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Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · 16 auf das Jahr 5618 (1858) · p. Seite 13

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
16 auf das Jahr 5618 (1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Sanktion Sr. Majestät des Königs und wurden dieselben hierauf vom Obcrpräsidentcn der Provinz Westfalen am 17. desselben Monats für diese Provinz bestätigt. So besteht, durch das fühlende Herz einer Frau angeregt, seit zwei ״Jahren in Westfalen ein jüd. Waisenhaus. In jüngster Zeit geht inan mit dem Gedanken um, dessen Wirksamkeit auch auf die Nhci,,Provinz anszndcbncn und ist Herr Obcrrabbincr Bodenheimer znm Cnrator für die Rheinprovinz ernannt worden. Wir hegen die Hoffnung, daß Gemeinden und Private, denen Gott, der Vater der Waisen, die Mittel gegeben hat, die Anstalt dauernd unterstützen werden. Wir wünschen ihr von ganzem Herzen das beste Gedeihen unter dem Schutze des Allmächtigen und hoffen im nächsten Jahre Erfreulichcö über ihre Wirksamkeit mittheilen zu können. Aus Düsseldorf wird uns berichtet: ״Der Gottesdienst wird daselbst durch einen aus »>ehr als dreißig Mitgtiedern bestebenden trefflichen Chor sehr gehoben. Alle 14 Tage hält der seit 2 Jabren hier angestellte Rabbiner vr. Feilchenfeld eine Predigt. Sehr erbebend war die am verflossenen Schebnoth - Feste nach Beendigung des gewöhnlichen Gottesdienstes am 2. Festtage startgefundene Bekenntnißfeler, bei w.lcher sieben Mädchen ihr Glanbensbekcnntniß ablegten. .Es bcst-heu l׳ier drei חברה דגמילוח -«׳- :חברוח חסדי□ ואמירת חהלים eine י»״״ הברה חדשה ein Franenverein, deren Hauptzweck die Unterstützung Notbleidender ist; die Mitglieder der beiden eisten versammeln sich am Sabbathe, um religiöse Vorträge zu hören. Außer der Lehr- und Erziehungsanstalt für Knaben des Herrn N. Frank, welche auch von auswärtigen Zöglingen besucht wird, besteht daselbst noch eine von dem Rabbiner Or. F. geleitete Neligiousschnle. Köln wird nach Verlauf einiger Jahre eine der bedeutendsten jüdischen Gemeinden Deutschlands werden. Ihre Entwickelung ging bisher numerisch außerordentlich rasch, doch ist jetzt dafür Sorge getragen, daß auch ihre Kultur größere Progressionen machen wird. Die Gemeinde entstand nur wenige Jahre vor Beginn unseres SäeulumS *) und schon ist ihre Anzahl *) In dem Tagebuch ihres ersten Vorstehers findet sich folgende merkwürdige, vollkommen wahrheitsgemäße Notiz: Montag, Rosch Ehödesch Jjar 5558 bin ich und meine Ehehälfte von Mühlheim" am Rhein nach Eoln gezogen. Nicht allein, daß beinahe in 500 Jahren kein Jude hier gewohnt hat, er durfte nicht cinmal in die Stadt kommen, und wer es nur gewagt hätte, das kölnische Pflaster zu betreten, wäre sicher um's Leben gekommen. Im letzten Viertel dieses Jahrhunderts habe» es zwar einige angesehene Glaubensgenosse» bei dem Herrn Ekurfürstcn in Bonn erlangt, Latz |ie einen Paß erhalten, um hiebcr zu kommen, jedoch war auf eine» solchen Patz, ohngeachtct er sehr theuer war, der Aufenthalt nicht erlaubt, sond rn nur die Durchreise, und jeder Jude, der mir einem solchen versehen an das Tbor kam, wurde vou einem kölnischen Funke» (so nannte man^ die Stadtsoldatcn) bis an das Thor, das er zur Weiterreise passiren mußte, geführt. Nachdem wir bei der französischen

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