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Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · 16 auf das Jahr 5618 (1858) · p. Seite 40

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
16 auf das Jahr 5618 (1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 40 (sequence 40)
Language
German
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40 weiß die Stelle genau, wo ich ihn getroffen. Er lief freilich davon, doch der Pelz gehörte mir, da ich doch auf ihn geschossen. Dagegen war nichts cinznwendcn, und der Soldat wurde freigesprvchen. Der Jude aber kam nicht so leichten Kaufs davon Er hatte nicht nur seinen Pelz verloren, er mußte noch eine bedeutende Geldstrafe zahlen, dafür, daß er sich an kaiserlichen Sachen vergriffen. Denn ein von einem Soldaten geschossener Wolf ist Eigcnthnm des Soldaten und mithin, da die Effecten eines Soldaten der Krone gehören, Eigcnthnm des Kaisers. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts lebte zu Prag der gefeierte Rabbiner Scrach Eidlitz, ein Mann von großem Verstände und tiefer Auffassung, nicht bloß berühmt wegen seiner Kenntnis; der heiligen Schriften, dcS Talmuds und dessen Kommentaren, sondern auch bekannt durch seine mathematischen Studien, von welchen sein Werk: „die Rechenkunst" Zeugnis; liefert. Nach der Sitte seines Wohnorts und der Zeit, in welcher er lebte, thciltc er seine Stunden zwischen Stndiren und Belehrung, während seine Gattin mittelst eines geringen Kleinhandels die Erfordernisse eines bescheidenen Hauswesens erwarb. Eidlitz kannte recht gut die reichen Quellen, welche seine Gelehrsamkeit ihm eröffnen konnte; aber er lehnte jede Belohnung ab, weil es unvereinbar mit dem Worte der Weisen: „Wer sein Pfund solchergestalt mißbraucht, der soll verworfen werden." Im Fortgänge der Zeit wurden die Umstände des gelehrten Mannes immer drückender und es kam dahin, daß er sich viele Bequemlichkeiten und oft die nothwendigstcn Bedürfnisse versagen mußte. Dessenungeachtet hielt er ans und verschwieg seine Armnth, damit, wenn sic bekannt würde, es nicht aussehe, wie ein leiser Anspruch aus Unterstützung. Zu selbiger Zeit besuchte ihn eines Tages ein alter F-rcnnd, der Rabbiner Israel Frankel, Vorsteher der Prager Gemeinde und im vertrauten Gespräche entdeckte ihm Eidlitz seine wahre Lage. Als beide nachher sich wiedersahen, machte Frankel ans die zarteste Weise Eidlitzen ein Geldancrbieten, das dieser jedoch schlechterdings nicht annahm. „Wohl," versetzte Frankel, „Tu weißt, daß Gott mich mit Reichthnm

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