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Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · 16 auf das Jahr 5618 (1858) · p. Seite 51

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
16 auf das Jahr 5618 (1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 51 (sequence 51)
Language
German
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Wunderthäter ausgeben, tragen eine falsche Lehre vor, und verleiten ihre Zuhörer zu irrigen Vorstellungen, und das Wesen, das sie sich so vo'. stellen, ist dann nicht Gott, nein, ein Ungott. In diesem Sinne kränken sie den Allerheiligsten durch einen Ungott, und ihre Strafe ist zunächst, daß sie die Menschen in falsch-gläubige verwandeln, die dann nicht mehr ein Volk, nein ein Unvolk sind. Diesen Betrügern hängt also nur ein Unvolk an. Aber auch die Leichtgläubigen sündigen durch Annahme der trügerischen Lehre und erzürnen Gott durch ihren nichtigen Wahn, und ihre erste Strafe besteht darin, daß ihnen der falsche Bal Schein, der unter dem verworfenen Heiden gemeint ist, gelassen wird." „Ach, ach! wie herrlich!" rief der Wirth entzückt aus. „Ihr werdet nun einsehen," fuhr der Rabbi fort, „zu wie mannigfachen Sünde» ich Veranlassung geben könnte, wenn ich hier als Bal Schein auftreten wollte. Denn sind etwa eure Rabbiner und eure Gelehrten gegen die Kabbala eingenommen, so werden sie durch Lästerung meiner Person sich schwer versündige». Achten sie dagegen, wie es frommen Leuten geziemt, diese heilige Wissenschaft, so steht doch zu befürchten, daß sic mich mit einem jener Betrüger verwechseln werden, die nur auf einen betrügerischen Gewinn ausgehen. Denn ich bin ihnen ja ganz fremd, und habe in der kurze» Zeit meines Aufenthalts, da ich übermorgen schon abreisen muß, kein Mittel, Proben meiner Wundcrkraft abzulegen. Und doch ist auch ein Zweifel an einem wahren Bal Schem eine schwere Sünde, die ich eurer Stadt ersparen will, indem ich mich zurückgezogen halten werde. Man wird dann gar nicht Gelegenheit haben, über mich zu urtheilcn, und das wird das Beste sein." „Kure Menschlichkeit ist eben so bewundernswerth wie eure Weisheit und Gelehrsamkeit," versetzte der Wirth, und ich wage keinen Einwurf gegen euren Beschluß. Ihr werdet doch aber nicht aller Gemeinschaft mit den hiesigen Einwohnern entsagen? Ihr werdet doch wohl in die Synagoge kommen?" „Das versteht sich!" erwiedertc der Bal Schem, „und da hoffe ich auch euren Rabbiner und eure Gelehrte kennen zu lernen, freilich aber nur als Privatmann, als ein einfacher Reisender, der ohne Ansprüche erscheint."

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