von Gestrüpp. Die Grabsteine stehen, sind im allgemeinen intakt, aber die Inschriften sind schwer oder fast gar nicht zu lesen. Der erste Teil: Die Gräber in der Eingangsallee, sind unter anderem von Angehörigen der jetzigen Gemeinde und wird von ihnen normal betreut. Allerdings habe ich auch dort Gräber vorgefunden, an denen die Grabsteine zerstört und die Deckplatten zerbrochen sind und das Grab halb offen war. Zu bemerken ist zusätzlich, dass der Schutz und die Sicherheit des Friedhofs unzureichend sind. Laut Herrn Welyczko gibt es immer wieder Einbrüche, wobei wahrscheinlich Grabsteine gestohlen werden und sonstiger Vandalismus ausgeübt wird. Abfälle liegen herum. Die Umzäunung scheint intakt zu sein und wurde auch angeblich repariert, fm Augenblick ist eine Familie von Obdachslosen (mit einem Hund) dort (irgendwie) einquartiert, um das Gelände zu betreuen und zu bewachen. Nicht zu vergessen ist, dass es in Wroclaw immer noch antisemitische Strömungen gibt. Der Friedhof ist sonntags von 10.00—13.00 geöffnet und an den restlichen Tagen geschlossen. Zusammenfassend besteht kein Zweifel, dass der Zustand des Friedhofs sich mit der Zeit ständig verschlimmert. Das Grab meines Sei. Vaters, dass dem Plan nach leicht zu lokalisieren ist, (ein Grab in der ersten Reihe des Feldes 17, das genau an dem Zusammentreffen von zwei Zäunen liegt) wurde im Jahre 1990 noch genau beschrieben, allerdings fehlte damals schon der Grabstein, aber der Sockel war noch vorhanden. Bei meinem jetzigen Besuch konnte ich zwar die Stelle finden, aber das Grab war nicht mehr zu identifizieren. Daher erscheint es einerseits unbedingt notwendig, die Restaurierung des Friedhofs sobald wie möglich d. h. SOFORT in Angriff zu nehmen, da sonst die Verheerungen zu sehr überhand greifen und vielleicht unrestaurierbarer Schaden entsteht. Deshalb ist es auch unbedingt erforderlich, dass wir, die Organisation der Breslauer, versuchen, aktiv an diesem Projekt mitzuarbeiten. Anderseits erscheint es durchaus möglich dass die ersten Aufräumungsarbeiten, Wegbringen des Gestrüpps und der gefallenen Bäume, weniger Aufwand erforden als vorausgesehen. Ich selbst konnte bei meinem zweiten Besuch in Cosel mit meinen beiden Händen, allerdings unter erheblichem Kraftaufwand, eine Gestrüppfläche soweit beseitigen, dass darunter die Hälfte eines umgefallenen Steins zum Vorschein kam, der vorher, der Geländefläche nach, nicht dort zu erwarten war. Meines Erachtens könnte eine Gruppe von 10—15 Jugendlichen-Freiwilligen, jeder ausgerüstet mit den entsprechenden Geräten wie Gartenschere, elektrische Gartensäge, Rechen etc., die ganze Fläche in ein paar Wochen freilegen. Die Dokumentation der Gräber in Cosel im Büro der jüdischen Gemeinde ist sehr, sehr lückenhaft. Mit finanzieller Hilfe haben sie eine gewisse Bestandaufnahme gemacht, die aber immer noch unvollständig ist. Wir wenden uns daher hiermit an all unsere Leser und bitten sie uns Auskunft zu geben; ob sie Verwandte oder Bekannte hatten die in Cosel bestattet worden sind. Insbesondere brauchen wir dann für jeden die folgenden Daten: VORNAMEN; FAMILIENNAMEN; ggt. MÄDCHENNAMEN (alles in korrekter Schreibweise!) GEBURTSORT; GEBURTSDATUM TODESORT; TODESDATUM FELD DES GRABES, GRABNUMMER Auch wenn nicht alle Daten, sondern nur ein Teil davon vorhanden ist, würde das helfen. Wir werden dann diese Information der jüdischen Gemeinde zur Vervollständigung ihres Inventars zu Verfügung stellen. Friedhof „Lohestrasse": Dieser Friedhof ist kleiner und älter und wurde mit der finanziellen Hilfe der Friedrich-Ebert-Stiftung restauriert. Er untersteht dem Historischen Museum der Stadt und wird anscheinend auch von dem Museum gepflegt. Die Wege sind frei innerhalb des Friedhofs, und die meisten Gräber können deutlich identifiziert werden. Nicht alle Grabsteine stehen und die, die stehen, sind manchmal angebrochen oder zerbrochen. Besonders geschädigt sind die grossen mausoleumsarfigen Grabdenkmäler an den Randgrabstätten, die meist eingefallen sind oder einzufallen drohen. Es gibt auch noch gewisse Stellen, wo die Gräber noch nicht freigelegt worden sind und noch mit Efeu und Gestrüpp verwachsen sind. EINE BEMERKUNG ZUM ARTIKEL „JUDEN IN POSEN - EIN ÜBERBLICK" In Bezug auf den Artikel „Juden in Posen" von Ulrich Hutter-Wolandt ,(,Mitteilungen" Nr. 60) schreibt Herr Ja'akow Gluskinos aus Bne-Brak: „Herr Wolandt beginnt diesen Artikel mit den Worten: — ,Eine umfassende Geschichte der Juden in Posen steht bis heute aus'. Nun — in meinem Besitz befindet sich ein umfassendes Werk — 2 Bände — ,Aus Vergangenheit und Gegenwart der Juden und der jüdischen Gemeinden in den Posner Landen' herausgegeben von Rabb. Dr. A. Heppner Breslau früher Koschmin und Lehrer J. Herzberg Kassel früher Bromberg. Dieses Werk erschien in Breslau 1929. Das Thema: ,Posen die Stadt', wird ausführlich im 2. Band von Seite 711 bis Seite 873 behandelt".

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