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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1996-01-01 · No. 60 (1996) · p. Seite 16

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1996
Issue
No. 60 (1996)
Date
1996-01-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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Dr. med. FELIX MIODOWSKI, u. (LANGJÄHRIGER LEITER DER HALS-NASEN-OHREN-ABTE1LUNG DES JÜDISCHEN KRANKENHAUSES IN BRESLAU) Dr. Miodowski war wohl fast allen Juden in Breslau im weissen Arztmantel und mit dem Ohrenspiegel auf der Stirne bekannt, er wiederum erkannte die meisten an ihren Rachenmandeln oder ihrem Mittelohr. Felix wurde am 1. Januar 1876 in Bojanowo/Posen geboren. Posen gehoerte von 1815 bis 1918 zu Preussen, sodass sein Vater schon als Feldwebel 1870 an der Belagerung von Metz teilgenommen hatte. Dr. Felix Miodowski Auf das Gymnasium wurde der junge Felix nach Sorau (Niederlausitz) geschickt, wo er Dei verwanaren umerkam. Nach erfolgreichem Abitur wandte er sich dem Medizinstudium zu. Er studierte in Muenchen, Zuerich und Breslau. Waehrend der Studienzeit in Bayern diente er als einjaehrig Freiwilliger, als Infantrist. Er promovierte um das Jahr 1900 an der Universitaet Breslau zum Arzt mit der These: „Zur Casuistik der knoechernen Orbitaltumoren''. Als junger Arzt heuerte er sich bei der HAPAG als Schiffsarzt an und diente zusammen mit dem beruechtigten, spaeteren „Seeteufel", Felix Graf von Luckner, auf einem Fracht- und Passagierdampfer der auf der Suedamerika Route Dienst tat. MMH BW B>«&H BBB EBHS W WM 1.1.1876-8.5.1944 (THERESIENSTADT) (ZU SEINEM 120. GEBURTSTAG) Seine Zeit als Assistent absolvierte er im Allerheiligenhospital unter Prof. Brieger zusammen mit seinem Freund und Kollegen Dr. Goerke. Von 1914 bis 1918 diente er als Stabsarzt, anfangs an der Westfront, wo er mit dem E. K. ausgezeichnet wurde, spaeter als Facharzt hinter der Front. Kurz vor Kriegsende, Juni 1918, heiratete er seine lanjaehrige Freundin, die Privatlehrerin Erna Galewsky, Tochter einer bekannten juedischen Fabrikantenfamilie, die ihm 1919 ihren einzigen Sohn, Ernst, gebar. Sie war die Tochter von Joseph Galewsky (1852—1933 Breslau), der die Firma „L. Galewsky A.G." weiterfuehrte. Seine Frau war Emmy geb. Fuchs die ihn noch einige Jahre ueberlebte. Erna versteifte sich darauf, einen Beruf zu erlernen, damals eine Ausnahme fuer die Tochter einer buergerlichen juedischen Familie. Nach Absolvierung eines Lehrerinnenseminars verdingte sie sich als Privatlehrerin, die Kinder juedischer Grossgrundbesitzer unterrichtete, z.B. der Familie Graetzer in Krischanowitz. Auf Theaterstrasse 2, gegenueber dem Schauspielhaus niedergelassen, wurde er bald Leiter der HNO-Abteilung des Juedischen Krankenhauses. In den Nachmittagen, nach Beendigung der meist operativen Arbeit im Krankenhaus, hielt er seine eigene Praxis zu Hause, hauptsaechlich von Kassenpatienten aufgesucht. Arzt der alten Schule, vergass er so manches Mal, nicht bemittelten Patienten, vielmals solche, die gerade aus dem Osten zugewandert waren, eine Rechnung zu schicken. Seine Frau betreute immer mindestens eine Familie, die ihr von juedischen Wühifahrtsinstitutionen zugewiesen wurde. Seinem einzigen Sohn, der inzwischen 12 Jahre alt war, erlaubten er und