Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 51 (20.12.1906)
- Date
- 1906-12-20
- Page
- Seite 7 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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■JO. Tfirntbrr 1י»0*י. rätlichen Sdiövfunn ^icmlid) bcutliit evfomicn!offen. Sie beleidigt die jüdische Bergangenheit, tilgt ans dem Beivusnsein der Hilden und damit der Menschheit erlösende Wahrheiten, d!e ׳,» leben verdienen, und schnei et drin indischen t!-olke kurzer Hand die -Zuklinft ad. Tn־ ch'eserenk konstatierte alsdann durch eine Innorische U׳^«״ sndiung die innige Staniinesverwandtschast zivischen dein leiste der ,'Zriedländer,Huol׳<״!>fd!e!׳. Knltllsreform und derjenige» des Bndisdie» Tber rats. ,'ein Gefolge je n es «deines über schritt in drei?Zahr,zehnte!׳, von 1 rt 10 -1 4>י< ►, die Hälfte der § crline r j ü d i ׳ ch e n Ge in e i n d e z n r Tuns e. ^lnge dits dieser einfadie» Tatsache schon müste!! die badischen ,Hiden entiveder den lebten ch'en van jüdischem Einpnnden verloren haben oder aber mit geistiger Blindheit geschlagen sein, ivcn» ne das Attentat des Tberrats nicht mit Entrüstung znrnckiviesen, das in ,Horm eines Gebetbudis eben falle■ nichts weiter in als eine Anweisung,» chiner;los nnd in ״Schönheit" den Bölkertod z» sterben. ^1i der Tiskussion wurde der Wunsch laut, die Eliarakterinik, die der Neferent von de:> Grund sähen des i^ebetdiiclies gegeben hatte, durch ein zelne Stellen belegt zu sehen. Ter Beferent entsprach de»! durch Bortrag nnd Besprechung einer grossen ch'eibe voii besonders charakteristischen Bernüiiiinellnigen, die der Tberratan den ältesten und heiligsten Gebetei! vorgeiioiiimen hat. Bon anderer -Seite wies inan auf die volitische Bedentllng d-׳r Angelegenheit hin. Es sei!licht richtig, ivenn inan glaube, dag an dein Mampfe gegen das oberrärliche Borgehe» lediglich die v rtho doric und die Zionist e» beteiligt seien, auch vom wahrhast liberalen Standpunkte aus sei ein Gewissenszwang in religiöse» Tinge», >vie ihit der Cbcnat mit feinem Gebetbud, ans n be, durchaus zu verivcrsc». solange es in Baden überhaupt noch orthvdore ^udeu gebe, habe eine jüdische Sberbehörde kein Bedit, unter so schmählicher 'Biditachtiiug snndaiiientaler Glaudensgrundsähe ans den Mitteln der Eie sanitheit Aufivendunge» zu machen und durch ihr Borgehen einen Zankapfel in zahlreiche Eiemeinden zu iverfen. Tie Bcrsaiiiinlling, die die Ausführungen des ch'eserei reu sowohl als auch die der TiskussivnSredner mit ftürnnschen >i»nd gebnngeir der -Zustinlniung begrüsu hatte, nahm alsdann auch die in Karlsruhe zur Annahine gelangte Besoliition einsriininig an. To liiian genehm den sZ-renuden des ^bcrrates die sich mehrenden Proteste der össentlichen Meinung gegen die Gebelbuchmachere! auch sein mögen und to sehr sie sich bemühen, diesen Aenszeriingen den 26eg in oie Presse nach Möglichkeit zu erschweren, ivird es ihnen doch hoffentlich nicht gelingen, die Bolksstiinme nach dem bisherigen Sü»tem zuln Tchwcigen zil bringen. Allerdings ist eine fort gesehte agil torische Arbeit durchaus notwendig, iltn den in weiten Kreisen Badens herrschenden ^ndisserentisnins zli besiegen. Haben doch in Mannheim z. B. bei den Stinodalwahlen von etwa 14<»<> Wählern sage und schreibe dreißig abgestiiiiint! Angesichts solcher Berhälmisse ist schon die blosze Tatsache, das; eine Bersammlung ivie die gestrige unter so starker Beteiligung stattfinden konnte, ein ecsreuliches Sümptoin er ivachenden Interesses. Straszburg, * Tezcmbcr. Tic hiesige Stadtverwaltung hat eine gegen früher viel ftrengere Ordnung der Sonntagsruhe, vom Tezember ab gültig, verf, gt. Tn rauthin haben sich die En gros,Urinen, die am;יטבי geschlossen haben, mit clnem besuch an den We uieinderat gewandt, man möge ihnen gewisse Er lcichterungeu einräumen. Tie Besprechung der Petition war für lehke Woche vorgesehen, ivurde aber, als sie an der Neihe war, von der Tages ordiillng abgefeht, weil die Petenten ihren Antrag auf Anraten eines jüdischen, nicht geiehestreuen Gemeinderatsnittglledes. das sich und ihnen nicht die geringste Aussicht auf Erfolg versprach, zurüd gezogen hatten. Es wäre zu wünsche» gewesen, dap die gesehestreucn ,jirntcu die Srtsgriippe des Berbandes der Sabbatsreunde mit der An Der I-raelir gelegktiheik befapt hätten, die pflichkgemäf; alle Anstreugllitgeu gentacht habe» ivürde, eine Mil deruitg der Malniahme zu erlangen. Tie Trts gruppe wird sich nunnichr bciiiühen. die Sdiädi guug, die den טבה• -t: rr droht, nach Möglichkeit abzuivend n. >i ü ft rin, I׳.'