Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1996
- Issue
- No. 60 (1996)
- Date
- 1996-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Generalversammlung des V. E. B. Am 26. Juni 1995 fand die Generalversammlung des V.E.B. im Saal des Irgun Olej Merkas Europa statt. Der Vorsitzende des Verbandes, Herr Mosche Goldstein erstattete Bericht über die Tätigkeit des Verbandes. Der Vorstand hatte 5 Sitzungen in welchen die Probleme aufgeworfen wurden, mit welchen sich der Verband zu beschäftigen hatte. Insbesonders war es das Problem des Friedhofs Kosel und seine Restauration und Instandhaltung. Es fand ein Treffen mit dem deutschen Botschafter statt, bei welchem sowohl die Forderung betreffs Friedhof Kosel, wie auch die Zurückgabe der Storchsynagoge debattiert wurden. Auch fand ein Treffen mit dem polnischen Konsul, wegen der Zurückgabe der Storchsynagoge statt. Der Referent übermittelte Grüsse von der neuen jüdischen Gemeinde in Breslau. Über die Tätigkeit der Gemeinde berichten wir an einer anderen Stelle unserer Zeitung. (S.4). Es gibt ein koscheres Restaurant und eine Mikwe. Ausserdem gibt es 150 eingetragene Mitglieder. Die Gemeinde bittet um Unterlagen über jüdisches Gemeindevermögen und Grundbesitz. Ausserdem teilte der Vorstand der Gemeinde Wroclaw mit, dass am 29.4.95 eine Bestätigung über die Rückgabe der Storchsynagoge eingetroffen war. Danach gab Her Goldstein den finanziellen Rechenschaftsbericht. Die Gesamtausgaben beliefen sich auf 68,000 Schekel (45,500 Schekel für Unterstützungen; 22,500 Schekel für Zeitung und Auditor). Die Bilanz wurde einstimmig bestätigt. Ausserdem berichtete Herr Goldstein über die Möglichkeit einer Vermögensrückgabe an diejenigen welche Grundbesitz und Vermögen in Breslau hatten. 7C:~L~. a : -7~u_ _J:_ Seite). Bei nachfolgender Diskussion wurden von verschiedenen Mitgliedern Fragen an den Vorsitzenden gestellt. Herr Erel fragte u.a. wieviel Ex-Breslauer in Israel und in der ganzen Welt leben. Die Versammlung wurde mit einem Vortrag von Dr. Raphael Schneller über „Massenkommunikation" beendet. Der Referent gab einen historischen überblick. Angefangen von der Zeit als Juden die Neumondverkündung (vor mehr als 2000 Jahren) durch Schwenken von Fackeln auf den Anhöhen Erez-israels bekannt gaben; handgeschriebene Rollen und Bücher; Verbreitung von gedruckten Büchern und Pamphleten nach der Erfindung der Druckerei durch Johannes Gutenberg (1492); bis zur Herausgabe von Zeitungen, der Erfindung des Radios und der Television. Alle Anwesenden dankten dem Referenten für seine interessanten Ausführungen. Danach gab es noch ein gemütliches Zusammensein bei Kaffee und Kuchen.!■■■■■■■■ WER WEISS? Welchen Namen die Hauptstrasse von Gleiwitz vor dem 2. Weltkrieg hatte? Wer Auskunft geben kann, wende sich bitte an Jehoschua Robinson, S'chut Mosche Str. 10, Tel-Aviv, 69707, Hadar Josef. JUDEN IN POSEN ~ EIN ÜBERBLICK (Fortsetzung von Seite 18) Während das Verhältnis der Juden zur katholischen Kirche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts weiterhin gespannt blieb, gestaltete sich das Verhältnis zur evangelischen Kirche beinahe freundschaftlich. Evangelische Geistliche und jüdische Rabbiner engagierten sich beispielsweise gemeinsam in der Alten- und Krankenpflege. Auch für den Bau evangelischer Kirchen und Gemeindehäuser stellten jüdische Bürger Baumaterial zur Verfügung. Das gute Verhältnis der evangelischen Geistlichkeit zur jüdischen Bevölkerung bildete sich hauptsächlich in den grösseren Städten heraus, weil die jüdische Bevölkerung hier vornehmlich aus Anwälten, Unternehmern oder Ärzten bestand, die also einem vergleichbaren sozialen Stand angehörten. Auf dem Lande gab es kaum Kontakte evangelischer Pastoren zur jüdischen Bevölkerung, da die meisten Juden hier Getreidehändler oder kleine Handwerker waren und damit einer anderen Gesellschaftsschicht angehörten. Wurde das eindeutige Eintreten der Juden für Deutschland im Jahr 1848 noch einhellig begrüsst, so gerieten sie gegen Ende des Jahrhunderts zunehmend zwischen die Fron- Seev Rebhun, ursprünglich Berlin, jetzt Kibbuz Lavi 15267 berichtet: Kurz nach Ausbruch von W.K.2, am Tag vor Rosh Hashana, 13 September 39 und in den folgenden Tagen, wurden alle Maenner polnischer