seine Frau dem „Habonim" beizutreten, trotzdem die Familie dem Zentralverein nahestand und der Neuen Synagoge angehoerte. Auf sein Verlangen Hessen sie ihren Sohn 1934 mit einem Zertifikat der Biramschule in Haifa nach Erez-Israel auswandern, wo er bei Breslauer Arztfreunden, Dr. Joseph und Dr. Shulamith Prager unterkam. Obwohl er seinen Sohn Pessach 1935 besuchte, blieben er und seine H G3BS renwa BSBKOI MBH IBM USB HBEB ES WAR EINMAL: LANDJUDEN (ERIC LUCAS: JÜDISCHEN LEBEN AUF DEM LANDE, FISCHER TASCHENBUCHVERLAG) Von HEINZWERNER GOLDSTEIN Erinnerungen, die anders sind. Ein Familienclan lebt seit Generationen, seit dem Ende des 18. Jahrhunderts, in den Dörfern des Landkreises Aachen, Landwirte, Metzger, Viehhändler. Der Verfasser schildert drei Grossfamilien, Lucas, Keller, Elkan. Eric Lucas, Jahrgang 1915, kommtim Februar 1939 nach England und nach dem Weltkrieg in das Mandatsland Palästina. Hier schreibt er seine Erinnerungen, persönliche Erlebnisse und aus Erzählungen der Eltern und Verwandten. Der Herausgeber berichtet im Vorwort, dass noch in den neunziger Jahren in den Dörfern Einwohner leben, die sich der Familien erinnern. Die Daten wurden im Standesamt der Stadt Alsdorf überprüft. Die Aufzeichnungen ruhten lange. Im Jahre 1982 wurden sie aus dem englischen übersetzt, und in den „Heimatblättern des Kreises Aachen" publiziert unter dem Titel „Die Herrschaft-Geschichte einer jüdischen Grossfamilie von der Mitte des 19. Jahrh. Frau weiterhin in Breslau und am Juedischen Krankenhaus. Der Krieg brach aus und Felix Israel Miodowski, Krankenheiler, und seine Frau Erna Sara, zogen erst in die Kleinburgstrasse 15, Spaeter in den Kriegsjahren mit den klaeglichen Ueberresten des Krankenhauses zuletzt in die Wallstrasse, wo er, wie auch Prof. Dr. Hadda, der letzte Leiter des Krankenhauses, die Arbeit so gut wie moeglich weiterge- Erna Miodowski geb. Galewsky fuehrt hat, bis beide mit ihren Gattinnen Juni 1943 mit dem letzten Transport nach Theresier,stadt ueberfuehrt wurden. Auch dort lief die aerzilkhe Taetigkeit weiter. Dr. M:odowski verstarb am 8. Mai 1944 in Theresienstadt an ener wegen der Umstaende toedlichen Blutvergiftung. Die Todesurkunde wurde von dem Breslauer Schneidermeister Schlesinger unterzeichnet. Dr. Miodov/ski's Frau v/urde nach seinem Tode nach Auschwitz verladen, wo sie im Oktober 1944 „umkam". Sein Sohn erhielt die Nachricht durch den WJC nach Kriegsende, spaeter auch einen freundlichen Brief von Prof. Hadda, der ueberleLnt und die Schweiz erreicht hatte. Der 1. Januar 1996 waere Dr. Miodowski's 120. Geburtstag. Dr. Miodowski's Sohn lebt in Tel-Aviv. E. J. M. ■B SB bis zum 2. Weltkrieg" ein Jahrzehnt später übernimmt sie der Fischer Verlag. * Landjuden gehörten zu den Themen, die aus dem Bewusstsein der jüdischen Gemeinschaften verdrängt wurden, insbesondere in den Grossstädten. Für viele war es eine Überraschung, als man ihnen später begegnete. Die Gemeinschaften bestanden bis in die letzten Tage in Hessen, in Baden-Württemberg, aber auch, wenn auch ihre Anzahl viel geringer war, in den Gebieten Ostdeutschlands. — Die Erinnerungen berichten von drei Familien, die „Herrschaft", ein Wort, oft gebraucht, in Anführungszeichen, ohne dass es (Fortsetzung auf Seite 17) 16

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