Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 16 auf das Jahr 5618 (1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
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- Alzey 1× ep/1044014
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ein paar 100 Stück blauer Matroscnjacken lagern, welche auf den Zuwachs uns rer maritimen Größe in Wenns fabrizirt und vrn da nach der Weserstadt geschick! wurden, von wo sie nun wegen des verlangten Eingangüzolls nicht wieder iu ibrc Heiinalb komme» kennen. Das sind auch schmerzliche Erinnerungen, bei denen man sieb anfbalten könnte. Wir wallen aber lieber lpnzuüge». dasi der Pormi r Kleiderbandel nicht bloß im Jnlande und in benaebbarlen Lander», wie der Schweiz, sondern besonders auch nach überseeischen Plätzen, nach Honolulu, den DandnnchS. inselu rc. gebt. Erlaube» Sie mir schließlich noch eines Umstandes zu erwäbncn. Er b trefft die Juden, die Juden übcrbaupt und insbesondere die gewerbtrcibenden. Es ist gar nickt zu verkennen, daß der rege Geschäfts- und Handelsgeist, die Sparsamkeit, die Genügsamkeck, der Assoclalionssinn und äln,licke Eigensckaflen, deren Schattenseite » an so oft und laut tadeln, deren Lichtseite man so selten anerkennen dort, wenn man sie am Juden beobachtet, daß, sage ich, die jüdiwhe Bevölkerung einen ehrenhaften Antbeil an d m Aufschwünge des neuen Worms nimmt. Neben den von Ebriüen gegrün eten bliibendeu Geschäften sehen wir bicr viele jüdische Gesckäflsti.iuscr blühen und gedeihen. Die Klagen über Wucker, übe, systematisches Hernntcrbringen von Gesckäslen u dgl. durch die Jusen sind oft nichts als Eingebungen derer, welche nickt den Mulb haben, es dem rechtschaffenen Juden in der Sparsamkeit und dem Fleiße gleich n thun. Wae wir von den Juden lernen sollte», ist cbe» auch das Vvransckauen. Wer Hort ihn reden von den Wassern zu Babylon und von den üanen zwischen den Weiden? Der Lebende hat Neckt, ihm gehört die Zukunft. Es gibt Gottlob Mittel, wieder gut zu »lachen, was Wahn und Kriege vergangener Jabröundcrte verdorben. Am linken Nlnnnuser, im Elsaß, in der Pfal , in Rb.inpreußen, in Rbeinl, ssen. in Worms, überall, wo noch Spure» zeistö ter. hcrnntetgekommener Städte, lassen Sie uns die Mittel zn neuem Dasein, den Wetteifer der Bi.düng, d s Erwerbs, der Sparsamkeit, des Fleißes mit besonderer Freude begrüßen und ihn ermuntern. Nicht was wir wäret', sonder» was wir sind und sein weiden I Im Februar d. I. bat vr. S. Adler, bis dahin Rabbiner in Alzey, Deutschland verlassen, »>» nach Amerika üverzusiedeln, wo sich ihm als Rabbiner in New-Port eine segensreiche Wirksamkeit eröffnet. So wehe cs seiner Gemeinde und seinen vielen Freundet, that, de» vortrefflichen Mann aus ihrer Mitte zu verlieren, so freute man sich doch, daß seine Stellung in Amerika wwokl für ihn als für Israel sehr günstig sein wi-d; in Amerika, wo ihn nicht der Haß Andersdenkender verfolgt und kein Gesetz seinem Geiste Schranken setzt. Noch ist seine Stelle in Alzey nicht wiederbesetzt und auch in Darmstadt ist, nachdem der dortige Rabbiner vr. Auerbach seine Entlassung erkalten hat, dasNabbinat erledigt. In Bingen a. Nh. ist Herr M.'Feist mit großer Majorität zum Stadlrath erwählt worden, sowie in Mainz die Herren S. Goldschmidt und vr. Nein ach. Der edle, menschenfreundliche Großherzog von Heffen-g armstadt läßt den jungen hoffnungsvollen Julius Wolf, aus Bensbeim an der Bergstraße, von dem berühmten Tonkünstler Hofmnsik-Direktor Schlösser (Israelit) in Darmstadt zum Musiker ausbilden, und gewährt ihm bereits seit 3 Jahren eine monatliche Unterstützung von 30 fl.