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Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · 16 auf das Jahr 5618 (1858) · p. Seite 83

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
16 auf das Jahr 5618 (1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 83 (sequence 83)
Language
German
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83 erhält der Kampf nur durch die Gesinnung die ihm zu Grunde liegt, und ihn weiht zu einem Kampfe um gleiche Befugniß und gleiche Freiheit für Alle, um Vertretung der Rechte der Menschheit, entgegen den Vorrechten einzelner Geschlechter, Kasten, Religionspartcien, oder privilegirter Ansichten. Mit Recht sagt Gabriel Riesser*): „Es ist kein besonderer Zweck den wir verfolgen, es ist dasselbe Ziel, es sind dieselben Grundsätze der Rechte, der Freiheit der Menschheit, von denen alle Völker der Erde ihr Heil zu erwarten haben. Der Kampf ist aller Orten derselbe, wenn auch der Kampfplatz verschieden ist: die Wahrheit ist dieselbe, aber die zu besiegende Lüge ist mannigfach; der Sieg wird derselbe sein aber die Opfer die ihm fallen sind verschiedener Art. Und in der That, wie soll das Gute siegen, wenn nicht Jeder, dem es am Harzen liegt, in seiner Sphäre dafür streitet 2" Aber der Kämpfer muß des Kampfes würdig befunden werden, wenn er mit Recht gefeiert werden soll. Wer eine gute Sache dadurch fördert, daß er sie mit dem in Verbindung bringt, was Rechtens ist, der thut wohl daran, und seinem Verdienste soll die gebührende Anerkennung nicht fehle». Aber nur wer das vertritt was Recht ist, wer es überall, in jeder Richtung, in jeder Anwendung, ohne alle selbstische Beziehung, zu seiner eigenen Angelegenheit macht, nur der verdient den Dank der Menschheit. Nicht wer als Advokat einer Partei anftritt, wenn diese auch die unterdrückte ist, wohl aber kann ihn der in Anspruch nehmen, welcher in einer Form der Unterdrückung die Unterdrückung überhaupt bekämpft, in einem verletzten Rechte für das verletzte Recht überhaupt auftritt. Viele deutsche Schriftsteller, christlichen und jüdischen Glaubens, sind zu nennen, welche von diesem Standpunkte aus für das in den Juden verletzte Recht mit Kraft und Wärme gekämpft; doch sind es drei, welche vor allen verdienen an die Spitze gestellt zu werden - Dohm, Vörne und Riesser^) *) Uebcr die Stellung der Bekenner des mosaischen Glaubens, S. k 7. Lessing unö Herder nennen wir darum nicht zuerst, weil sic die Gmancipation der Juden nicht besonders behandelt haben. Wir sind aber weit entfernt in Abrede zu stellen, daß im Grunde dem edlen und großen Lessing auch um diese gute Sache daö höchste Verdienst znerkannt werden muß. Wir werden hierauf bei Gelegenheit der Riesser'jchen Schrift über das Denkmal dieses unsterblichen Mannes znrnckkommem 6 '

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