Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 49 (6.12.1906)
- Date
- 1906-12-06
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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Crziefnirnj und ajc zum A corsaire corsaire et demi. Zur Züikligung des Lrrrn Ktcinkardt Hie jüdischen Vehvci־habru biv» uor kurzem nicht flcinnfu, ivanun der Bund gesegeStrener Vetnci gegründet worden in. 26ir haben;war in einer 2lvtifelfcvic 2״hm d und Verband" versucht, die (Gründe für die 2«l׳twc»digkeit des 2״h»1des" oatznlegen, aber Herr Steinhardt ist besser orientiert: ״!"er Entrüstnngsrnmniel gegen den Lehrervcrband ivar nicht echt, er entsprang keiner wirklichen inneren Ueberzengung. Er war »nr ein geschickl gewählrer -wrwand für andere '))10 tit׳e." Herr Steinhardt weis; sogar ganz genan, ivarnm der 2״hmd" gerade in Tranksnrt n M. gegründet wurde und er verkündet es in einem 2lrtikel ״^nr 26ahrnng der Standesehre" urbi et ortii: nur traben auf das v>N׳ld der reichen Franks nrter spekuliert. 21ns ganz geineinem Geldinrcresse haben wir uns dein Lehrerverband nicht angrschlonen und jegt schnorren n׳ir die 26elt an m kineni 2hiesc mit zahlreichen Fehlern aller 2lrt. Ha kann Herr Steinhaidt natürlich nicht schweigen. Solche Heuchler müssen entlarvt und solches Treiben »inst gebrandniarkt werden. Er tut es sreilich ״mit schwerem Herzen," aber die Standesehre erheische es. 260111 das Krokodil kleine Kinder verschlingt, «oll es dabei Tränen vergiege». 260111 Herr Steinhardt orthodore Nabbiner und Lehrer verspeist, was er jähr lich wenigstens eiiiigemal tun mns;, macht er es ebenso. 2lber die Speise soll ihm diesmal recht schlecht bcfomincn und ihm noch mehr llnbehagen verursachen als dem 26ols die 26ackersteine. Hoch zur Sache Her -׳otsigeirde des 2״h!r׳.dcS" bar sich kurz vor ,״״ר d. ,V in einem schreiben an veri'chie dene Herren mit der 2htke gewandt, der 2>cn nonskasse des 2״h»1des" einen 2h׳itrag zu ge währen. Hioen 2hies macht Sieinbardt zum 21 »s gangspnnki ganz unerhörter 2l n gri sie ans die Absichten des -Kindes und ׳'einer Leitung. H. h., tut österreichischen 2lbgcord1lcte»hans mögen solche Vorwürfe ja gang und gäbe sein, aber in Lchretkreiien inid sie bisher W. 6. noch nicht vor gekvniiiien. Um es gleich vorweg;11 nehmen: 26ir brauchen selbnverständlich nicht erst von Herrn Steinhardt zu lernen, dag jedes Schri'stüct, auch wenn es nur — wie das in Nede stehende — ein privates und nicht füv die Hcssenrlichkcit be stimint in. mit groger Sorgfalt behandelt iverden Hing. Uns in das um so klarer, »veil wir es mit einem rücksichtslosen Gegner;11 tun haben, der die geringste 2Kös;c ansznnüpen sucht. T»1 vorliegende» ,valle aber haben mehrere ungüninge Uinstände in unglücklicher 26e!se zu sainincngtivirkl: die Briese wurden in enteilt Schtkibbnreau, das füv die richtige Abschrift der Briese verantwortliu, ist, durch, wir es scheint, nicht sehr zuverlässige Schreibet verfiel sältigt lind in der 2iacht vor י "ה versandt. ,'slt es nnii angebracht, ein bedauerliches 2J1if;־ geschick so auSznschlachten, wie es in seiner törichten ׳Manier Herr Steinhardt tut? als ob es einem vernüliftigen Menschen einsallen könnte, das; ein Mann in der hohen, geachteten Stellung des Bundesleiters keinen deutschen 2hies zu schreiben verstünde. 260111 wir nun ebenfalls nach der artigen tKnuidsägen versahren und auf ei» paar hierhergehörige Tatsachen hiniveisen ivollten, die in -ierbands kreise 11 vorgekommen sind! Bor einigen fahren richteten zivei jüdische Lehrer vereine eine Denkschrift an die 2! cgi er»ng des betreffenden Landes, die von sz-ehlcrn stropte! Her Vorstand überreichte sie dein Minister, der die Herren sofort ans eine» recht groben Lapsus alifmerksam machte. Hie Hanptschnld trug ein -Vorstandsmitglied des Verbands. Er war unser Gegner, eben deshalb war unser Tadel ein sehr leiser; er hat wohl heilte noch keine 2lhnnng davon, ivie sehr er unser 2lnsehen geschädigt -har. ^n einem andern angesehenen Lehrcrverein ging es mit einem Rechenschaftsbericht, der auch der Negierung ,;»gestellt wurde, säst genan so. Her bedauerliche Vorgang ivnrde gerügt, aber niemand hat des halb dem betreffenden Vorstand Unbildung vor׳ govorscn. ,'Za, selbst der Vcrbandsvorstan d, der doch ans mehr als 20 Herren besteht, der cn-itie de la creme, selbst dieser ist gegen derartige ,Tehler nicht gefeit. ZZn seiner Signng vom H.zember v. X"V ivnrde bekanntlich der Veschlug gesagt: ״Von der Veratung ansgeschlossen ist die Behandlnng solcher ,Tragen, welche zu teligiösen Streitigkeiten innerhalb des Verbands sühren können"; dann folgt fast iliimittelbar der 2lntrag deS Herrn Hr. Höxter Tranksiirt a. M., der einstimmig angenoinmen wurde: 2״ln diescrr 2hschlng schlicgt der '-)hrbaiidsvorstand die Er klärnng, das; er danach verfahren ivcrde."