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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1996-01-01 · No. 60 (1996) · p. [Seite]

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1996
Issue
No. 60 (1996)
Date
1996-01-01
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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Unsere Leser schreiben Der „Rat der Mäuse" (EINE ERRINNERUNG) Von HEINZWERNER GOLDSTEIN Er ist menschlich, dass man sich von geschichtlichen Zeiten, wie es die Nachfahren bezeichnen, an Nebensächlichkeiten erinnert, und die mehr oder weniger humoristischen Erlebnisse im Gedächtnis erhalten bleiben. Wir müssen auf das Jahr 1948 zurückgehen. Die Wochen vor dem 15. Mai, dem offiziellen Datum des Rückzuges der englischen Besatzungstruppen und dem damit verbunden Überfall der Armeen der umliegenden arabischen Staaten auf den Jischuw, waren voller Spannung und von einer gewissen Nervosität der jüdischen Bevölkerung begleitet, die die Jahre der „Unruhen", 1936 bis 1939, zu überwinden versuchte, und sich bemühte, die neu ausbrechenden Unruhen, Überfälle auf Siedlungen und Verkehrswege, abzuwehren. Vor der Befreiung Haifas war die Lage der jüdischen Bevölkerung der Hafenstadt keine angenehme. Die Mehrzahl lebte auf dem Hadar Hacarmel, dem Stadtteil zwischen der Unterstadt und dem Carmel, andere in oft isolierten Siedlungen, die nur mit den hastig und primitiv gepanzerten Autobussen zu erreichen waren, aber auch die Fahrerkabinen der Lastwagen mussten durch Eisenplatten gesichert werden. Um die Versorgung einigermassen zu koordinieren, trat ein „Waad ha-Mazaw" zusammen, ein Komitee, in dem sich Vertreter vieler Organisationen zusammen fanden. Eine der Sorgen, die seinerzeit den Jischuw, der jüdischen Bevölkerung im Lande in der Noch-Mandatszeit beschäftigte, war das Schicksal der Flüchtlinge durch einen zu erwarteten Überfall der feindlichen Armeen und arabischen Terroristengruppen, die im Galil operierten. Es gab ja keine grossen Hotels und/oder Erholungsheime, sie unterzubringen. Man fürchtete um die Bewohner der abgelegenen Kolonien des Galils wie die im Jordantal. Während des Monats März 1948 beschäftigte die Frage die Verantwortlichen in den Komitees. Das Wohnproblem gehörte zu den fast immer ungelösten Fragen des Landes. Die Mehrzahl der jüdischen Bevölkerung in den Städten konnte sich nur ein Zimmer leisten, dass oft zwei oder drei Familien in einer Wohnung zusammenlebten, Die Gemeinschaftsküche wie die gemeinsamen sanitären Anlagen waren oft genug Grund zu nicht immer angenehmen Auseinandersetzungen. In jenen geschichtsträchtigen Tagen erhielt ich die Aufgabe, in einem der „alten" Stadtviertel des Hadars, nach Möglichkeiten zu suchen, Räume zu finden, die man ohne grosse Um-und Zubaüten als Wohnräume benutzen könne. Mir wurde eingeschärft, der neugierigen Bevölkerung nicht den wahren Gruhd zu sagen, um sie nicht in den Wochen, vielleicht Tagen vor dem Ausbrechen des Krieges unnötig zu belasten. Die ersten Besuche verlaufen, ohne dass die Bewohner von den Spaziergängen Notiz nehmen. Auf der Liste standen schon Waschküchen, die seinerzeit, als man die Wäsche in grossen Behältern, meistens leere Jerry Cans, Benzinkanistern auf dem Primus' kochte, um sie dann auf einem geriffelten Brett zu schrubben, gab es in vielen Höfen kleine Bauten, mit Wasserhähnen und Abflüssen. Bei den auf Säulen errichteten Häusern hatten einige Betonplatten, vielleicht in der Anahme, später Paterre Wohnungen zuzubauen, Abstellräume, die meistens sehr klein waren, wie die während des Weltkrieges errichteten primitiven Schutzräume. Nach einigen Tagen war mein Herumspazieren doch aufgefallen. Mein Interesse galt ja nicht der Vorderfront der Grundstücke, sondern den Rückseiten und den Höfen, eben den