. Tez. Teiu Beschlun der lernen Stadtverorduclenversaininlung a f Anfhebung des Sdiächtverbotes im städtischen Tchlachlhaine in der Magistrat nicht beigelreren. Tie Mehrheit des Magistrats begründete ihre Enischeidnng da mit, dag das Sdiächtve, bot eine rein poli;eillche Angelegenheit sei, auf rvelche der Sladtverordneien versannnlung kein inaszg bender Einflnf; znftehe. Tie Tunagogengemcinde beabsichtig! nun, ein eigenes Schlachthaus zu errichkeu. Nnfrtond. Rulfifcher Brief. unsrrrin ttorrcH'0nhcnu־n.) B erd i t schein, den 1. Tezember I'.i»»׳. ,Zch soll ^hnen meine Beobachtnilgen mitteilen über das religiöse Veben der hiesigen jüdischen Gemeinde, lind sehr gerne möchte ich ,Zhrem Wunsche nachkoninien. beider habe ich aber wenig Ersreuliches zu berichten Berdritschew, ivelches soivobl ivegen feiner zahlreichen jüdischen Bevölkeriing ea. Seele», bei vielleicht .'>()< mi Personen anderer Konfessionen als auch tvegen des unter ihr ob ivalt'iiden echt jüdischeir Eiei'tes nnd der hier vorhandenen vielen Thoraslälten von jeher ״jüdische Hauptstadt" benannt »vurde, hat seinen srüheren Eliarakter lätigst verloren. — Ueberall europäisch, nach der lebten Mode sogar gekleidete junge Zellte, überall Eivilisation und Kultur, welche aber meistens oberflächlich geivirkt und deil jüdischen Eiei st untergrabe» haben Wir haben einige prächtige Siiuagvgen, die mit der Majestät der Altertümlichkeit bekleidet, reichlich ansgestatlet und mit gro׳ artigem Ebor — in echt jüdischer Weise — versehe» sind, nnd ich bete an den ,Feiertagen und Sabbaten bald hier bald da. Tie Mnagoge in immer von Betern voll, .'» — <'׳<«> Personen, liild Mo» die zahlreiche Bersammlung, abgesehen von den anderen feierlichen ,Faktoren, dürfte die Stimmung der Bereilden erheben, doch vergebens spähe ich auf den Gesichtern nach jener jüdischen Be geinerung, Die den liefen Inhalt der heiligen Gebete lind die ,Herlichkeit des Tages zum Ausdrud bringen. Es hat »an das Ansehen, als sei man hierher zum ׳Zeitvertreib, zum Amüsement, ge kommen. 2i>as mich am meinen bekümmert, das ist der Umstand, dag fid» nidn nur unter der fugend, sondern and! linter dem reifen Alter der,Zndifferentisnitis allein ^üdisd, Geistigen gegenüber so sehr bemerkbar inacht, und tvahter Thorageift nur noch unter einer fleinen Schaar der älteren Veine anzntrefsen ist. — Tie fugend bat das 9»־lf lielj. zu ihrer Tevise gemachte Marr, >tautskn, Vaffalle, das sind ihre Propheten, auf deren?Zdeen und lehren all ihr Tenken und Stichen kon.zen triert in.?Zn allen Schichten ist die?Zeirüttung sichtbar, und das religiöse t.'livean in bis zur Entartung heruntergedri.dt. Tas alte jüdisdie das Bertrauen auf Ejott nnd seine Waltung in geschwunden, iinD überhaupt hat das religiöse Tenken aufgehört. — Tie Manen haben nd) die Ein! .ration zum Endzwete ihres Strebens gemacht. Amerika in ihr ^deal, ihr lehtes ׳Ziel, und voil vornherein musz die ^ndenheit nad, amerikanischem ׳-Zuschnitt vorgebildet werden. ^Zch möchte gern, das, das alles tticht tvahr wäre, dodi leider ist es vollkommene Wahrheit, und nicht ich allein spreche mich über die s.'age der Tinge in dieser Weise aus. Auch der ^Zioitismus, der f. Ht in allen Schichten die Herz n in alannnen sezne und selbst da. >vo sogar nationales Ten'en lättgt erloschen lvo.r, neue Belebung ge brocht, auch der fZionisnills mit all seinem ur