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Der Israelit · 1906-12-20 · 51 (20.12.1906) · p. Seite 6

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
51 (20.12.1906)
Date
1906-12-20
Page
Seite 6 (sequence 7)
Language
German
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Nr. •>\ Skilc <> nicht nur bnv' konüszierte Schiedsgericht den Crttiobincii zurückgab, sondern auch die er-׳ weiterte Organisation des gesctzestrenen Zndentnms als königlich sanktionierte ')tuto־ n oin > e proklamieren lieft.!\ןו< diese aller höchste Sanktion durchaus nicht als ephemeres Provisorium betrachtet tverden darf, beweist auch der Umstand, daN der frühere Kultus,״iuiffer Dr. Luknes bei seinem זיזinftvitte in e nein offiziellen Bericht über seine ministeriellen Tätig keil an erster Stelle hervorhebt, da ft er die lir ledigung der strittigen Neligionsgenieindefragen der orthodoxen Israeliten einem anto nomen Schiedsgerichte zugeführt, die Anto uomtc der orthodoxen israelitischen Nel 1 gionsge 1» cin d e n organisiert, d a s!D rga nis a t i o n sst a t u t der Landesver trctnng, des Zentral ko mit «'s und der iSe,11ralf0 11 ^lei der a 11 tonomen ortbo d v r e n israelitischen Ko!! s e t s i 011 z 11 r Weitung gebrachl und hiedurch den lint m urf dei Crbnuiirt der israelitischen Neligions gemein den end gütig fest ge stellt habe. 20 sprach der verantwortliche Kultusminister. Es wird auch kein ehrlicher, veniünftiger Mensch in Ungarn behaupten wollen, daft die orthodore isr. Monfeftion keine Auto noinie besitze. Bur der »eologe ,Fanatismus klammert ftch mit aller Seelenkrast an diese ,vtFtion, um der Knltiisregierung den Nechtstitel zu suggerieren, daft den unverbesserlichen nngarischcn Hilden von Staatswegen eine einheitliche Antonomie aufokrroiiierl werde» müsse. Sie kommen freilich mit ihrer eigenen;Hnbuliüif oft in Widerspruch Erft vor einigen Monate» haben sie die neue Kulttisregicrung angebettelt, daft die orthodore Autonomie anfter Mra׳t gesetzt werde. Lsabel erlaubten sie sich die gröbsten Ber dachtigniigc». Es herrsche grafte Nechtsunsichcr heit in de» Gemeinoen. sonwöbrender Streit und Hader.!"tc politischen Behörde» treffen in de» fragen der jüdischen Neligiou Bersügungen. Nur die sofortige Anfterkrastsetznng der orthodoxen Autonomie könne augenblicklich einige Benihigiing bringen.!"er liberale Knltnsminister Eiraf Albert Apponpi bar allerdings diele Z,um»tung der neologe» Koniphäen ebenso höflich als enr schieden zurückgewiesen. Weift es doch alle Welt, daft besonders unter der Leitung des Präsidenten ,Trank! die ׳egciisrcichcu ');e»i1n1nungen der erwcitcnen orthodoxen Drgani'ation heilsame Wirklingen im befolge hatten. Es ergebe» sich wohl »och Differenzen und Meinniiasverichied׳»- heuen in de» (Gemeinden. Auch strittige Nechl-sfragen »eben »liniiucr an׳ der Tagesordnung. Solche werden aber nicht v 011 den tu1 ׳ i t s ch e n Behörden, sondern von ven konfessionellen Schiedsgerichten ansgcnagen. Zn den meisten ,Tälleu gelingt es sogar der weifen Znlcrvention dcS Kanzleiprä»denten selb», kritische Angelegen heit friedlich \n fdilidttcn ,e'denfalls herrschen im Nabnien »er orthodoxen Bersassnng gefetz maftige Anstande Auch der neue Knllus»1ini»er »el» also an׳ dem Slandpiinkie, daft die Dnhodoxen Ungarns eine ge'epliche Anloiiomie besitzen »nd erkartc sich selb» »nr in koni pete» l, die Bitte der'.'leologen zu erfülle», vnn־ i» von jüdi'ch rituellen ,Tragen die i'.'ede, sagte ber hochnnnige Kultusmiiiifter. lind י, <-׳! das gröftte Absurd!»», ivenn 1» einem Staate, der au׳ der Basis der Gewissensfreiheit und S'lb'tandigkeii de:׳ religiösen Gebens auf׳ gebaut!», das Miniileriuni yir Eiilscheidnng solcher Zra >en angernsen ivird. ')lnn bebt!nieder das rabiiliftische Keneltreiben der '.'leologen