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Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · 16 auf das Jahr 5618 (1858) · p. Seite 22

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
16 auf das Jahr 5618 (1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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22 stellt. Vor der ersten Kammer fand ein solcher Akt der Gerechtigkeit keine Sympathien. Auch hat die erste Kammer in der Bcrathung einer neuen Verfassung den Juden das passive Wahlrecht abgcsprochen. Etwas AehnlicheS kam m Schwerin vor. Die Regierung machte den Inden das Recht streitig, in den Städten, wo sie seit >818 verbürge« sind, Grundstücke zu erwerben Aber die Städte protestieren gegen die Regiernngsmaßnahmc, als gegen einen Eingriff in ihre Rechte, und die Hauptstadt gab eine besondere eklatante Antwort ans das Ansinnen der Regierung, indem sie den jüdischen Kaufmann Bernhard Cohne wieder zum Bürgcrrepräsentantcn wählte. Am 4. April d. I. verschied in Cassel nach kurzem Krankenlager in seinen besten Jahren der Obcrgcrichts-Advokat Alsberg, ein Mann, dem seine nnanSgeschte Lhätigkeit, sowie das Wohlwollen und der Eifer, womit er dieselbe jedem öffentlichen Interesse znwandtc, allgemeine Achtung und Vertrauen erworben hatte, so dass sein Verlust nngetheilteö Bedauern erweckt. Im Fürstenthum Waldeck sind die Juden, die 1848 noch Schuhjuden waren, den christlichen Unlcrthanen gleichgestellt. Obgleich die Juden nur den hundertsten Theil der Bevölkerung bilden, waren bei jedem Schwurgerichte noch immer mehrere Juden Gcschworne. Auch widmen sich die Juden Waldecks immer mehr dem Ackerbau, und man trifft bei Einzelnen schon recht stattliche Scheunen und einen schonen Vichstand Ans Hannover wurde der AugSb. Allg. Zeit, geschrieben, die Ausnahme und Jnstallirung des dortigen KontgS als Großmeister der Freimaurerlogen wc>de mil der Ausschließung der Juden von dem Frcimaurerbnnde, resp. mit einer Eharaktcrisirnng desselben als eines Zweiges dcö christlichen Staates Hand in Hand gehen. Anerkennung verdient, daß man in Hannover beschlossen hat, die Auöbi düng der jüdischen Lehrer und Einrichtung der entsprechenden Lehranstalten aus Staatsmitteln zu bestreiten. Der Obcrcommerzrath Simon hat der isr. Gemeinde zu Hannover ein Kapital von 3800 Tbl. geschenkt. In Gondershausen fungirt an der städtischen Realschule der Rabbiner Herr Heiden heim als Oberlehrer, und ein anderer Jude, Herr Gold sch niidt, als Collaborator. In Sckwcrin ist hinsichtlich der Frage über Berechtigung der Juden, als Bürg« Grundstücke zu erwerben, von den Kammern der Beschluß gefaßt worden die stdegierung zu ersuchen, von ihrem Verbote in ciinclnen Fällen abzuslehen. In Sachsen wird unsern GlaubenSbrüdern unbeschränkte Ausübung jedes Gewerbes und Niederlassung an jedem Orte, activeS und passives Wahlrecht und Zutritt zu Staatsämtern gewahrt und nehmen jüdischer Cultus und Schule einen Posten im Staatsbudget ein. In neuester Zeit hat auch Coburg-Gotha sich liberaleren Owniidsähe angcschlvsien und den Juden die Niederlassung gestattet. Von den Verhältnissen der Juden in Meiningen hingegen ist wenig Erfreuliche« mitznkhcile». In Nassau ist Herr Mcdicinakrath .Herz zum Obermedicinalrath, Herr I)r. Herz zum Acecsiisten bei dem Hofnnd Appellalionsgcricht

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