Schutzräumen und Waschküchen. Einige Frauen fragten, was man denn dort suche,...? Die Antwort musste schnell gegeben werden, und darauf war ich unvorbereitet, und auch die Auftraggeber hatten nicht daran gedacht. So kam die Antworl etwas verdattert, ich sei vom 'Waad ha Achbarim'gekommen!' dem Mäuserat,... Ein schlechtes Hebräisch und inhaltlich unlogisch, aber die Antwort erfüllte ihre Aufgabe. Das Wort 'Waad' war seinerzeit in aller Munde, von der Brotbelieferung bis zur Bevörderung zu den Arbeitsplätzen, in die Unterstadt oder gar in die Haifa Bay. Und Nagetiere wie andere Ungeziefer gab es seinerzeit genug. Die Stadtverwaltung war inaktiv, sanitäre Massnahmen wurden in jenen Wochen und Monaten nicht durchgeführt. Die Beschwerden strömten nur so. Viele Frauen, denn sie waren die einzigen, die zu Hause waren, Hessen ihrem Unwillen freien Lauf. Als Vertreter des "Waad ha-Achbarim" haben wir zwar in vielen Höfen Aufzeichnungen gemacht, Waschküchen und — oft vermauerte — Abstellräume, eben den Luftschutzräumen, nur leider nicht über die meistens berechtigten Beschwerden der Einwohner. Die militärische Entwicklung an den Fronten des Galil wie im Jordantal, führte dazu, das die Listen nie benutzt werden mussten. Der "Waad ha-Achbarim" blieb eine Episode. "Vielen Dank für die Zusendung der "Mitteilungne". Ich habe Vieles darin mit Interesse gelesen. Im Besonderen über das jüdische Krankenhaus". Ruth Frister, geb. Lubasz, Natanya * "Ich danke bestens für Übersendung des Mitteilungsblattes, das wir immer mit grösstem Interesse lesen und möchte Ihnen mein Kompliment ausdrücken für den hohen Standard des Inhaltes und Anerkennung für die harte Arbeit, die es benötigt, um dies aufrecht zu erhalten". Herbert M. Bruck, Kingsbury, London * "Habe mich sehr mit dem "Mitteilungsblatt, No. 59" gefreut. Vielen, vielen Dank". Dorothee Strumpf, Ramat Gan. ¥ "Icherhielt Ihre "Mitteilungen, Nr. 59", die ich mit Interesse von Anfang bis Ende lese und freue mich, dass Sie diese interessante Veröffentlichung weiterhin aufrechterhalten". F. D. Lucas, London WER KANN NÄHERES ANGEBEN über 1) Adolf Nebel, Fleischgeschäft, Breslau, Goldene Radegasse. Hatte zwei Töchter: Ella Kunert (Breslau) und Frieda Brauer (Berlin). 2) Israel Levin, Rhedigerstr., war von 1925? bis 1933 in Breslau als Chasan und Schochet tätig. Angaben bitte an Abraham Koslowsky, Sde-Ilan, 15260, Galil Tachton. JÜDISCHES LEBEN UND WIRKEN IN SCHLESIEN (Fortsetzung von Seite 7) Ratibor, der Kunsthistoriker Franz Landsberger aus Kattowitz, die Schriftsteller Arnold Zweig (Glogau), Emil Ludwig (Breslau) und Bernhard Guttmann (Breslau) sowie der Politiker G’.to Landsberg aus 'Rybnik. Das Erscheinungsbild des schlesischen Juden, tums, deren wenige genannten Repräsentanten aus Wirtschaft, Handel, Finanz, Wissenschaft, Kunst und Politik seine Vielgestaltigkeit gleich, wohl deutlich werden lassen, macht vor allem zweierlei offenkundig: einmal die ungeheure Auf. bruchsstimmung, die durch die Emanzipation ausgelöst wurde, sodann das Ausmass der freigesetzten Energien und Begabungen, durch die der deutsche Wirtschafts., Wissenschafts- und Kulturbereich ebenso wie das politische Leben eine Bereicherung von bemerkenswertem Umfang und ausserordentlicher Intensität erfuhren. Ausgehend von den erreichten Leistungen, gelangte der 1897 in ßeuthen geborene Adolf Kober, Absolvent de» Jüdisch-Theologischen Seminars zu Breslau, der bis zu seiner Emigration in die Vereinigten Staaten 1939 als Rabbiner in Köln und Wiesbaden wirkte, im Jahre 1931 zu der Feststellung: “Aber das Eine ist klar: die Emanzipation der Jude* hat ihre Kräfte entfesselt zum Segen des Vaterlandes und der Menschheit.“ Druck „Daf-Ratz“, Tel-Aviv. Rh. Salarne 46. Tel. 6838387 i

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