Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1988
- Issue
- No. 52 (1988)
- Date
- 1988-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 145)
- Language
- German
- Belongs to
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Prof. BERNHAfiD DOV BRILUKG a. (1906-1987) DER HISTORIKER DER JUDEN SCHLESIENS Der vor wenigen Monaten in Münster (Westfalen verstorbene Prof. Bernhard Brilling wurde im Jahre 1906 in Tremessen / Prov. Posen geboren, l-m Kpuse seines Vaters Samuel Brilling, der von 1910 — 1935 als Kantor in Prenzlau (Prov. Brandenburg) fungierte, lernte er jene in sich gekehrte Frömmichkeit kennen, die Oskar-Jeschajahu Wolfsberg (Aviad) so treffend aJs „Populär Orthodoxie” bezeichnet hat. Dieser konservativen Tradition ist der Verstorbene Zeit seines Lebens treu geblieben. Seine akademischen und theologischn Studien begann Brilling in den Jahren 1924-26 in Berlin, setzte sie an der Breslauer Universität und dem dortigen Jüdisch-Theologischen Seminar fort, wo er im Jahre 1933 sein Rabbinerexamen ablegte. Schon während seiner Breslauer Studienzeit hatte der historisch interessierte Schüler des Seminars am Archiv der jüdischen Gemeinde Breslau Anstellung gefunden, eine Tätigkeit, die er später als der leitende Archivar mit der ihm eigenen Gründlichkeit und Hingabe bis zur Pogromnacht 1938 ausüben konnte. Nachdem auch ihn das Schicksal der in das KZ Buchenwald eingelieferten Juden ereilt hatte, wanderte der bereits vor Hitler zionistisch organisierte Archivar nach dem damaligen Palästina ein und fand im Tel Aviver Stadtarchiv einen angemessenen Arbeitsplatz. 1957 entschloss er sich, dem Ruf des Institutum Judaicum Delitzschianum der Universität Münster zu folgen. Als Leiter der Abteilung für Geschichte der deutschen Juden hatte er Gelegenheit, seine durch den Zwang der Verhältnisse abgebrochene wissenschaftliche Forschungstätigkeit wieder aufzunehmen. Schon nach kurzer Zeit machte sich Brilling mit der Veröffentlichung historischer Werke wie „Juden in Münster 1933 — 1945” (I960) und Judaica 1005 — 1350 (1967) einen Namen als Fachverständiger für die Geschichte der westfalischen Juden. Seine besondere Liebe aber galt auch hier der Erforschung der Geschichte der schlesischen Juden, der er seine bedeutendsten Untersuchungen widmete: „Geschichte Der Juden In Breslau 1454 — 1702" (1960) und „Die jüdischen Gemeinden Mittelschlesiens, Entstehung und Geschichte" (1972). In Münster wurde dem Gelehrten die verdiente Anerkennung zuteil: 1963 ernannte ihn die Universität zum Kurator, 1965 zum akademischen Rat und 1979 verlieh sie ihm den Professortitel. In all den Jahren galt Brilling als die enzyklopädische „Auskunftsstelle" für bibliographische Nachfragen zur Geschichte der deutschen Juden. Mit seinem Tod haben wir — mit den Worten E.G. Lowenthals — „wohl den sachkundigsten Fachmann für die Geschichte der Juden in Schlesien" verloren. Joseph Walk 1 NEUE ANSCHRIFT I DES VERBANDES: ■ P.O.B. 3591, TEL-AVIV 61 035 I SEINER JUEDISGH- SGHLESÜSCHEN HERKUNFT TREU GEBLIEBEN (ZUM TODE VON PROFESSOR BERNHARD BRILLING) So fürsorglich-treu er zu seinen Nächsten und zu seiner Gemeinde war, so anhänglich-treu blieb Rabbiner Professor Dr. Bernhard Brilling, der im Juli 1987 im Alter von 81 Jahren in Münster/W gestorben ist, gegenüber dem Kreis seiner engeren Fachkoliegen verbunden, jüdischen und nichtjüdischen. Aber auch umgekehrt war dies der Fall. Für die Regionalhistoriker, wozu hier in erster Reihe Bibliothekare und Bibliographen, Archivare, Familienforscher und Epigraphiker zählen, war Brilling, wenn es um jüdisch-historische Fragen und Projekte ging, zu einem Begriff geworden. In diesem kongenialen Kreis konnte er aufgeschlossen gesprächig und heiter sein. Noch in hohem Alter hat er in der Jüdischen Gemeinde Münster ab und zu amtiert. Unübertrefflich in seiner Zurückhaltung, ganz der Wissenschaft hingegeben, ein souveräner Hebraist und observant in bester Tradition, war er Zeit seines Lebens ein fast fanatisch zu nennender Sammler und Bearbeiter jüdisch-historischen Schriftguts — mit zwei Schwerpunkten: Schlesien und Westfalen. Bernhard Brilling konnte mit Recht stolz auf den Umfang und die Qualität seiner wissenschaftlichen Publikationen sein. Wenn er gelegentlich davon sprach, so geschah das ohne jede Publizitätshascherei. Eher war es der Ausdruck eigenen Selbstbewusstseins. Meine persönlichen Beziehungen zu Brilling reichen jetzt fast ein halbes Jahrhundert zurück, als er begann, für die von mir redigierte „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" (Philo-Verlag, Berlin) Beiträge zu liefen. Seitdem sind wir mit kurzen Unterbrechungen in Verbindung geblieben, aber von Angesicht zu Angesicht lernten wir uns erst Ende 1955 kennen. 