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Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · 16 auf das Jahr 5618 (1858) · p. Seite 41

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
16 auf das Jahr 5618 (1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 41 (sequence 41)
Language
German
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41 gesegnet hat, daß ich aber in Folge meiner zeitlichen Stellung die Befähigung hienieden nicht erlangen kann, die dem Studium des Rechts gebührt. Willst Du also diese Kleinigkeit schlechterdings nicht annehmen, werde ich sagen, Du thuest es aus Neid, damit ich durch meine Handlung mir nicht einen Anspruch ans die Befähigung im künftigen Leben erkaufe." Diese Aenßernng hatte den erwünschten Erfolg, ans Rücksicht für das Gefühl seines Freundes naym Eidlitz die Gabe an. Die Zeit verrann, die Freunde sahen sich oft, aber, wie leicht zu denken, der Gegenstand wurde nie wieder berührt. Nach einigen Jahren erkrankte Eidlitz und starb. Wie seine Amtspflicht es heischte, begab sich Frankel in die Wohnung des Gestorbenen, den Nachlaß zu verzeichnen. Doch war das eine bloße Förmlichkeit, denn er wußte, wie arm Eidlitz gestorben. Im Studirzimmcr des Geschiedenen stand eine Kiste, worin Mannscripte und andere Sachen, welche der Eigcnthümer von Werth geglaubt und so heilig gehalten, daß er während seines Lebens den Schlüssel nie ans den Händen gelassen. Beim Untersuche,) der Kiste entdeckte Frankel ein hartes, rundes Paket. Er zog es hervor; es war ein versiegelter Beutel mit einer beträchtlichen Geldsumme, und an dem Beutel hing ein Zettel, auf welchem die Worte standen: Bei mir dcponirt von meinem Freunde, dem Rabbiner Israel Frankel. Der Rabbiner Herz Scheier in Mainz, der 1824 starb, befolgte treu und gewissenhaft auch besonders darin die Vorschrift des Talmuds, daß jüdische Geistliche und Gelehrte uneigennützig das Wohl ihrer Gemeinde» befördern sollen. Er war von Haus aus reich, nahm für sein Amt daher gar keine Besoldung, sondern setzte allmählig sein ganzes Vermögen zu. Jetzt erst nahm er die jährliche Besoldung von 1000 Gulden an- Jedoch als er sie acht Jahre lang bezogen hatte, ging ihm eine längst verloren geachtete schuld von 10000 Gulden ein, und sein Erstes war, davon die bis dahin bezogenen 8000 Gulden der Gemeindekasse zurück zu zahlen. (Abendzeit.)

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