Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 16 auf das Jahr 5618 (1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
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12 Lehrerseminar in LRünster, der Schöpfung des Prof. Haindorf, «den. Dir Wirksamkeit des israelitischen Lehrer-Seminars zu Münster, dcm die Rheinprovinz nnd Westfalen seit icineni Cntstehen viele gnte und manche ausgezeichnete Lehrer verdaute», bat sich in der jüngsten Zeit noch bedeutend gestoben, 'glicht ganz mit Unrecht wnrde demselben früher hie nnd da der Vorwurf gemacht, daß es sein Augenmerk hauptsächlich auf die übrigen wifsensehafilicheif Fächer gerichtet, und seine Lhäligkcit weniger seinem wabren Lebenselemente, dcm Hebräischen, zngewcndet fzabe. Allciir seit der vor wenigen Jahren durch Sachverständige bewirkten Aufstellung eines neuen Lebr-Prvgrammo wurde diese,» Mißverhältnisse kräftigst gesteuert, und so genügt die Anstalt gegenwärtig auch in dieser Beziehung alten gerechten Anforderungen. Das Crgebmß dcS am 30. Juni d. I. unter der' Leitung des Herrn Professors Haindorf und des Herrn Ober-Rabbiners Boden Heini er ans Crefcld mit sieben Lehrerzöglingcn vorgcnLinmencn Gramms darf als ein überaus günstiges bezeichnet werden. Dieselben beantworteten mit Präeision alle Fragen in der Rcligionslehre, bekundeten sowohl in der Ctvmologic als Syntar der hebräischen Sprache eine ancrkenncnswcrthe Gewandtheit, analvsirtcn einige Pentateuch- und Psalmcnstückc, waren in der jüdischen Geschichte bis zur Periode der Gconim bewandert nnd lasen mit Geläufigkeit die betreffenden Commcntarc, so wie einige dcm jüdischen Lehrer unentbehrliche Piecen ans den talmndischcn Schriften. Hoffentlich wird auch die Prüfung in den übrigen wissenschaftlichen Elemcntarsächcrn vor der königlichen Prüfungs-Commission zu Soest ein ähnliches Resultat liefern. Rach Maßgabe solcher Leistungen darf aber auch das Seminar seine Ansprüche ans die Begünstigung des Publikums höher steigern, und würde uns die Wahrnehmung zur besonderen Freude gereichen, daß die Beiträge für dasselbe namentlich ans der Nheinprovmz schon in diesem Jahre reichlicher als früher fließen. Wir ergreifen gern diese Gelegenheit, um die Verdienste hcrvorzu° -heben, die sich Herr Obcrrabbiner Bodenheimcr um die Hebung des Schulwesens im Allgemeinen, nnd um die Besserstellung der Lehrer durch seine Unterstützung der jüngst ins Leben getretenen Lehrcrkonferen; für Rheinland-Westfalen erworben hat. Das rühmliche Streben dieses gemeinnützigen Vereins wird hoffentlich unter dem Beistände Gottes erreicht werden. Wenigstens läßt ein Ministcrial-Reseript vom 3. Juni m o. an den Obcrrabbiner Bodenhcimer, dessen Bestreben um dieses Institut die wärmste Anerkennung verdient, dieser Hoffnung Raum. Wir können diesen Bericht nicht schließen, ohne vorher noch von einer verdienstvollen Dame, von der Gründerin des westfälischen jüdischen Waisenhauses zu Paderborn, dcm Fräulein Fanny Nathan, zu reden, die seit einer Reihe von Jahren einer höheren Töchterschule rnhmlichst vorgestandcn. Sie war die Anreger»! dieses Gedankens, zu dessen Verwirklichung sic nach Kräften beitrug nnd selbst weite Reisen unternahm. Unterstützt wurde sie in diesem edlen Streben vorzüglich von dcm Herrn Landrath Grasso, sowie von den Herren F. Padcrstein, M° Meyersbcrg nnd Katz, dem jetzigen Vorstände der Anstalt. Durch Allerhöchste Cabinets-Ordre vom 3. Aug. 1855 erhielten die Statuten des jnd. Waisenhauses zu Paderborn die