Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 51 (20.12.1906)
- Date
- 1906-12-20
- Page
- Seite 11 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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20. Tcjfmbcr 1906. auflcbö't, würde es ungerecht sei»,!nenn der Be׳ trestende eben so gut gestellt würde, als feine Kollegen, die sich in einer weniger günstigen Lage befinden, und cs liegt für den ״Bund" bereite ein :lnnag vor, das zu Verbindern. Bei der Bundes Pensionskasse wird dafür gesorgt werden, das: diejenigen am besten sabren, die die Okat des Lebens am meisten drück! Wir werden später nochmals in eine», besonderen Artikel mit diese Berbältnisse zurückkonnnen; wir innsuen ne aber schon 1ct?t etwas anssührlicher besprechen, nicht für die -Herren Kollege», denen wir wahr lich nichts Neues sagen, sonder» für das jüdische Publikum, in denen Äugen Herr Steinhardt da-? deinerHilssiverk ״mißkreditiert" bat. :>1>cht wir tragen den Schaden, denn gerade »isolge der Angrifle Steinhardts sind einige na in haste spenden cingelausen, ivobl aber die übrigen Kassen. Tas Misttrauen in ivachgerusen und cs wird schwer sein, es wieder ganz zu bannen. Die Berdäcknigung aber, als ob der Bund materieller Zutere ten bnlber gegründet worden sei, ist ebenso lächerlich als unwahr.*׳ Wenn es unS um einen persönlichen Bortcilzu tun gewesen wäre, dann bätte» n׳ir dem Berband veirreten müsse», den» binter ibm stebt der T. B. mit seinen reichen Mitteln, und unsere Pensivnskasse bat noch feine Erbschaft ge mach! gleich der Lachmann'schen Herr Steinhardt bätte aber alle Ursache, recht bescheiden zn ׳'ein und vor der eigenen Türe zu kebren und zivar gleich mit eisernem Besens denn was in die (beschichte der Berbands Pennonsfasse anders als ein einziger gr o ster Skandal? Ter Bert and erbt eine große Lumme — nabe an ־JOM,<>0n Mk. — und nini sißen die Berliner Herren daraus und geben nichts heraus, troß aller Beschlüsse des Bcrbandsvorstands und des Telegierrentags, sodaß der Klingelbeutel doch wieder im Lande umbergeben must und der Ber band genau dasselbe tut, was dem Bund zum Borwun gemacht wird. Herr Waisenhaus ^n sprktor Periß aber, der einzige Mann, der mit Blut und Entschloss nheit, troß aller Bern»׳ glimpsung, die Miststände im eigenen Lager autdeckte, er fand nicht die Ilnterstüßinig des Herrn Steinhardt. Wie den Lesern deS ״Israelit" bekannt, mustte Hc׳r Periß seinen Protest gegen das Borgehen der Berbaiidsleitnilg in diesen Blättern veröffentlichen. ^a, wenn aus irgend einer .Konferenz eine Resolution angenommen wurde, in der die llnzusriedenbeit der Lehrer über diese ׳-zustande zum :'lusdruck kam, so brachte man es durch kleine redaktionelle Aendc rnngen dabin. dast sie schließlich das (Gegenteil besagte. Und ivober diese Animosität gegen Herrn Pc riß Man verzeiht es ibm in Berlin »och heute nicht, dast er anb einmal gegen den W. B. ,vicitt gemacht und dast er den Lehrern entschieden abgeraten. nch ,^inen Herrn zu kaufen". Aber Herr Steinhardt macht der Bundeslcitung einen Borwnrs daraus, dast ne auch bei frei sinnigen Männern für ihre Peiniouskane sammelt. Ta, wendet sich denn der Berband nicht auch an orthodorc Glaubensgenossen »in Unterstüßung? Es ist ivabr, Herr Steinhardt kann nicht bei nns eintreten, aber wir können auch nicht in deil Berband eintrercn, denn bekanntlich bat es eine bervorragende Autorität, eine Persönlichkeit, der auch die (Gegner ,Tanarisinus nicht vorwert'en können und deren lautere «Kesintiung über jeden Zweifel erbabcn in, t'ür einen erklärt, diesem Berbande anzugebörcn. Aber auch abgc sehen davon kann cs zu einer religiösen Pflicht iverdeil aus einem Bereine und damit auS dem Berbande auszutreten, ivenn nch dort Tinge ereignen wie in dem mitteldeutschen Lehrer, verein, denen Bornßcnder Herr Steinhardt ist. Es war aus einer Konferenz in Meiningen, tvo ein Ärostbcrzoglicher Landrabbiner einen wütenden Angriff aus das jüdische RcligionS- *> Es wäre >a ein setir wirkungsvolles Ägltativns Mittel, wenn wir nactiweisen konnten, daß ficti dir ״gut versorgten" Lehrer dein Bund angeschlossen, aber eS ist leider nicht der *all; unsre Mitglieder sind >m Durchschnitt wodl nur um ei» oteringes besser gestellt als die des Perbandes Der ISraelit.