Staatsangehörigkeit im Alter 15—65 Jahre festgenommen und nach Sachsenhausen und Buchenwald und in kleiner Anzahl nach anderen Konzentrationslagern verschleppt. Innerhalb einer kurzen Zeit wurden alle mit der Ausnahme von denen, die Auswanderungspapiere hatten, ermordet. Ich machte es mir zur Aufgabe in Erinnerung dieser Umgekommenen ein Gedenkbuch herauszugeben, in dem so weit wie moeglich, die persoenlichen Einzelheiten der Verstorbenen _ ten des Nationalitätenkampfes. Im Jahre 1902 beklagte die jüdische Zeitschrift „Jeschurun" den mangelnden Einfluss jüdischer Interessenten im Posenschen Parlament: „Nur wir Juden haben keine spezifische Vertretung. Wir wollten sie bisher nicht. Denn wir verliessen uns auf unser gutes staatsbürgerliches Recht und auf die gelegentlich notwendige Verteidigung seitens freigesinnter Abgeordneter. Da man uns aber..., eben weil wir Juden sind, zurückzusetzen scheint, drängt man uns dazu, eine deutlichere Interessenpolitik zu treiben, damit der christlichen Regierung die Erkenntnis aufgedrängt werde, wir Juden seien auch vollgültige Staatsbürger. Und weil selbst freigesinnte Politiker, die ihr Parteiprogramm im Ganzen zu vertreten haben, nicht immer die Zurücksetzung der Juden behandeln können..., so müssen wir den Weg der Selbsthilfe beschreiten und danach streben, jüdische Abgeord-, nete' als Vertreter des Judentums in die Volksvertretungen zu wählen." Zurücksetzung der Juden und der offene Antisemitismus waren die Hauptgründe dafür, dass Tausende jüdischer Bürger aus der Provinz abwanderten, meist in die Reichshauptstadt Berlin zogen oder gar in die USA auswanderten. Im Jahr 1910 lebten nur noch 26 512 Juden in der Provinz Posen, d.h. 1,3 Prozent der Gesamtbevöl kerung. Hass und polnischer Nationalismus führten dazu, dass nach 1919 viele deutsche Juden aus der nun polnisch gewordenen Provinz Posen flohen. Die meisten der rund 2 800 Juden, die nach 1922 in der Provinz „Grenzmark Posen-Westpreussen" lebten, gingen in der Vernichtungsmaschinerie der Nationalsozialisten unter; nur wenige von ihnen überlebten die Grauen der Konzentrationslager. Über ein Jahrhundert hat Posen, wie Max Kollenscher festgestellt hat, der preussischen wie deutschen Judenheit wesentliche Impulse vermittelt: „Die Juden aus Posen haben der deutschen Judenheit und dem Judentum in. Deutschland hervorragende Führer gestellt. (Kulturpolitische Korrespondenz (K.K.), September 1993) erscheinen sollen. Fuer diesen Zweck besuchte ich im vergangenen Jahr die Konzentrationslager Sachsenhausen und Buchenwald, mit der Absicht dort in den Archiven dokumentarisches Material zu finden. Ich waere sehr dankbar fuer jede Information von Breslauern und Umgebung deren Verwandte und Freunde unglücklicherweise unter den Opfern waren. Die aewuenschten Einzelheiten sind: Name, Geburtsort und Datum, letzte Adresse, Datum des Todes und welches Lager. Anschriften an: Zeev Rebhun, Kibbuz Lavi 15267 Tel. 06799301. WIEDERGUTMACHUNG FÜR EHEMALIGE BRESLAUER UND SCHLESIER Nacn dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes in Osteuropa ist ein Erlass von Entschädigungsgesetzen nach dem Vorbild der Gesetzgebung der BRD zu erwarten. Es ist mit einer entsprechenden Gesetzgebung zu rechnen, die es erforderlich macht, sich darauf frühzeitig vorzubereiten. Es wird notwendig sein, die verschiedenen Ansprüche im Rahmen einer bestimmten Frist bei den zuständigen Behörden ordnungsgemäss anzumelden. Wer diese Frist versäumt, würde damit sein Anrecht auf Rückübertragung bzw. Entschädigung verlieren: Ausserdem müssen die Ansprüche genau schriftlich dargelegt werden. Dazu muss Klarheit darüber herrschen, um welches Grundstück es sich handelt (genaue Adresse, falls noch vorhanden Grundbuchauszüge bzw. Grundbuchbezeichnungen etc.) und wie dieses bebaut war (unbebaut, Wohnhaus, Geschäftshaus etc.). Genaue Skizze in Form eines Stammbaums, die eine lückenlose Darlegung der Erbverhältnisse vom ursprünglichen Eigentümer zum heutigen Antragsteller und seinen Miterben darstellt, ist notwendig. Wichtig ist zu beachten dass nur Anträge für ehemalige Eigentümer, nicht für Mieter, angenommen werden. Alle diejenigen, welche Ansprüche auf Vermögensentschädigung haben, werden gebeten, sich mit unserem Verband in Verbindung zu setzen. 19