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Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · 16 auf das Jahr 5618 (1858) · p. Seite 18

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
16 auf das Jahr 5618 (1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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18 Der Verfasser des „Barfüßele," Berthild Auerbach, erhielt aus Wien anonym 50 Preußische Thaicr mit folg.nder Zuschrift: „Ihr „Barfuß le" hat mir so unendlich, so innig wvhlgethan, daß ich „gerne dem „Barfüßele" auch wieder wohlthun »lächle, il», auf irgend „eine Weise diesem Gefühle Ausdruck zu geben, erlaube ich mir, Ihnen „inliegende kleine Gabe mit der Bitte zu übersenden: dieselbe zur Bekleidung von Dürfligcn ganz nach Ihrem Ermessen zu verwenden." Der edle Dichter hat das Geld nach Nordstetten, seinem Geburtsorte, geschickt und bestimmt, w e es an christl che und jüdische Kinder gleichmäßig solle vcrtkeilt werden. „Das Ergebnis!, schreibt er, fli.ße zu der Quelle zurück, ans der sich mir das Leben erhöhte und verschönte." Aus Anlaß ihres 25jährigen Bestehens haben die Gemeinden des Nabbinats Oberndorf der israel>li,chen Obcrkirchenbehördc in Stuttgart in einer von dem Lehrer Adler in Aufhansen kalligraphisch ausgezeichnet geschriebenen Adresse und iu einem vom Herrn Rabbiner Adler verfaßten hebräischen Gedichte ihre Glückwünsche dargebracht und dem Herrn Or. Maier eine silberne Dose mit passender Inschrift überreicht. Von der Behörde und dem Kirchenrathe sind darauf freundlich und warm dankende Antworten eingegangcn. Der huldvolle greise Monarch hat bei dieser Gelegenheit dem Kirchenrath Or, M aier das Ritterkreuz des KriebrichSordcnS zu verleihen geruht. Am 30 Oktober v. I. wurde iu Eßliugeu das 25jährige Bestehen des israelitischen Waisen-Vereins feierlich begangen, wobei Abgeordnete von vielen Gemeinden des Landes, ans eine vom Vorstand des Vereins ergangene Einladung, zugegen waren. Die Rabbinatsstcllc in Frcndenthal ist wegen Mangels an einem Kandidaten noch immer nicht besetzt. In Tübingen befinden sich in diesem Wintersemester wohl mehrere jüdische Studirendc der Medicin und der Jurisprudenz; Theologen keine. Nach einer Nachricht im schwäbischen Merkur ist einer der ältesten Holztafel-Abdrücke, welcher sich im Besitz des Herrn Buchhändlers Heß in Ellwangcn befindet, von Berlin aus auf telegraphischem Wcgc°um eine namhafte Summe erworben worden. Derselbe enthält momornbllm urliis Romas und soll darin der viel genannten Päbstin Johanna Erwähnung geschehen. In dein Berichte wird des Herrn Heß rühmend gedacht. Wie in Ulm und Nürnberg, siedeln sich jetzt auch in Heilbronn immer mehr jüdische Familien an und scheint der dortige Gcmcindcrath, seinen bisherigen Grundsätzen in dieser Hinsicht entsagend, jetzt der Aufnahme derselben günstiger gestimmt zu sein. Seit 20 Jahren wurden in Württemberg, bei einer jüdischen Bevölkerung von circa 12t 00 Seelen, die in etwa 10—50 Gemeinden und Parcellen zerstreut leben, gegen 10 neue Synagogen gebaut, darunter gehören die zu Buchau und Pflamnloch zu den" schönsten. Zn allen wurden vom Staate entsprechende Beiträge verabreicht. Je mehr sich die Schaar unserer wackcrn Schulmänner, besonders ans der ältcrn Periode, durch freiwilligen Austritt ans den Reihen, durch Auswanderung oder durch Tod lichtet, desto betrübender werden die Aussichten für i e Zukunft. Schon an einigen Schnlstcllen in unse-

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