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Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · 16 auf das Jahr 5618 (1858) · p. Seite 17

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
16 auf das Jahr 5618 (1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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17 Nürnbergs Flor sank mit Austreibung und hob sich wieder bei der Zulassung der Israeliten; Fürth ist durch die Antnakme der Juden aus einem »nbedentenden Flecken eine der bedeutendsten Fabrikstädle geworden; solche Gefahren wollen die frommen Augsburger von ihrer guten alte» Reichsstadt fern halten. In München bestehen folgende Woblibätigkeitsanstallen in segensreicher W rksamkeil: l) A mosenkasse sür heimische »nd fremde Israeliten, 2) Fronimenverein, u) Holzrerein, 4) Franeüverein, 5) Verein für schwere Handwerke, 6) Ausstcueiverein In Grünstadt, in der bayei ischen Pfalz, wurde am 19. September v. I, die neu renovirle Synagoge cingeweibl. Die Näume des eintaeb, aber selr geschmackvoll bergestellien Gotteshauses waren bei dem Andrange der zahlreichen Zuhörer aller Cvnf.ssione» so ungefüllt, hast viele Personen der Feier lucht beiwohnen konnten. Der auch in wetteren Kre sen rubmlichst bekannic Abgeordnete in er bayerischen Ltäudekammer, H rr Landkonimissär R öm n, i ch in Frankeiitbal, der so eifrig bemüht ist, im gau^n Vaterl.uide, wie in seinem Bezirke, segensreich zu wirken, nnd der lieh das Wohl der ihn, untergeordneten Gemeinden, die Hebung ihres Gottesdienstes und Schulwesens sehr angelegen sein lägt, batte der Einladung des israelitischen Vorstandes zur Lynagogenweibc neundlich Folge geleistet und öffnete, nachdem ein weißgekleidetes Mädchen ihm die -Lchlüffel überreicht, tue Sunagogenlbüre. Vierzig zum Längerchor gehörige, festlich gekleidete Damen, die Lboralmger. der Bezirksrabbiner und Vorsänger an der Soih', und sämnttlickie Zuhörer zogen nun in das schon geschmückte Gotteshaus ein Die vom -ängerchor trefflich ausgciübrte F stcunraie: „Wie schön und deine Zelte Jacob!'' wurde durch das »leisterhatte Orgelspici de- Dirigenten und Organisten, des hiesigen katholischen LebrcrS Leibsried und durch die schöne, klangreiche stimme des Vorsängers Frankel sehr gehoben und fand die lebhafteste Anerkennung, die auch der Predigt des Heren Bezirksrabbiners Merz im vollsten Maße zu Dbcil wurde. Zum Schluffe folg c der AbeudgotleSdi-nst in hebräischer und das Sabbathlled in deutscher Lprachc. Am folgenden Morgen um 19 Ubr war die Synagoge wieder zum Erdrücken voll. In sehr würdiger Weise wnrde die Consirnialioit mit l t> konfirmande»,!) Knaben und 7 Mädchen, abgehallen Die treffliche Predigt des Herrn Vezirksrab! inerS, die wol-lgelungene Ansprache an die Eonfirmanden von Leiten des H'rrn Lehrers Strauß, sowie die vorzüglich abgehaltene NeligionSprüsung liebst Einsegnung haben bei den Eonsirmanden wie bei den zahlreichen Zuhörern aller Eouscssionen eine» bleibenden Eindruck bervorgerutcn. Mit der Renovation des Gotteshauses ist »u» ein verbesserter, den Anforderungen der Zeit entsprechender Gottesdienst cingefübrl worden Der Oeconom Leopold Landoberg in Münsterbof bei Kirchheimbolanden hat vorigen Sommer einen von der Negierung erkauften Wald im Aufträge der Käufer ausgcrodct, einen Flächcnrani» von 150 Morgen urbar gemacht und in vortreffliches Ackerland verwandelt. Also können Juden a»ch ganz tüchtige Ackcrwirthc sein! In Württemberg soll sich das Ministerium bereitwillig erklärt haben, bei der nächsten EtatSpcriode eine höhere Exigenz für den israelitischen Kultus zu bewilligen. 2

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