sprünglichen ^Zauber in hier im Unrergchen. LeUk 7. dir. M C&ffia, hl, Tez. Tie hiesige Abteilung des ..Berbandes des rnssiidieii 'Bolkes' ivill ein (besuch etnrei ‘ en um ,u'ittb ltung der ^uden von den E,eb,ele» aus,erhall׳ des AnsäingkeitS rauons, um da - 'Berbot, ndi >> n Handel zu be sdtäfiigen, Apolbete» nnd Trogerie» tu halten und die "Bi t kzulassiing der ^»den znm Militär dienn, sei es als Soldate״ oder Aerzte. C-N^lilttd. London, I l. Tozbr. ^u der Telegierten Versammlung, die der . U-״r,׳>i ok l)eputit>»" am vergangenen Sonntag »blnelt. w irde» von ver sdiiedenen Seiten zahlreidie ,Hille angeführt, in welihen jüditdie Sduilkinder nt de» öffenil dien Sdmlen gezivuiige» iverden, an dein dirinlidien Beligionsninerrich! oder an Den Gehetsi'ibuiigen der d>rinlid>en Sdiüler teilziiiiehmen. Es nt niditS seltenes, das, die »kinder, wenn ne nad> Hause koinmeu, ganz liarmlos die chrinlichen Togmeu iviede'.'holen. von denen iie in der Sdinle gehört haben. Tie neue Sdnilvoi lege sah in der Genalk, die ihr die ch'egieriiug gegeben hatte, die Be fttmmnm; vor, da!': die Eltern!!!re .runder vom Beiigiviisiinlerridn in der Sdnile ternhallen könnte!! Tamit wäre jener nnerträgliche Zu stand beseitigt gewesen. Tas Oberhaus hat aber bedauerlidierweise die tliegiernngsvorlage dahin abgeänderl. da» das erwähnte Bedik der Elteril itur dann bestehen solle, wenn den Binder ivährend der betrefsenden Stunden profaner llnterridit oder e 11 anderweitiger ch'eligionsuntkrrichk erteilt lvird. T!״>e .Komplikation der urlprünglichen Beniinui.iilg beeinträchtigt sehr deren eigentlichen .'Zn׳ ck. einen Wem nenszivang zu verhüten. Ter tt<w,׳.i ״s Hai eine >to»nnis!ion ein geiept, die ndi mit den 'Berhältnisseit der jüdiidten Sdiüler des Landes elngeheud befassen soll. ,Hi derselben Sibnng nurde and! die /Zrage der Soiiiitagsriilie behandelt. Ter Präsident referierte über den gegenivärtigen Stand der nrage. Tie Forderung, die der!!..״nt vor der parlamentarisdie» Enguelekonnnission vertreten hat, da», es den am Sabbath feiernden Ü»lesd>ästen gestattet sein solle, am Sonntag jüdifdies Personal zu besdiäftigen, ivurde vo 1 der .sUnnmn'fion nur teilivene berüdsiditigt, nänrlid, mit Besdiränkung aus geseblid, se'tzrilegende jü'isd!e Stadtbezirke lind aiis die ,Zeit bis i-' lihr mittags. Tas, über dieses du chans uligenügeude?Zugeständnis uid>t hinausgegangen »vurde. begründet der >lonnnissiousberid1t damit, das; andernfalls die übrigen l'adenbeüber wahrfdieinlid» Widenpruch erheben würden. Tie ilommisnon hält, rvie man deritlid, sieht, diesen Wider'prrlch selbst nicht für begründetsie glaubte aber eher die jüdischeir ,'Znteressenlen benad>teiligen, als sich einer!Tppo silion ausseben zu solle». Bor kurzem bat eine Benaniinlung in l'ondoi» besdilonei», im ganzen fand eine Agitation für den zwaruzsive »en Sonntags ^adensdilns, zu organijiereii. Ter Präsident des Hoard sprad» sich dahin aris, das; die /f rage einer t^e. enagitation ernstlich in Erwägung gezogen werden müsse. HoUtind. Aulsterdani, 14. Tez. ^»1 Haag standen gestern ein Schäd>ter der israelitischen t^eineinde, ein t^eflügelhändler und sein t^ehülse vor Ge rieht unter der Anklage, sid, Dnrd> Tierquälerei vergangen zu haben. Ter Schäditer habe bei der Sdilachtuug zrveier Hühner den Hals nicht völlig durchschnitten, i'odas; »licht sofort der Tod einge treten sei. Tie beiden anderen Angeklagten hüt tcn, bevor die Hühner gänzlich ansgeblutet ivaren und währetld sie noch zudteu, mit dem Aiisrupfen der ,federn begonnen. Tie als?-Zeugen ver noinlnenen Polizisten bemerkten noch, die von dem Schächter vorgenomnrenen Handlungeil hätten nad» ihrer Sdiübung — l Minute in Anspruch genouimen. Als gerichtlicher Sachverständiger ivurde Herr tlieichstierarzt A. van Aaken vernomirien. Terselbe erklärte, eine halbe Minute nach dem Schächtschnitt seien die Tiere bewusztloS nnd rvahrscheinlich auch ohne Gefühl. Tie?Zuck nngrn beweifeii weder t^efühl noch!'eben. Sie