*! Man beachte das kostbare Hentsch! 2lbcr auch inhalt lich in das barer Unsinn und es liegen 1'ich auch gan; hübsche Vetrachtnngert daran knüpsen, etwa: 26ie gering mng ein Vorstand seine eigene vcrlässigkeit einschägen, ivenn er nach einem '^e schlug, den er soeben erst eiiistiinmig getagt, eine solche Erklärung folgen lägt! Und Sie, Herr 2,'edaktenr, haben vor mchreren Monaten einen 2lr!ikel gebracht, ivclcher an sZehlcrhastigkeit alles überbot, was in jüdischen Blättern ans diesem Gebiet geleistet ivorde» in. Sie haben dadurch ivesentlich dazu beigetragen ״den -hldungs- Nand der Lehrer an»' das Schiverste;» migkre ditieren." Hie ״'?»einesis" hat Sie erreicht, Herr Steinhardt, *ה:־׳ב י :דד £י::י ' Herr Steinhardt findet aber auch, das; der Ton des bcrrcffendcnBric'ks ein l riechender, schivcisivedelnder und einer Lekrervcreiiügniig unwürdiger sei und an die aus Palästina foiniliciiden Schnorrerbrie'e erinnere, er ׳ordere die Besserstellung der Lehrer von nnseren Glaubensgenossen als einen 2lkt der Gercchngteit. 26elche ׳.'tnsdrücke in dem Briefe ׳־ «ifbf da- Protokoll in Xr.der Bläitrr nie SrNokuna und Nmnrichi. einen solchen Vorwurf verdienen, sagt Herr Steinhardt nicht. 211111 ist das Schreiben zwar in dem Ton einer herzlichen Bitte gehalten, aber es überschreitet mit keinem 26orte das zu lässige Mag Heu Schlngsag: ״Möge das gute 26erk . . würde vielleicht ein ״frei sinniger" Mann weggelassen haben, bei eine»! orthodoxen nt ein solcher 26unsch in eincin Brief, der ans N'G versandt »vird, eigentlich felbn verständlich. Eine Besierstellnng der Lehrer sor der» wir selbstredend von n Nieren (2 ein ein den ebenso ivie Herr Steinhardt, einen Beitrag zu unserer Pensionskasse erbitten ivir gleich allen Kollegen im Neiches wäre nnver schämt hier fordern;11!vollenivenn Herr Steinhardt eS doch tut, so ist das eben ('Vschinackssache. 2lbcr Herr Steinhardt fährt noch schwereres Geschüg ans: er bestreitet überhaupt die Nor- Wendigkeit ״dieser Bettelbriefe" - ivir seien ja zni» grögten Teil pensionsbcrcchtigt, oder würden es demnächstder weitaus grösste Teil der ״Bundes" 'Mitglieder gehöre ferner bereits einer Lehrer Hülfskasse an. Her ״Bundivende sich aber auch an ״freisinnige" Männer nm Unterstügnng ״niitcr Berschleiernng der tatsächlichen 2*nMU nisse." Her 2lrtikel schliegt dann mit den 26orte» : 26״arn1n hat man den 2״h1nd" in ,Tranksurl gcgrülidet? Her von nnS besprochene Brief gibt eine traurige 2lnt>vort darauf." ZZa, das in in der Tat tief traurig, dag ca. I7tf Lehrer — w stark sind wir, Herr Steinhardt sict, in keiner anderen 2lbncht von ihren Kollegen trennen, als nm für sich eine recht groge Pension zu ergattern, und noch dazu in nnwürdigcr 26eise! Das ivagt uns ein .Kollege zu sagen, der sich bei jeder Ge lcgcnhcit als patentierter?lnwalt der Standes ehre ausspielt! Uns persönlich mag er nachsagen, wir hätten silberne Lössel gestohlen, daS wird nns ganz kalt lassen, aber die Ehre von 17" Lehrern in den Kot zu ziehen, das ist eben nur Herrn Steinhardt möglich. 2lbcr »vir iverden ihm auch an׳ diese Berdächtiaungen die 21ntlvort nicht schuldig bleiben. .^-ortsetzung folgt.) Äo bleibt Oer Calmud? Eine Anregung. 26as in den folgenden 2lnssührnngc1l gesagt werden soll, wird vielleicht in mehr als einet Hinsicht das Kopfschütieln pädagogisch gebildeter ,T-achinänner erregen, (aber sehr! 2111111. de» Schris lei nng mng aber doch uincres Erachtens nnnmivnnden ansgesprochen iverden, selbst wenn ivenig 2lnsncht vorhanden ist, dag durch die bloge 2lnssprache ans einem der wichtigsten und >voi iragendsten Gebieie nnseres praktisch religioirn Lebens ein Gcsiiinnngswandel und eine 2101 ordnnng der Einrichtiuif.en erzielt werden imtd. Es 1'oll der Segen einer gründlichen pädagogischo׳ Btldung nicht ver annt »verden, wenn trog itJto' in vielen Bezieh,ngen »anz nnt erkeiuibaten 26enes beransgesagt werden mag, dag der 2run>a1