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Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · 16 auf das Jahr 5618 (1858) · p. Seite 19

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
16 auf das Jahr 5618 (1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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rem Lande müssen aus gänzlichem Mangel an Schulamts-Kandidaten christliche Provisoren oder Schulgehilfeu eingestellt werden, was natürlich dem Hebräischen und dem Religions-Unterricht großen Abbruch thun muß. Wenn der vor einigen Monaten erfolgte Eod des Schullehrers Maison in Oberndorf eine Lücke cntstchenZieß, so befindet sich die Gemeinde Laupheim nunmehr in gleicher Lage. Am 11. November v. I. starb der israelitische Lehrer Abraham Sänger nach kurzer Krankheit, in einem Alter von 67 Jahren und mit 3l Dienstjahrcn. Er war ein Mann von festem, achtungSwcrthen Karaktcr, von anerkennenswertster Bcrufscifrigkcit und es dürfte daher ein kurzer Abriß seines Lebens den geehrten Lesern dieses Jahrbuchs nicht unwillkommen sein. Abraham Sänger, der Sohn des früheren Rabbinen in Buttcnwicsen, verließ schon als Knabe von 10 Jahren das ältcrlichc Haus, um sich in der Fremde auszubildcn. Zuerst wollte er sich theologischen Studien widmen, als er aber im Jahre 1810 wegen des entbrennenden Tyrolerkricgs Innsbruck verlassen mußte, nahm er als Lehrer und Vorsänger in verschiedenen kleinen Gemeinden des südwestlichen Deutschlands, sowie in Privat!,äusern Stellen an, die aber seinem lebl,asten und strebsamen Geiste nicht znsagten, und verließ sie wieder. Doch sprach er noch in seinen letzten Jahren mit besonderer Vorliebe von seinem Aufenthalte in Eßlingen. Im Jahr 1826 übernahm er an der damals durch Schullehrer Simon Tanncnbanm in Laupheim gegründeten jüdischen Volksschule die Lchrgchilfcnstellc, in welcher er bis zum Tage seines Todcö verblieb. Bei der Emanirung des Gesetzes vom 25. April 1828 erkannte er, daß damit ein Wendepunkt in Bezug auf die künftige bürgerliche Stellung der Jugend cingctreten sei, und nun bildete sich sein ältester Sohn zum Rabbinen, der zweite znm praktischen Arzt, der dritte zum Juristen, der vierte znm Knnstgärtner und endlich der fünfte znm Oeconomen aus. Lehrer Sänger genoß in hiesiger Gemeinste, und bei allen, die mit ihm lebten, allgemeine Achtung. Namentlich waren es die Kleinen, die mit kindlicher Liebe an ihm hingen, und den Verlust tief betrauern. Aus dem Großherzogthum Hessen wird uns nn'tgetheilt: In Worms erhebt sich über dem Grabe des scl. vr A. Adler nun ein stattliches Monument mir mannigfaltigen Arabesken und ehrenvollen Inschriften verziert. Von den Wormser Inden berichtet unser geschätzter Mitarbeiter Herr vr. Georg Schirges in Mainz: Die Wormser Glanzlederfabrikation, welche eben in der Pariser Industrie-Ausstellung ihre» guten Nuf auf's Neue bestätigt hat, beschäftigt gegen 1000 Arbeiter. Die bekanntesten Firmen von Cornelius Hehl und Dörr und Reinhard, auch Melas und Gernsheim verarbeiten allein an rvhen Kalbfellen jährlich 6 bis 700,000 Stück und unterhalten mit Italien, Svanien, dem Orient und dem überseeischen Westen lebhafte Handelsverbindungen. Einen eben so interessanten ats bedeutenden Erwerbszweig bildet der Wormser Kleiderhandel und die Fabrikation von fertigen Kleidern. Ein einziges jüdisches Haus beschäftigt in diesem Zweige 60 bis 80 Meister nebst deren Frauen, Gesellen und Lehrlingen. Dieses Haus lieferte u. A. der weiland deutschen Marine einen großen Tbeil ihrer Uniform und cs sollen in Bremen noch 2 *

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