Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1990
- Issue
- No. 54 (1990)
- Date
- 1990-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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I I I I I WIE KOMMT DIE TEMPELSÄULE ÄUF DEN RUSSENPLATZ? Von HEINZWERNER GOLDSTEIN Wie aus Jerusalem gemeldet wird, konnte ein Verkelirsunfall, der sich vor längerer Zeil nahe der Jaffastrasse, einer der Hauptverkehrsadern der Stadt, ereignete, immer noch nicht aufgeklärt werden. Die zuständigen Behörden wenden sich an die Öffentlichkeit mit der dringenden Bitte, zu helfen. Man sei interessiert, den Zwischenfall endlich zu klären, wie die Tempelsäule auf den Russenplatz gekommen ist, schon um den von einigen Kreisen, die sich gern fortschrittlich nennen, erhobenen Vorwurf abzuwehren, dass Gruppen, die sich den Bemühungen widersetzen, zu einem diplomatischen Ausgleich mit Russland zu kommen, zufrieden sind, dass die Tempelsäule auf dem Russenplatz liegt. Niemand wagt zu behaupten, dass sie absichtlich dorthin geworfen wurde, dafür fehlen die geschichtlichen wie kriminalistischen Unterlagen. — Die wenigen bekannten Tatsachen sind schnell berichtet: Ein bekannter Bauunternehmer der Hauptstadt namens Herodos, hat grössere Konstruktionen in der Altstadt übernommen, wie die Restaurierung des Tempelplatzes,... Bestimmte Bauteile lässt er ausserhalb der Stadt anfertigen, von anderen Unternehmern, die auch die Bauteile zum Bauplatz bringen. Bei einem dieser Transporte hat eine Zugmaschine oder ein Anhänger, sicherlich infolge falscher Belastung einen Unfall erlitten. Das mehr als zwölf Meter lange Bauteil, das prefabricated geliefert werden sollte, ist vom Transporter gefallen und angebrochen. Der Wagenlenker hat mit der Zugmaschine, die, so nimmt man an, zwei Pferdestärke stark, die Flucht ergriffen, und konnte immer noch nicht ermittelt werden. Allen Nachforschungen zum Trotz ist es nicht gelungen, die amtliche Zulassungsbescheinigung in der Archiven der Stadt ausfindig zu machen. Aufklärung bedarf auch der Umstand, warum das lange Fahrzeug die Jaffastrasse verlassen hat, seit Vorzeiten die Einfahrtsstrasse zur inneren Stadt. Man nimmt an, dass die Hauptverkehrsader wieder einmal überlastet war, und der Wagenlenker den Lastentransport über Seitenwege geführt hat, und dass das Fahrzeug auf dem Russenplatz einen Achsenbruch erlitten hat, und die nicht ordentlich gesicherte Säule herabgefallen ist. Unverständlich bleibt auch die historische Tatsache, dass alle beteiligten Personen rechtzeitig sich aus dem Staube machen konnten, und kein schriftlicher Rapport einer Amtsperson vorliegt. Wie üblich in Israel haben die Behörden in diesen Tagen eine amtliche Kommission eingesetzt, die innerhalb von zwei Jahren ihren Bericht vorlegen soll. Wie wir aus nichtgenannten Quallen erfahren, hat man bereits begonnen, die nicht vorhandenen Tatsachen zu sammeln, insbesondere, um aufzuklären, wie es zu der strafbaren Unterlassung der Amtspflichten der staatlich besoldeten Historiker kommen konnte, sich nicht mit dem Vorgang zu befassen. Für alle Beteiligten wirkt die Tatsache beruhigend, und schliesst beinahe eine politische Absicht aus, dass die Aufnahmewagen des staatlichen Fernsehens nicht informiert waren und vor Ort, als sich der Unfall ereignete, dass keine bildlichen Aufzeichnungen in den Archiven vorliegen. Nachdem sich auch das Religionsministerium eingeschaltet hat, wurde die Kommission unter Leitung eines Raw Pakads gestellt, ein in weiten Kreisen bekannter Historiker und Kriminologe, eine in diesen Fragen erfahrene Persönlichkeit, der aber, wie inoffiziell mitgeteilt worden ist, vor einem Rätsei steht; ein auch nur ähnlicher Fall sei ihm niemals in seiner jahrzehnten langen Bewährung als Leiter von Untersuchungskommissionen vorgekommen. Man bittet, eventuelle Zeugen, direkte oder indirekte, die davon irgendwie gehört haben, sich umgehend zu melden, immer wieder wird die Wichtigkeit betont, diesen Vorfall, bei dem historische und vielleicht auch politische Dinge auf dem Spiel stehen, in der kommenden Dekade zu lösen, in die die zweitausendjährige Wiederkehr des Unfallsdatum fällt,... Viele Kreise sind an der Klärung dieses Verkehrsunfalls interessiert, nicht nur die Polizei und das bereits erwähnte Religionsministerium, auch die Dekane der historischen Fakultäten der Universitäten haben ihre volle Mitarbeit zugesagt,... übrigens sind die amtlichen Kommentatoren und Zukunftsstrategen der Kommunikationsmittel aller Art davon überzeugt, dass es für Russland keine Gründe mehr geben würde, keine diplomatischen Beziehungen mit Israel zu unterhalten, wenn die Frage, wie die Tempelsäule auf den Russenplatz kam, zufriedenstellend