Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 16 auf das Jahr 5618 (1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4085237-9641004--080-7392745- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
78 Der Titel dieses, auch für die Geschichte merkwürdigen Stückes ist: Publication gethan bebothe hacnesioth dc־Israelim Hollandia Ascbkenosim (in der holländischen jüdisch-deutschen Synagoge) wegen es Ausrichten vun ein Corps Truhpen (14 Seiten) *). Zleslgiöse äamisienum) Zttirderseste. Don V!2 .׳. Kahn, Oberrabbirier in Trier. In unser« Familie» soll vor Allem wieder mehr religiöses Leben einheimisch werden. Dieser Behauptung stimmt gewiß jeder bei; das allmälige Erlöschen eines innigen, geniüthlich religiösen Lebens in den Familien wird leider nur zu häufig wahrgenommen und ist längst ein Gegenstand allgemeiner Klage geworden. Schwierig j-doch ist es, die Mittel zur Abhilfe auzugebeu, besonders in unserer Zeit, in welcher die Herzen der Eltern und Kinder gerade in religiösen Gefühlen und Ansichten so sehr getrennt und verschieden sind. Allgemein anerkannt ist aber auch, das, besonders die religiösen Feste dazu dienen sollen, dem Hause die höhere Weihe zu geben. Mit nachsolgenden Bcmerkuiigen wollte ich daher vornehmlich darauf aufmerksam mache», daß diese Feste zugleich als Kinderfeste gefeiert werten sollten. Am meisten scheint mir zu diesem Zwecke das Pessach-Fcst geeignet zu selu. Bei demselben bedarf cs itt dieser Hinsicht nicht einmal besonderer Einrichtungen und Anordnungen, sonder» wir brauchen nur die vorhandenen alten und ehrwürdigen Gebräuche richtig anzuwenden, um sie fruchtbar zu »tachen. Die Grundideen dieses Festes: Freiheit und Liebe, Hoffnung und Vertrauen sind an sich schon so!ein und erhaben und allgemein menschlich, und daher wahrhaft israelitisch, däß selbst Diejenigen, welche sich entweder Ibeilweise, oder ganz von den religiösen Ceremonien losgesagt haben, dasselbe seinen großartigen Ideen nach, gern feiern können. Schon der Alles neu belebende, und unser Her; mit jugendlichen Hoffnungen frisch beseelcnde Frühlingsmonai, in welchem dieses Fest erscheint, stimmt uns andächtig und erhebt unsere Gefühle zu Gott, den «Lchöpfer und Erhalter aller Wesen, der da ist מהרש 2ני, der Vcrjünger der ganzen Natur. Die häuslichen Anordnungen und Vorbereitungen beim Beginn des Festes versetzen uns ebenfalls in eine eigenthümliche, freundliehe Stimmung. — Warum sollten sonach, vorzüglich die Sed er-Abende, auch in unserer Zeit nicht mit religiöser Gemüthlichkeit in unseren Faml- *) Wir liefern das nierktoürdige Aktenstück im nächsten Jahrg. nnscres Volksbuchs. Eine Geschichte der Juden in Holland von ihrer Niederlassung bis aitf die treueste Zeit "ist uns bis dahin zngesichert worden, " D i e N e d a c t i o n.