__ geseß unternahm. Ter Bonißende hielt es nicht für nötig, den Redner mir das — wir!vollen es milde ansdrücken — Unziemliche seiner Handlungsweise aufmerksam z» machen. Als aber einer der tröste, ein bäurischer Kollege, dem Herrn Rabbiner energisch entgegentrat, da fand .Cv'rv u'icbcv!!!*״?v es, dast der tKast ״die alten Eiegeinäße" hervor suche. Es unterliegt absolut keinem Zweifel, dast man einem solchen Bereit! iiirfit angcbören dar׳. Tie tKründung des Bundes war eine Notivendtgfeit und die ״Sonderztvccke׳, die er verfolgt, sind jedenfalls edlerer Att als dieieuigen des Bcrbandcs; er soll in erster Linie die Leb!er darin stärken, das Erbe der Bäte! vom Berg Sinai zu wahren. Tie Berbandslcitung hingegen strebt dabin, uurer der jüdischen Lehrerschaft für neologe, oder wenn sic das lieber hör!, für ״liberale" Tendenzen Propaganda zu machen. Wir gestehen unsere Sonderzwccke ruhig ein, unser Baute deutet schon unser Streben an, aber die Berbandsleitnng hüllt!ich in den Mantel der Unschuld und sucht ihre ״liberal" missionarische Tätigkeit als ganz harmlos hinzustellen. TaS ist eine Berschleieriina ber Tatsache» ,,in grostem Maststab!" So lange unsere iR-gner in orthodoren Kreisen samnieln geben, sind!vir auch berechtigt, uns an freisinnige tKlaubensgenossen zn Iveiioen tivß unserer ״Sonderzwecke." Es ist dabei selb st v e r st ä!! d l i ch,dast die Spender nicht im Zweifel darüber bleiben sollen, dast es eine gcseßesrrene diereinitzlnig ist, der sic ihr Wohlwollen zuwenden. Tag die Behauptung des Herrn Steinhardt, es sei dies im vorliegen den ,Tall geflissentlich verheimlicht worden, eine nichtswürdige Betleumdung ist, das baden >v!r oben dargetan. Es lag aber auch, selbst bei dem bösesten Willen, gar keine Beraulassung vor, d ׳!! Ebarakter des Bundes zu verbergen; denn cs wurde bei der Bersendung der Briese als Adressen Verzeichnis die Sammelliste einer Humanitären Anstalt bcnußt, die in streng ortbodorem Sinne geführt wird und deren Spender sich zun! lvcitaus grösttcn Teil aus den! g scßestreue» Lager rekrutieren. Tm übrigen ist der ganze Borgang aber auch recht nebensächlich. Es kommt doch bei jeder Eiabe daraus an, ob ein wohltätiges 11»׳ ternehmen dadurch »nterstüz-t wird und es ist eine aberwißigc Bcrdächli gu n g, unserer Pensionskossediesen Eharakterabsprechen zu wollen, :stock! ,!!eniger wird jemand begreifen» inwiefern!vir die Standesehre kompromittiert hätten. Tie Staudcsehrc' Tic ist ja me zuvor so durch den Kot geschleift worden als seit den ״glorreichen" Tagen, da!vir mit dem ״Berband" beglückt sind und :sticmand besorgt das gründlicher als der Schrift leite!־ der Blätter für Erziehung und Unterricht!** Er will uns ״abschükteln!" Seme Rocktchößc mögen ja sehr lang sein, aber wir haben uns noch nicht daran gehängt. 'Wir haben stets be tont,!vas uns von! Berband trennt. Tarum und wir aber noch lange nicht ,xrus der i^csamtheit ausgeschiedcn", wie uns Herr Steinhardt insinuiert. Ausgeschlossen bat nch nach jüdischer Auffassung uni derjenige, der die ער,י• הו־ה leugnet, T" unserem Lager sind solche Leyre aber W. L. nicht anzutrcsten. ,Torneßung folgt. Neue üonglcurkunststücke. Wir lesen in! Moniteur des Herrn Steinhardt unter der jeßt ständigen Rubrik ״Wenn z!vc! dasselbe tun": xln der ')Ix. 4h, Leite 11 vom 29. Noveniber 11*••*; bringt der ..Israelit" aus der i>rder de« Dr. L VT Nosentbal, Preuß Ltargard, eine recht nett gehaltene Be t'prechung des rmpseklenswrrten Bortrag» meines de rübmten Landsmannes Otto Ptlridrrrr über ״Religion und Reltgionen". Daß das Büchlein zur ״neuen rrligions׳ winenschattlichrn Literatur" zählt, einer Literatur, welche in allen ihren Dellen nachzuwrisrn sucht, daß das Ent wickrlungsgesetz auch auf die Olebilde der Religion anzu wenden ist, das weiß der Bertaner. Daß sich Metderrr •*« Er tst es, der ״!ziachsinänner", ״Perräter" und ״Rbtrünniae״ unter de» Lehrern entdeckt hat Nr. .