Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1996
- Issue
- No. 60 (1996)
- Date
- 1996-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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BI6LI<” Zur Geschichte der Juden in Schlesien (Von MARGRET HEITMANN UND ANDREAS REINKE) K. G. SAUR VERLAG, MÜNCHEN, 1995 Von M. E. HAUSCHNER Wir hatten schon Gelegenheit über die Forschungsarbeiten des Salomon Ludwig Steinheiminstituts für deutsch-jüdische Geschichte zu berichten. Auch sind die Namen Margret Heitmann und Andreas Reinke keine unbekannten. (Frau Heimann verfasste zusammen mit Franz D. Lucas das interessante Buch über die Gemeinde Glogau und Andreas Reinke schrieb die Geschichte des jüdischen Krankenhauses in Breslau bis zu seiner Auflösung durch die Nazis). Vor uns liegt nun eine, von diesen Historikern der Geschichte der Juden in Deutschland und inbesondere der Juden in Schlesien, verfasste „Bibliographie zur Geschichte der Juden in Schlesien". In dem Vorwort zu diesem Buche, erzählen die Verfasser über die Probleme, mit welchen sie sich zu konfrontieren hatten — z.B. die Frage nach den historischen Grenzen Schlesiens. Die Verfasser geben uns hier einen geographisch-historischen Überblick vom 11. Jahrhundert, in welchem zum ersten Mal das Herzogtum Schlesien erwähnt wird, bis zum Jahre 1945. Die Bibliographie umfasst 2746 Titel, welche in 22 Sachkapitel gegliedert sind. Jedes Kapitel behandelt eine bestimmte Sparte der Geschichte der schlesischen Juden. Jeder einzelne Titel ist nummeriert und enthält nur den Namen des Verfassers, den Namen und die Überschrift des Artikels oder der Forschungsarbeit und in welcher Zeitung, Zeitschrift, Anthologie u.s.w. er erschienen ist. So kann jeder Historiker oder sonst Interessierte leicht finden, wo er das für ihn interessante Material finden kann. Die ersten vier Kapitel behandeln, was in Enzyklopädien, Bibliographien, Periodica etc. über Schlesien erwähnt ist. Kapitel 5, „Geschichte" betitelt, ist in 6 Paragraphen geteilt, welche die Zeit vom Miteialter bis in die Nachkriegszeit behandeln. (Nach dem 2. Weltkrieg). Paragraph 5, Kapitel 5 (5,5) enthält z.B. das Material über die Nazizeit (1933—1945) und die Verfolgungen der Juden in Schlesien. Nach den Kapiteln Demographie und Statistik (6) und Wirtschaft (7), bringt Kapitel 8 sehr viel Material über „Reform und Orthodoxie". Dieses Material behandelt die Diskussionen von A. Geiger und Rabbiner Tiktin; die Reformbewegung in Breslau unter Führung des militanten Abraham Geiger, welcher sein Amt in Breslau verlassen musste und der viel mehr gemässigte und traditionsverbundene Rabbiner Manuel Joel kam an seine Stelle. Kapitel 9 und 10 behandeln Synagogen und Friedhöfe in Schlesien im allgemeinen und an einzelnen Orten insbesonders. Kapitel 11 „Wohltätigkeit und soziale Fürsoge" ist das grösste Kapitel dieser Bibliographie. Und nicht umsonst: Zedaka und Gemiluth Chassadim waren das Ruhmesblatt des Judentums in Deutschland. Wer nur die Titel über die Artikel und Forschungsarbeiten dieser Materie liest, kann schon einen Begriff von dieser wichtigen und umfassenden Sozialarbeit bekommen. Institutionen wie das jüdische Krankenhaus, das Beate-Guttmann- Heim, Altersheime und Siechenhäuser waren tonangebend für viele ähnliche Institutionen in vielen Gemeinden in Deutschland. Kapitel 12 behandelt das „Schulvyesen" (jüdische Schulen, Religionsschulen und jüdische Schüler in allgemeinen Schulen). Aber bezeichnend für das Verhältnis der Deutschen zu ihren jüdischen Mitbürgern sind die Titel 1153 „Die Zurücksetzung der Juden in der Schulverwaltung" (1907!) und 1154 „Die Zurücksetzung jüdischer Lehrer und Lehrerinnen an Breslauer Schulen" (1904!). Der salonfähige Antisemitismus schon vor dem 1. Weltkrieg (oder wie unsere Grosseltern es nannten „Der Bekowede Risches") kommt schon in diesen Titefn zum Ausdruck. In Kapitel 13 wird uns über das Vereinswesen berichtet: Jugendbewegungen wie Bar-Kochba; Makkabi; Kameraden,- die UOBB Logen (Bne- Brith), Gesellschaft der Freunde und nach 1933 über den jüdischen Kulturbund und noch viele andere Organisationen. Die drei nächsten Paragraphen: 14, 15, 16 — Rabbinat, Predigten und Reden, und das Jüdisch-Theologische Seminar — sind eine Darstellung des jüdisch-religiösen Lebens der Juden in Schlesien. Eine Galerie von prominenten Rabbinen ziehen vor unserem geistigen Auge vorüber: Die Rabbiner Abraham, Salomon und Gedalja Tiktin einerseits und Abraham Geiger andererseits — diese Antipoden welche unsere Generation nur von der Geschichte kennt; Die Rabbiner. Dr. Ferdinand Rosenthal (orthodox) und Dr. Manuel Joel und Prof. Jakob Gurtmann (liberal) welche zum Gegensatz des vorher genannten A. Geiger durch ihre Toleranz, der Breslauer Einheitsgemeinde ihr besonderes Gepräge gaben. Wir finden Artikel über die amtierenden Rabbiner unserer Generation, wie Dr. Hoffmann und Dr. Vogelstein, Dr. Simonsohn und Dr. Sänger. Und nicht zu vergessen seien die Historiker des Judentums Schlesiens, Rabbiner Dr. Aron Heppner, Rabbiner Dr. Louis Lewin und Prof. Dr. Bernhard Briiling. In dem Kapitel Predigten, Reden und Huldigungen sind Hinweise auf Predigten und Reden welche von Rabbinen bei bestimmten Gelegenheiten gehalten wurden oder auch welche zu Ehren verschiedener Rabbiner und Notablen. Im Kapitel 16 über das Breslauer Rabbinerseminar finden wir viele Hinweise auf Artikel und Forschungen über das Seminar. Kapitel 17 und 18 sind dem Buch-und Druckwesen und der Zeremonialkunst gewidmet. Das Kapitel 19 fasst die Artikel über die Judenmission und Konversion zusammen, so wie auch über diejenigen wenigen Nichtjuden welche zum Judentum übergetreten sind. Kapitel 20 — Antijudaismus/Antisemitismus — ist besonders interessant. Hier werden die Artikel angeführt welche uns ein Bild geben über die Ausbreitung des Antisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert. Der Antisemitismus in den verschiedenen Orten und an den Universitäten. Die 62 Titel dieses Kapitels zeigen uns wie sehr der Antisemitismus in allen Schichten des deutschen Volkes verwurzell war. Wenn man die Liste dieser Artikel siehl kann man sich nicht wurdern, dass die Nazis zur Macht gelangten und was das Los der europäischen, und teilweise nordafrikanischen Juden war. Dieses Kapitel muss eine Warnung, auch heute, für alle Juden sein, welche meinen in einer gesicherten Diaspora zu leben. In dem 21. Kapitel — Lokalgeschichte — werden alle Orte mit den Namen vor 1945 wie auch mit den polnischen Namen nach 1945 angeführt. M t Kapitel 22—Biographien: Einzelne Personen — schliesst dieses interessante Buch. Eine Galerie interessanter Personen, deren Einfluss auf das Judentum in Deutschland im Allgemeinen und das Judentum in Schlesien im Besonderen enischeident war, ziehen an uns vorüber. Das Buch ist ein Gedenkstein für das Judentum Schlesiens, unserer jüdischen Vergangenheit und was das Naziregime im Namen des deutschen Volkes dem Judentum Deutschlands angetan hat. MORDECHAI (M01TA) GUR s.a. SOLDAT, STAATSMANN, SCHRIFTSTELLER im Juli d.J. hat Mordechai (Motta) Gur, im Alter von nur 65 Jahren das Zeitliche gesegnet. Seine Berühmtheit erlangte er, als er, der Befreier Jerusalems im 6-Tage-Krieg ausrief: “Der Tempelberg 'ist in unserer Hand“. Von da an begann sein Aufstieg im öffentlichen Leben. Der hohe Offizier wurde als Militär-Attache nach Washington geschickt, wo er gute Beziehungen zur amerikanischen Administration unterhielt, was dem Staate Israel im Jom-Kippur-Krieg sehr zum Nutzen war. Nach dem Jom-Kippur-Krieg wurde er nach Israel zurückberufen und danach zum Genenalstabschef der Israelischen Armee ernannt. Es gelang ihm dieselbe zu einer der stärksten Armeen der Weit zu machen. In seinem darauffolgenden zivilen Leben bekleidete er das Amt des Gesundheitsministers. Im Jahre 1992 ernannte ihn Ministerpräsident und Verteidigungsminister Rabin als stellvertretenden Verteidigungsminister. ,in diesem Amt erfreute er sich allerseits hoher Achtung. Bei den Meinungsverschiedenheit zwischen bestimmten Kreisen der Regierung und den Siedlern in Jehuda, Schomron und Gaza-Strip ge. lang es ihm oft versöhnend zu wirken. Seine kultivierte und ausgleichende Art, welche manchesmal im Gegensatz zu der, von verschiedenen seiner Kollegen stand, machten ihn zu einem der be. liebtesten Knesset-Mitglieder, welcher die Sympathien vom links und rechts genoss. Aber trotz seiner verschiedenen staatlichen Aufgaben, fand er immer noch Zeit seiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen: Verfassung von Kinderbüchern in deren Mittelpunkt die Fallschirm, springerirr—Hündin „Assit” steht. Das letzte Buch in dieser Serie „Assit in Antebbe“ war bei dem Tode des Verfassers noch im Druck. Oer 1930 im Jerusalem geborene, welcher 37 Jahre später an der Spitze der Kräfte stand welche Jerusalem von der jordanischen Herrschaft befreiten, war einer der markantesten Persönlichkeiten In Israel, geehrt und beliebt einerseits. M. E. H. ft