geklärt ist... JISRAEL (RUDOLF) JUTKOWSKI sa. Im Alter von achtzig Jahren ist in Tel Aviv im Mai 1989 Jisrael Jutkowski aus einem ganz dem Lernen und Lehren gewidmeten Leben geschieden. Seine Kindheit verbrachte er in sinm Gburtsort Militsch, bis er nach vierjährigem Besuch der dortigen Volksschule für die nächsten acht Jahre an ein Gymnasium in Breslau übersiedelte. Dort hatte er das Glück, von Rabb. M. Simonsohn s.A. herangezogen und für sein ganzes Leben tief beeinflusst zu werden. Dieser wunderbaren Erzieherpersönlichkeit verdankte er seine Liebe zum Thoralernen und seine Sehnsucht, in Erez Jisrael als Lehrer zu wirken. An den Universitäten München und Marburg studierte Mathematik und Physik. Als er von Prof. A. Fränkel s. A. hörte, dass in Erez Jisrael religiöse Lehrer für Biologie fehlten, schloss er auch dieses Fach in sein Studium ein. Im Mai 1933, ein Jahr nach Abschluss seines Studiums, wanderie er in Erez Jisrael ein und lebte hier sechsundfünfzig Jahre. 22 Jahre wirkte er als Lehrer und Erzieher an verschiedenen Schulen in Tel Aviv, Pardes Chanah, Petach Tikwah und zuletzt etwa 20 Jahre an den beiden religiösen höheren Schulen der Stadt Tel Aviv. Das Andenken seines verehrten Lehrers Rabb. Simonsohn hat er zeitlebens treu bewahrt und bewährt .Immer fand er, neben seiner Berufsarbeit, Zeit zu regelmässigem und gründlichem Thoralernen. Ohne jemals eine Jeschivva besucht zu haben, entwickelte er sich im Lauf der Jahre zu einem Talmid Chacham. So konnte er als Pensionär die letzten. 15 Jahre seines Lebens dem eigenen Thorastudium und intensiver Lehrtätigkeit widmen. Seine Vorträge, am Schabbat, über die wöchentliche Sidra, seine Kurse in Mischna und insbesondere, in den letzten Jahren, sein mehrmals wöchtlich stattfindender Kurs in Gemara für Pensionäre fanden allerseits Ankiang. (Fortsetzung auf Seite 19) RABBINER SAMSON RAPHAEL WEISS s.a. Jetzt erreichte uns die traurige Nachricht vom Ableben Rabbiner Samson Raphael Weiss s.A. Rabbiner Weiss wurde in Emden geboren. In jungen Jahren kam er mit seinen Eltern nach Breslau, wohin sein Vater, Aharon Weiss s.A., als Oberkantor an die “Storch" Synagoge, berufen wurde. Um seinem Sohn eine gut fundierte jüdische Bildung zu Teil werden zu lassen, schickte er ihn auf die berühmte “Mirer Jeschiwa” in Polen. Von dort gelang es ihm nach Amerika zu kommen, wo er bald eine führende Stelle im jüdisch-gesetzestreuen Erziehungswesen einnahm. Dank seines segensreichen Wirkens im Rahmen der “National Council of Synagogue Youth” (U.C.S.Y., U.S.A.), gelang es ihm auch Jugend aus indifferenten Kreisen dem Judentum nahezu bringen und zur Alija nach Erez Israel zu veranlassen Er war ein faszinierender Redner, der es verstand seine Zuhörer in Bann zu halten, sein grosses Wissen jedem zugänglich zu machen und zur Gesetzestreue zu überzeugen. Nach seiner Aiija nach Israel, widmete er sich auch hier in selbstloser Weise, der Erziehung im Sinne des gesetzestreuen Judentums. Viele seiner Schüler wurden Rabbiner und Lehrer welche sich besonders der Alija aus Amerika und ihrer Probleme annahmen. Wir sprechen seinen Schwestern unser tiefstes Beileid zum Ableben ihres Bruders aus. JISRAEL JANA! s.a. Am ersten Slichot-Tag verschied plötzlich und unerwartet unser verehrter und von allen Seiten beliebter Herr Jisrael Janai. Er wurde 1914 in Praschka geboren und kam in jungen Jahren nach Breslau. Dort absolvierte er das Gymnasium und wurde dann Student am Rabbinerseminar in Breslau. Dank seiner schönen Stimme, fungierte er jahrelang als Ba’al-Kore' in der Seminarsynagoge, in welcher auf exakte Thoravorlesung grossen Wert gelegt wurde. Bei den Oneg-Schabbat Abenden des Brith-Hanoar schel Ze-ire Misrachi im jüdischen Jugendheim gab er immer Chasanut und hebräische Lieder zum besten. Auch als Lehrer in der Rhedigerschuie war er sehr beliebt. Im Jahre 1938 gelang es ihm noch, dank eines Zertifikats vom Jerusalemer Konservatorium nach Erez Israel zu kommen. Hier widmete er sich voll und ganz dem Lehrerberuf und war bis zu seiner Pensionierung Direktor des religiösen Gymnasiums in Bne- Brak. Ausserdem amtierte er als Baal Kore in der grossen Synagoge in Ramat-Gan viele, viele Jahre. Auch hörte man ihn öfters im Kol-Israel- Radio, Freitag Nachmittag, den Wochen- und Prophetenabschnitt vorlesen. Alle Schüler, welche von ihm zur Bar-Mizwa vorbereitet wurden, lernten von ihm das genaue Lesen der Thora. Drei Wochen nach Jisrael Janai's Tode verschied auch seine Tochter Frau Zipora Pasternak nach schwerem Leiden. Alle die Jisrael Janai kannten, trauern mit seiner Frau Lea geb. Jutkowski, 'welche wenige Monate vorher auch ihren Bruder verlor, und der schwer geprüften Familie. 18