*»1. Teile II ״die Ergebnisse der tLellhausrnschen,Tchulr angeeignet" bat, weiß er wieder. Und trotzdem rmptieb» er im Israelit das Büchlein!Sr Laten — und Lehrern") zum Ttudium. *a, er verttetgt sich zu dem mir sehr sunipattsche» Tatz; »Tollen wir da» ,ludentum gegen die tLissrnschatt verteidigen, so müssen wir sic kennen lernen. Das ist unsere siete *orderung.״ Dasselbe lmdrn wir in llassrl auch ailSgelprochrn und wurden deshalb Ernannt, ,ich t»n nun!evr begierig, ob die Dr. Eabn und Hotinann und wir d!e konseauenten Männer alle beißen, nun auch Dr. Rvtenthal und den gSrariit in den Bann tun. Lehrer Tpatz nt Rertngcn. Wir gratulieren dem nitdigcn Herrn Spaß zu seiner Entdeckung, die nur den :st'achteil bat, völlig a u s d e r Lust g e g r i s s e n zu sein. Ter Reringer Schulmonarch scheint zu glauben, dast er der einzige glückliche Besißer des ״Israelit" und eine :st'achprlit'ung seiner kühnen Behanptungen daher unmöglich sei. Wer die Besprechung nachliest, wird nnden, daß Pfleidercrs Buch dessen kritische Prüsung in der ivissenschastlichen Beilage eines jüdischen Blattes einfach Pflicht und Schuldigkeit tst — nicht nur mit keiner Silbe ,,isr. Laien und Lehrern" empfohlen, sondcrn daß im iKegentetl vor seiner Lektüre durch unkritische Leser gewarnt ivorden ist Tiefe Tatsachen einfach aus den Kops z» stellen, ivie es Herr Svaß tut, ist in der Tat ein so unglaubliches Ilntersangcn, daß man es psychologisch »ui aus der zur Manie gewordenen ״^sraeliL^ ,Tcindschasr Terer >!!!! Steinhardt erklären kann. Mögen die Herren sich ruhig iveircr austvben. :'lllgemach nnrd ihnen doch die Erkenntnis ausdännnein, daß es ein geradezu unwürdiges Schauspiel ist, wenn sic den wahrlich sonnenklar ernnesenen Bonvurs der Bolksversührung fort ge cßt durch verzweifelte dialektische Kunststücke von!'ich abznwälzen suchen, statt osten nnd ehr lich zu erklären . Ilns, den Leitern des Lehrerverbau des, ist nun einmal die jüdische W a h r h e i t e i n e a n d c r e a l S Euch r ü ckständigen Srtbodoren, und wir,!vir be!veinen nicht, wir beglückwünschen die jungen Lehrer, die unter Well Hausens glorreiche r ,z ü h r n n g i n s g e lobte Land der ״Moderne" segeln. Tas wäre die Sprache ehrlicher Männer wann!verden die Tiplomaten des Lehrervcrbandes den Mut nnden, solche Sprache zu redend Uli vuiv« ff «Im••■/! ן MVI VUllllUUf Ente Stnregung. (Lchluß. Haben aber Laienellern überall das Recht in pädagogischen fragen ein beachtungswertes Wort mitzureden, um!v!e viel mehr erst der jüdische Mann, die jüdische ,Trau, an die sich das <s)0ttes!vort unmittelbar wendet, ohne einen litt! weg durch die heiligen Tore der Pädagogik zu wählen und ohne s!ch darum zu bekümmern, ob die :Insorderungen, die sie, die Thora, an die geistige Ausbildung der jüdischen Kinder stellt, einmal von einem neuerungssüchtigen Schüler Pesta!oz.zis als überhol׳.׳, unprattlsch und unpädagogisch hingcstellt werden sollten. ,V* >nan aber, wenn auch :'lichtlehrer, im Recht, Schulsragen zum Thema einer östenllichen Besprechung zu machen nun, dann frage ich so laut, als ich es nur vermag, wie kann man in jüdischen Lchrerkreisen Teutschlands es ruhig miran»ehe!1. wie selbst von orthodorer Seite ost in der ,Trage der Methodik einer jüdischen ^ugenderziekung Momente ganz außer acht gelaisen!verden, die ehedem das Wesen des jüdischen Unterrichrs ausgemacht haben - dann frage ich so laut als möglich, wo bleibt bei der Ausstellung der Tisziplinen des jüdischen Religionsunterrichts für Bolksschulen, Elinnnasien und Realschulen der Talmud:' Geographie Palästinas, systematischer Religion . unterricht hebräische t^rannnatik und notdürftige» Bibelüberseßen — ist das alles, was jüdische Kinder heute wissen müssen? Und wenn sie nicht wissen werden, wo der ,Tordan entspringt, wo der ,Tordan mündet, an welcher Meeresküste ,Tsppe, *’ ,101 Cruimo( jtnau io!