an. Um den Schein der Nechtsgleichbeii \\\ wahrenivurde seinerzeit ans Betreiben der ncologcn Landeskanzlci auch das neologe Schiedsgericht suspendiert. Es herrschte damals unbeschreiblicher Znbel int Lager der reformierten Znden. i^erne opferten die Beolvgeu den Kardinalpnntk ihre! eigene» Antonoinie. n׳en» nur dadurch ras freie Be'timmungsrechl der Orthodoxen auf gehoben ivurde. ז1\י der Haupt sachc haben sic freilich nicht viel dabei cingebügt; denn das Schiedsgericht der '.'leologen hatte sich w religiösen ,Tragen keineswegs um Tkora Der Israelit. satzungen zu kümmern und konnte im Sinne des Kongreftstatutes ans lauter vollendeten Gesetzes- Übertretern zusammengesetzt sein. ES verschlägt daher bei den Beologen gar nichts, wenn zufällig auch ein katholischer oder ein evange'ifcher Stuhl richter in jüdischen Angelegenheiten ein Urteil fällt. ,Tür das gesetzestreue Judentum ift aber dieses Postulat der Berfassung von ein in eurer Tragiveite, Dieser Tage ist eS gerade ein Zahl geworden, seitdem die niigarifche Kultus regiernng das antonome Schiedsgericht neuer dings sanktionierte. Der betreffende Miuiitcrial erlaft spricht aber nur von den strittigen Angclcgcnheiten der orthodoxen Eemeindcu. Das neologe Zudentum bat also das antononie Schieds gericht nicht zurückbekoinmen. Seine Führer haben sich darum gar nicht bemüht. Zin liegenteil. Sie waren froh int Besitze eines Gravamens zu fein, demzufolge sie nnaiifhörlich ans die >1 >- erträglich miftlichen Berhältnisse Hinweisen köniien. Die Herrn benutzten diesen Borwund denn auch in der ausgiebigsten 'Weise. Zuerft lamentierten sie in der neologen Presse, daft die ungesetzliche Negierung die Orthodoxen protegiere, die Kongrcftpartei aber unterdrücke. Bon der nngesetz lichen Negierung, so hieft es, wollten die ׳.'leologen nicht einmal das antononie Schieds gericht eiitgegennehinen. Als aber die jetzige Negierung ans Nuder kam, verlangten diese Märmrer nicht etwa die Wiederherstellung des sruheren gesetzlichen Znftandes und die An erkennnng der.Kompetenz des antouonieii neologen Schiedsgerichtes, sondern die A u fte r kr a s t - setznng der orthodoxen Autonomie. Nachdem dieses neueste Attentat gegen das ge sctzcstreue Zildentum und seine Autonomie kläglich miftlungen, versuchen sie es mit anderen Mitteln. (Schlnft folgt. Worrespondenzen und if^acbrtesten. Deut seines Neicts. E. B. B erli n, I«>. Dezember. Der heutige» Sitzung der Nepräsriitaiitcnversauiinlung der ,Tsraelitischcn Sima zogen,zemeinde Adaft Zisr el lag ein reiches Mafrial an Berichte» des Bor »andes vor. An Legaten und Spend:» »nd der Gemeinde neuerdings znzesalle»: ei» Sefcx Tborah mit Bekleidung und Silberschninck von Herrn Dft v ows kl: Mt. :!oo als Zahrzeitsstistung von ,Tran T>rael ׳).'lei!ex in ,Tranksiirl a. M. für ihre» vorwenigen Monaten verstorbenen *viattcnS״T; zivei künstlerisch ausgesnhrte silberne Stehleuchter zur Benutzung in der Smiagoge an den Zoinim banauroini und den Haskoras neschomans Tagen von ,Trau Z. Weinberg. Die Annahme dieser Scheiiklinge» wird mit Dank für die Spender votiert. — Die Berwaliiing des Hildesheimer Zublinims Zond i» nnniiicbr aus den Bor »and übergegangen. Ans demselben sind einem Beamten ').'lt. l.'»n als Beihilfe zu einem Kn!gebrauch be willigt worden: anfterdem zwei Gratifikationen von je Mk. ltto. — Eine längere Debatte ent spann sich dei der Borlage, die für die Zeit der groften Geflügel'chlächrerei im Sdcrbruch einen provisorisch a»zu»cllenden Hilfsichochet fordert, da die angeftcllten Bcamtcn bei dem erhöhten Dicnft für die Aufsicht in den Metzgereien für jenen Zweck nicht disponibel sind. Es wurde auf die unheilvolle Wirkung, welche die jetzt ___20 Dezkini^, >,, überaus strenge Handhabung des Edikts^von, Zähre 1H12 (Berbot der