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Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · 16 auf das Jahr 5618 (1858) · p. Seite 76

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
16 auf das Jahr 5618 (1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 76 (sequence 76)
Language
German
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76 dem slavischcn Schut, wegen des Gleichlauts mit dem Hebräischen, eingeführt worden sein mag, und so viele andere. Wir rechneten früher dahin auch uzen (foppen), Schlemihl (Unglücksmensch), Schlemasel (Unheil), glauben aber jetzt, daß diese nicht aus der jüdischen Sprache hcrrühren, so sehr besonders die letzter» beiden das Ansehen haben, als kämen sic ganz oder theilweise von hebräischen Ausdrücken; Schlemasel namentlich ist gewiß das deutsche Schlammassel, welches man unrichtig auf schlimm und Masel (Glück) zurückgeführt hat. Merkwürdig ist, daß die jüdischen Ausdrücke sich auch in andern Sprachen finden, wo man sie blos für Gaunerausdrücke hält. Die englische clelvotivv piolivs spricht oft von O-ono^I», ohne zu merke», daß der hebräische Ausdruck blnnoev (Dieb), den die Juden überall anwenden, sich dort eingebürgert hat. Sehr häufig haben die Juden deutsche Ausdrücke auf entsprechende Weise hebräisch übertragen, ohne Zweifel, um nicht von Jedermann verstanden zu werden, z. B. Achbrisch (Dieb) von Achbar, Maus, ein Mausender; Kl e monis (Kle umanith), Werkzeug; Finkeljochen, von Jajin, Wein, Brantwein u. dgl., abermals eine Wirkung der Abgeschiedenheit, die sich darin gefällt, ein eigenes Kauderwelsch zu sprechen, wie dies bei geschlossener» Gesellschaften, Handwerkegenossen, Studenten, und sonst ebenfalls geschieht. Die Juden schrieben ihr Deutsch mit hebräischen Lautzeichen und haben sogar hierin eine besondere Schönschrift ausgebildet. Die jüdische Sprache hat zu Zeiten die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich gezogen, weil sich Gauner derselben oft bedienten, zumal wenn sie mit jüdischen Genossen in Verbindung standen, und bald hat sich auch die deutsche Gelehrsamkeit dieser Sprache bemächtigt. Wagen seil und Schudt mögen jedoch die einzigen sein, welche genauere Kcnntuiß davon hatten; was sonst erschienen ist, hat keine Bedeutung. Wesentlicher als dieser Mißbrauch, welcher dem Boden niederer Unsittlichkeit «»gehört, erscheint uns die ziemlich ausgedehnte jüdisch-deutsche Literatur, mit welcher jüdische Gelehrte und Schriftsteller das Volk sittlich zu bessern oder auch zu unterhalten strebten. Wir besitzen eine Menge zum Theil sehr umfangsreicher Erba u u n gs schri ften und Gebet-

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