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Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · 16 auf das Jahr 5618 (1858) · p. Seite 11

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
16 auf das Jahr 5618 (1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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wobei sie von der königl. Regierung thätig unterstützt wurden, rühmend hervorhcben. Synagogen entstehen fast überall in beiden Provinzen. Kann es eine Gemeinde nur eben ermöglichen, so bauet sie dem Herrn ein Haus. Zahlreich waren daher in dem letzten Jahrzehend die Synagogcncinweihungen, wie z. B des Prachttcmpcls zu Crcseld, der Synagoge zu Kempen, Langwciler, Unna, Ruhrort, Lippstadt, Stadtbcrge u. s. w. Der Gemeinde zu Köln läßt Commcrzirnrath Oppenheim arrf seine Kosten ein der Stadt und der Gemeinde würdiges Gotteshaus bauen. Möchte cs aber auch diesen Gotteshäusern nie an Besuchern fehlen, die hier ihr Herz vor dem Allbarmhcrzigen auSschütten. Damit ein solcher Fall nicht cintrctc, ist cS nöthig, der Schule eine größere Aufmerksamkeit, als dieses bis jetzt geschehen ist, zu widmen; daß die Gemeinden ernstlich an die Sicherstellung der Cristen; der Lehrer ihrer Kinder denken; daß das Lchrerwechselfieber, woran die meisten Gemeinden leiden und wogegen die stärkste Dosis China sich als unwirksam erweist, gründlich geheilt werde. Solange hieran von den Gemeinden nicht ernstlich die Hand gelegt wird, kann die Schule nur vegctircn und der intelligente Lehrerstand, dessen sich diese Provinzen durch Haindorfo Mjähriges unermüdliches Streben, das seit einem Jahrzchcnd Bodenheimcr würdig und kräftig unterstützt, zu erstellen haben, wird allmählich verschwinden und dem Chcdar- und Bachnrnnwcscn wieder Platz machen, da sich die kräftigen und fähigen Männer, wenn auch ungern, einem andern Wirkungskreise zuwcuden, der ihnen wenigstens eine Aussicht ans eine gesicherte Zukunft eröffnet. Der notorische Mangel an qualifizieren Lehrern sollte den Gemeinden bei Zeiten zum warnenden Zeichen dienen und sic zu einer hnmanern, ächt israelitischen Handlungsweise gegen die Erzieher ihrer Kinder ansporncn. Die Gemeinden Münster, Bielefeld, Lübbecke, Hersord, Pade rboru, Peckelsheim, Büren, Crcseld, Aachen, Co blcnz, und manche Andere zeichnen sich allerdings durch die rühmlichste Opfcrbcrcitwilligkcit aus, und die sehr kleine, aber wackere Gemeinde So beruhen» / die jetzt ein schöne» Gotteshaus erbaut, einen geregelten Gottesdienst, eine im Ansehen stehende Gv meindeschule besitzt und ihren Lehrer definitiv augcstcllt bat, reiht sich ihnen würdig an. Aber nur selten, sehr selten findet man von Bethätigung derartiger Gesinnung eine Spur. Vielmehr lassen sich aus säst allen Gegenden die bittersten Klagen der Lehrer vernehmen. Unter solchen Umständen müßte man das Benehmen der Gemeinde zu Menden, die ihren alten, würdigen Lehrer, um ihm einen freundlichen Lebensabend zu bereiten, mit seinem ganzen Gehalte von 242 Rthl. in den Ruhestand versetzt hat, in den Himmel erheben. Cs ist eine liebliche, lachende Oase in der traurigen Wüste des jüd. Lehrerlebens. Möchte dieses Beispiel nur im Laufe der Zeit nicht das einzige bleiben! Wir gönnen dein Herrn Dinkelspicl seinen würdigen Nachsolger und gratuliren der Gemeinde zur Wahl des Herrn Scminarlehrcrs Walbaum, eines Mannes, dessen Tüchtigkeit eine mehrjährige Praxis nach allen Seiten hin dargethan hat. — Auch Aachen hat seinen alten Lehrer Fiebermann mit Pension in den Ruhestand verseht. Spricht man aber von der Schule, so muß man auch vom dem

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