Auftelliing nichtdeu:schox Kiiltnsbeamten in den alrprenftisch'en Geineindcil seitens der Polize b ׳Hörden ans die S.u ilität des zur B.rfügung stehenden Schächtennaterials an׳ üb׳, hingewiesen und die Hoffnung zum Ausdrnck gebracht, daft der Borstand rechtzeitig daran׳' b? oacht sein ivird vorzulorgen, damit ans diese, .Malantttdt sich nicht späterhin auch für unsere (Gemeinde eine!'korlage ennvickelt. — Die den Sunagogenban enkluhenen ,Tonds folgender Stiflungen und inzwischen aus lausenden Mitte!» wieder restituiert worden: Brasch'schcr Waisen fond mit Mk. 10,000:;»/.iger Preuftischer Eonfols. ,Trauenverei» mir Mk. :i*«׳o :)%״״ desgl., H ldesheimer Zubiläums ,Tond mit Mk. desgl. - Die Bermietung der Snnagogeuplätze erbrachte einen Ertrag von Mk. l l,!«».', gegen Nik^skim Boxjahre. Nückslandig find noch Nlk. :)1:). — An Stelle dcS erkrankten Herrn Zan,orn wurde Herr A. Stein, für de» be nrlan'te» Herr» D- Struck Herr V. Ma> n; in den Borstaud einberufen. — Der Borfttz in der ,Triedhofs.Kommission ist, nach dem Ableben des Herrn Ad. (^oldschmidr ז"ל auf den bisheril^en stellvertretenden Borsitzenden Herr» A. Ltein übergegangen. — Die ,Tertigftelliuig des Etats pro l'.»07 ox hat sich durch den Wechsel im Sekretariat der Gemeinde — am 1. Angn: ift Herr Max Ben ber ger an Stelle des bis berigen S.'kretärs, Herrn S- Engel, getreten etwas verzögertebenso der Nechnnngs Abschluft pro l0o.'> 00beide sollen mit möglichster Be schleun giing nachgeholt werden. — Zur Gefchä'rs ordnung gelangt ein Antrag zur Annahme, der für die Ziiknnst regelmässge, halbmonatlich ein znbernsende Sitzungen fordert. Berlin, 1:;. Dezember. Eine iiti ,Tebrnar d. Zs. »1 Leipzig abgehaltene antison tische Ber sanimlniig hat an den Neichstag petitioniert, ״daft die deutsche Grenze umgehend gegen die Einivanderung russischer Zudeu, die infolge der dortigen Nevolut vn bedeutend zngeiioniinen habe, gesperrt werde." Die P e t i r i o n s K o m »1 in! 011 des Neichsrags beschäftigte »ch in l er S tzung vom September mit dieser Petitionder Mointniffto sbericht liegt jetzt vor. Der christlich soziale Abg. Burk Hardt befürwortete die Petition. Der Negiernugs Kommissar T'egatioiisrat Wexding gab die Erklärung ab, der Staatssekretär des Znnern habe »ck! in der Neichslagssitznug vom :>. Mai d. Zs. bereits über die Stellung der Neichsverwaltung zur Handhabung der ,Trcindenpolizei in den Einzel ftaake» ausgesprochen, niit Beziehung auf dessen Darlegungen glaube er sich einer Aeufterung zur Sache enthalte» zu dürfe». Der Abgeordnete v. Gerl ach von der ,Treisinnigen Bcreuiigun!: beantragte Uebergang zur T-agesvrdnung, 1»!-' e» ׳.'.','itglied d s Zenlrunis führte aus, da» seine Partei gegen jedes Ausnahmegesetz und darum auch gegen diese Petition fei. Schlieftlich ivurde der Äntrag Gerlach gegen die Stimmen de beiden konservative» ,Traktionen nud der Win schafrlichen Bereinigung angenomme». )k a 11 n h e 1 in, l 0. Dezember. Zm rtvo'tcH!e der Rainer,-schge fand gestern Abend cme ״Bereine zur Wahrung der Ziitcrenen des!estreue» Zudentums in Baden" einberufene reftversaminlnug gegen das Nefonn buch des Sberrats statt, die aus den vc׳^!>enfre» Kreisen der hiesigen jüdischen rung stark besucht war. Der Borützende, kdirekror N o s e n b a u m Mannheim, schildene urzen Worten die Gründnngsgeschichre »11, Abjichtcn des gesetzestrene» Bereines, da Dasein dem Gebetbuchcntwnrf verdanke li Ausgaben sich aber in der Bekämpnu^ s Unglücksopus nicht etwa crschöv»n1. Neferent, Herr Zaeob Bosen hei in ,r!an a. M.. kennzeichnete vor allem den wider chsvollen Ebarakrcr des neuen Gebelbuch-s, ׳״» Neeensent mit Nccht ״ein Närlclbuar nt habe. Des Nätfels Lösung bieten cn trrerkuuqeu", die das Wese» der ober Borbe

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