Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 16 auf das Jahr 5618 (1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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42 Was soll ein Vater heutzutage seinen Sohn stndiren lassen? Heutzutage sind alle Fächer der Gesellschaft dermaßen überfüllt, daß es einem Vater schwer wird, darüber zu entscheiden, was er seinen Sohn soll werden lassen. „Werdet nicht Theologen!" sagen die Freunde, „wenn ihr nicht ein Dutzenv und mehr Jahre ans eine Stelle warten wollt." — Studirt um Gotteswillen nicht Medicin, denn die Leute müssen alle krank und niemals gesund werden, wenn man alle Aerzte anständig ernähren will." „Laßt die unfaßliche Philosophie ungefaßt; denn ob ihr cingekantet, cingefichtet, eingckrauset, eingeschellingt oder eingchegelt werdet, irgend wie muß man Euch einrahmen, damit Ihr stecken bleibt und hilflos Euer Leben hinbrmgt!" — „Was wollt ihr Philologen denn mit Griechisch und Latein?" fragen die praktischen und gebildeten Leute; „denn davon, was wir doch vergessen müssen, wollen wir nichts mehr wissen. Wozu die Jugend damit quälen und die schönste Zeit tödten, was nie existirt, nie cxistiren und Jemand etwas nützen, noch erfreuen kann?" „Was aber soll die Jugend lernen und studiren?" „Vor Allem die Selbstständigkeit!" Hilf dir selber, so hilft dir Gott!" Pflanzet in die Jugend zunächst Arbeitslust und Arbeitstüchtigkeit und alles Andere wird sich finden. >- Proben ans der nächstens erscheinenden Deborah, Novellencykluß aus dem Gebiete des jüdischen Lebens. In Bcrbinvnng mit mchrcren belehrten herauvgcgcben von K. Klein. Der nerwunschene Clmlor. Ein Schwank. In früheren Zeiten waren die Marschälke unter den polnischen Juden berühmt. Es waren arme Leute, die aus Mangel