Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 16 auf das Jahr 5618 (1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 38)
- Language
- German
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38 „Pracht und Herrlichkeit Beilager gehalten. Da waren fast „viel Fürsten und Herrn, auch sehr viel Fürstinnen, Grafen, „und Gräfinnen und andere Edle Ritter und Knecht in großer „Anzahl aus dermaßen köstlich geziert mit Kleidung, Kleynod „und andern: Zierrath, dergleichen in Menschengedenken hier „zu Land nit gesehen worden. „Darauf hat man wunderbahrliche Turnier-Rennen und „Stechen gehalten, auch schöne Tänz und Neigen geführet bis „zu Mitternacht in einem sonderlichen Hauß, so aus vielen „Brettern aufgcricht und gemacht gewesen, welches die von „Frankfurt in ihrer Rüstung bewahrt. „Da kommt einem Juden ein sonderbarer Lust an, den „stattlichen Fürstentauz anzusehn, zeugt derowegen in einem „sammtnen Kleid aufs herrlichste daher und wird ohnerkannt „durch die Bürger eingelassen. Letztlich aber wieder erkannt, „ergriffen, und umb eine stattliche Summ Geldes „gestrafft. „Das Geld hat man in keine ander Wege anzulcgcn „wißen, dann den Juden zu mehrcrem Spott und Verkleinern „jährlichs verordnet: „Dieweilen eben dazumal sehr viele Ratten gewest, so „großen Schaden gethan, so ward festgesetzt, daß mau einem „jeden, wer eine auf die Brucken gewißen dazu vcrordneten „Personen gebracht, einen Pfennig geben von solchen jüdischen „Gelt. Den Ratten wurde der Schwanz abgehaucn und in „Mayn geworfen, welcher Brauch noch einige gute Zeit gewähret. — So in der guten alten Zeit! Friedrich der Große hielt nicht viel von der Bekehrung der Juden. Die Juden wurden unter seiner Regierung sehr hart besteuert, (wie es überhaupt damals in Deutschland mehr oder weniger gebräuchlich war, die Juden nur als einen steuerbaren Artikel im Staate zu betrachten). Wie der König die Pozellanmanufaktur gründete, zwang er die Judenschaft, alle Jahre für eine gewisse Summe Porzellan zu kaufen und auszusührcn, was den Juden natürlich sehr schwer werden mußte.