1927/39 fungierte Brilling als Archivar an der Synagogengemeinde Breslau. Ende 1938 musste auch er den schweren Gang in das Konzentrationslager Buchenwald gehen. Als Emigrant stand er von 1939 bis 1957 in den Diensten der Stadt Tel-Aviv, zuletzt wieder als — Archivar. 1958 holte er, inzwischen Mitarbeiter für die Geschichte der deutschen Juden am Institutum Judaicum Delitzschianum in Münster geworden, die Promotion zum Dr. phil. nach, die ihm in Breslau nicht mehr möglich gewesen war. Seit 1966 Oberkustos (mit Lehrauftrag) an der Universität Münster, wurde er 1970- Akademischer Oberrat und 1979 Professor. Bis zuletzt hat er dem Lehrkörper der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster angehört. Noch vor einigen Jahren wurde Brilling mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland ausgezeichnet. Dass er viele Jahre lang Mitglied zahlreicher jüdischer und allgemeiner Geschichtsinstitutionen war, versteht sich. Sie alle werden den Mitarbeiter, den Ratgeber, auch den Kritiker vermissen. Eine Festschrift, die ihm zum 80. Geburstag zugedacht war, aber noch nicht erscheinen konnte, soll demnächst als Erinnerungsschrift vorliegen. Sie wird das Gedenken an den Verstorbenen hochhalten. Ernst G. Lowenthal WEiSSE MOEWE, GELBER STERN Von ANTJE DERTINGER (Dietz Taschenbuch, 208 Seiten) Helga Beyer, Jüdin aus Breslau, war damals 1933, dreizehn Jahre alt. Das Mädchen ging in den Widerstand, sie arbeitete als Kurrierin, verteilte illegale Schriften, sammelte Geld für die Angehörigen politisch Verfolgter. Mit 17 Jahren wurde Helga verhaftet, mit 18 durch den Volksgerichtshof zu Berlin zu mehrjähriger Gefängnishaft verurteilt Als sie entlassen wurde, war sie 21. Doch frei wurde sie nicht, sie starb wenige Monate später m Frauen KZ Ravensbrück. Dieses Buch erzählt die Geschichte Helgas ihrer Familie und ihrer Freunde, die alle Mitglieder des Deutsch-Jüdischen Wanderbundes „Kameraden” gewesen waren und nach dessen Auflösung an der Breslauer K.P.O., der oppositionellen Abspaltung der KPD, mitarbeiteten. Es erzählt gleichzeitig vom jugend- und wanderbewegten Kameradenbund, von der planmässigen gesellschaftlichen Isolierung der Juden nach 1933, von Widerstand und Exil, vom Spanischen Bürgerkrieg und vom Stalin-Terror in der UdSSR, von der Justiz im SS- Staat und seinem ersten grossen. Frauen-Konzentrationslager, schliesslich von Breslau und dem Riesengebirge, von der Naturfreundebewegung und von verschiedenen Widerstandsgruppen. Die Autorin nennt diese Biographie einen dokumentarischen Bericht, denn sie enthält nichts Spekulatives, sondern beruht auf authentischem Quellenmaterial und auf Aussagen von überlebenden Freunden Helgas. Am Beispiel des „kurzen Lebens der Helga Beyer" ist die Darstellung eines Teils des politischen Jugend-Widerstandes gelungen, der — im Gegensatz zur späteren Aufarbeitung des „allgemeinen" Widerstandes gegen das NS-Regime — bisher kaum Beachtung gefunden hat. (Fortsetzung von Seite 3) te, Verlegung der Zölle an die Staatsgrenzen und auch durch die Toleranz, welche Juden gemessen und „dass der Jud zu Gitschin trafficieren will, höre ich gern". Wallenstein förderte auch Bildungsstätten und Lehrinstitute, gründete Schulen und Kollegs und plante auch eine „Traumuniversität” im schlesischen Sagan. Die gewaltigen Summen, die seine Bauten und die Aufstellung einer Armee verschlangen, wurden von einem Konsortium von Bankleuten geliefert, an dessen Spitze der Holländer de Witte und der Prager Jude Jakob Bassevi standen, der später als „von Treuenburg" geadelt wurde. 1934 hat die Familie Waldstein (dies ist der ursprüngliche Name) zum 300. Todestage Wallensteins) eine Marmorplatte auf seinem Grabe anbringen lassen, auf der seine Büste als Relief erscheint, darunter seine Titel und ein Vers (aus den Sprüchen Ben-Sirahs) (<TV>D )2 ’^Bt») der lateinisch lautet „Quis lucidiet sole? et hic deficiet" Was leuchtet heller als die Sonne? Und auch sie weicht der Finsternis und der hebräische Urtext ."Hrrr xin du i vmü tx» ra„ A. Tobias 5