Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 16 auf das Jahr 5618 (1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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» die Lehrer v. v. I. Bernahs,. H. Grätz, M. Joöl, B. Zuckerurann. Die Rabbinerabtheilung zählt 29 Hdrer und zwar 19 Preußen, 4Oesterrcicher, 3 Hannoveraner, einen Darmslädter, einen Badenser und einen Schweden. Zehn von diesen Hörern besuchen gleichzeitig di« Universität. Die Lchrcrabthcilnng zählt zwei Preußen und einen Oestcrreicher. Das k. k. CultnLministcrinin hat österreichischen Jünglingen sreigegebem, ihre Studien an dem Seminar zu machen. Am 28. Januar d. I beging daö Seminar die statutenmäßige Gcdächtnißfcier seines Stifters, des Commerzieurathö Jonas Fräükcl. Der Seminarist «tuet. Seligmann ans Wöllstein hatte den Preis errungen und verlas seine gekrönte Prciöschrift. Als Förderer und Gönner dcö Seminars sind rühmlich hcrvorzuheben: 1) Herr I. Lehmann aus Gr. Glogau, Rcdactcnr des Magazins für die Literatur des Auslandes, der die Zinsen eines Capital« von 600 Thlr. zu einem Stipendium für einen Seminaristen bestimmt; 2) die Repräsentanz der Prager israclit. Gemeinde, die ein jährliches Stipendium von 100 fl. C.-M. für einen am Seminar stndirendcn Prager errichtet hat; 3) der Verein Tifcrct Bachurim in Hannover bewilligtein Stipendium von 20 Thlr. jährlich für einen Hannoveraner; 4) desgleichen der Magistrat zu Hildcsheim ein Stipendium von 30 Thir. für den von dort gebürtigen M. Güldemann; 5) die Herren Banquier I. Prinz, vr. meck. Lohcthal aus Breslau, S. .N. Frankel aus Prag und G- A. Jtzig ans Rakel bewilligten bedeutende Geldunterstübungcn. Die politischen Verhältnisse der Juden in Westfalen mrd Rheinland unterscheiden sich seit 1847 nicht mehr von denen der Juden der andern Provinzen des Staates. In der Theorie ist die völlige Gleichstellung ausgesprochen; nur die PrariS läßt noch die Erfüllung mancher wohlbegrüudetcr Ansprüche als fromme Wünsche von der Zukunft erwarte». Bon dem väterlichen Herzen Sr. Majestät, das alle seine Kinder ohne Unterschied des Glaubens mit gleicher Liebe umsaßt, dürfe» wir stets Recht und Gerechtigkeit erwarten. Die bürgerlichen Verhältnisse gestalten sich von Tag zu Tag freundlicher. Der Geist der Ausschließung verliert immermehr an Boden, nachdem durch den Zeitgeist die mittelalterlichen Scheidewände ilbcr den Haufen geworfen und der Schritt derselben von der alle Ausnahmegesetze aushcbendcn Verfassung beseitigt worden ist. Aber auch das Leben selbst trägt das Seinigc in nicht geringem Grade dazu bei, die Mißverhältnisse zu beseitigen. Sceueu, wie sic uns noch in jüngste« Zeit ausandern Provinzen berichtet worden, und die an die Schauderauftritte längstentschwundener Zeit erinnern, sind seit einem Decennium in diesen beiden Provinzen nicht vorgekommen, scheinen auch natunvischfig hier nicht, mehr hcrvorgcrnsen werden zu können. Jur Allgemeinen läßt sich' Von der Localprcsso sagen, daß sic die Verdienste ohne religiöse Rücksichten wiirdigt und im versöhnlichen Sinne wirkt. Vereinzelt steht Gottlob der Fall, der sich im Frühling dieses Jahres vor dem Schwurgerächte in Wesek ereignete. Dort hatte der Justizrath Herr Lancello