Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 16 auf das Jahr 5618 (1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 99)
- Language
- German
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99 eine oder andere Weise, der Nothwcndigkeit ihren Tribut zollen müssen'" Gleichzeitig ungefähr schrieb er auch eine kritische Beleuchtung der ständischen Verhandlungen über die Inden in den Jahren 1831 und 1832. Der damaligen badischen Kammer ruft er das berühmte Wort des zu: „Ihr wollt frei sein, und wisst nicht gerecht zu sein!" Zu unserer Freude hat das Jahr 18ä6 diesen Vorwurf beseitigt, und auch in diesem schönen Lande haben sich, wenn auch zum Theil später als in den anderen Gauen des constitutionellen Deutschlands, die Männer des Volks endlich zugleich als gerecht und freiheitsliebend bewährt. Die obere Kammer, den edlen Fürsten von Fürstenberg an der Spitze, hatte ihnen in dieser Angclelegcnheit schon lange vorher ein schönes Beispiel gegeben. Aus voller Brust läßt Niiesser den trefflichen Männern, welche in Hessen und Baiern für gleiche Rechte aller Bürger gestritten, die ihnen gebührende Anerkennung widerfahren. In der, die ständischen Verhandlungen in Hannover betreffenden, Schrift sehen wir mit Schmerz daß gerade Stüve es ist, dem erst bewiesen werden muß, daß gesetzliche Freiheit ein Recht, keine Vergünstigung ist, und Anschuldigungen gegen eine schwache Minderheit nie auf Hörensagen und ohne überzeugende Belege vorgebracht werden sollen. Für den badischen Landtag von 1833 arbeitete Riesser eine treffliche Denkschrift aus, welche viel dazu mitgewirkt haben mag, daß statt wie früher zwei, nun fünfzehn Abgeordnete, worunter Männer wie Mittcrmaier, Duttlinger und Welker, sich für gleiche Gerechtigkeit gegen Alle erklärten, die aber doch weder Herrn von Notteck, noch die damalige Majorität umstimmte. Auch dort fanden es seine Glaubensgenossen angemessen, ihm ihre Dankbarkeit gleichsam symbolisch anszudrücken. Sie überreichten ihm nämlich ein treffliches Genrebild von Professor Oppenheim, die Rückkehr eines, mit Wunden und Ehrenzeichen geschmückten, jüdischen Freiwilligen zu seinen altgläubigen Eltern vorstellend. Der Gegensatz der alten und neuen Zeit, der sich in Liebe auflöst und vereinigt, stellt sich in diesem Bilde auf anmuthige Weise dar. Bald eröffncte sich ein neuer, eigenthümlicher Kampf in Preußen. Die Rcaction, welche seit dem Rücktritte^des Staats^