Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 48 (29.11.1906)
- Date
- 1906-11-29
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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^gp^gji djeNX^arf Ulerans k%- i-%־ 3iidi$cbe Symbolik. Bon Nabbiner Tr. <»cr»׳ann SU rin in Mronftabt. Bor fiivycv;»eit itt der dritte Band der ״t^e sannnelten Schriften" von?)fabhincxו(ר ■2 ־. Hirsch ז״ל erschienen.* VIufxcv genialen, (R'in lind GeiNlit ethebenden ׳?ietrachtnngen;nin jüdischen ttalende! jahre, enthält dieser Band die 2lbband!!!!!g über die ״Grundlinien eine׳- -üLischcu 2umvvt1t.26 ״er nur enngcrinnfte» die 2chriflen des ^voüett Mannco fciuit — und bei ivelchem denkenden Hilden wäre das nicht der Tvnll — weift, welch' hervorragende 2tcll>tng die 2vmbolik innerbalb Hirsche Lnttcin ei.,nimmt. 2ie in gewisser niaften der Uinerban seinem Pcntalenchkoinulentars nnd ein wesentlicher Bestandteil seiner rli'eligions Philosophie, deren grnndlegeiide «Gedanken ich in dielen 'Blättern bereits zi, formulieren versucht bade. Hie jüdische 2t»nbollk bat nicht Hirsch erst entdeckt, aber gerade das verleibt seinen ׳?lrbcitcn mit diesem Gebiete eine erhöhte Be dcutnng. Hie 'Bvrarbeilen, deitcn er hiev begegnete, erleichterte» ibin die 2irbeit nicht, sondern er schivcricit sie. VIuf nenein Grunde läftr sich viel leichter bauen, als ans eineni (׳-־runde, der von unzähligen bausalligcn Hiitten t'örinlich besät in. Es gab unzählige Erklärer, die hie nnd da auf die nnnbolische '?׳edentnng nnd ans den smnbo ljschen Eharaktcr der eineil oder anderen von der heiligen 2chritt reg!» >erle!> 'Bettebenbeit bi», wiesen, oder die eine oder andere gesetzliche 'Bor schritt als 2v>nbol bezcichncten, aber weist bandelte c$ sich bet diesen Erklärungen »nn '?ierinntnugen, nw webr oder ininder geistreiche Einfälle, sodaft die ganze jüdische 2rnnl׳olit zu einein Tninmel platze leichter (־-'elüesnuelercicu berabsank. ,\״ ernnen Kreisen ivnrde daber behauptet, daft das Zndcntun, gar keine 2t»nbole kabe, daft die stwibolische Heuiiuig der Religionsgcsetze »injüdisch nnd daber umer allen ll'innänden al׳t»weisen sei. VIud) von den Bertrelern der anderen 2eile, der es mit dein Zndentnni iticht nur nicht ernft war, solider» die sörwlich daraus ansgiitg, das alte Zndcntuin t» stürzen, ivnrde der 2lnnbollk der Krieg erklärt. Hie'e siircknete nicht, daft durch die tnniboltsche Hentnng der jüdischen Erkenntnis Gefahren erwachsen könnten, daft durch sie ׳,cdcr seilte ersten nnd vielleicht nicht betten Ein fälle in die Bestimmungen des göttlichen (Krietzcs hineintragen tonnte denn was tote״. s!e denn unorrs^ ne ׳ürchtctcn nur, daft es vielleicht doch jewandein gelingen kötrnre, in den ׳?(estimninngen des göttlichen Gesetzes, die inan als nnbedeutcudr Äenfterlick,keilen als nnerbebliche Mleiiti^Feiten schon längst bei 2eile geworfen. 2inn, '?K'deutnng und Znhalt;» nnden, daft ikniand Nachweisen könnte, daft alle 'Befttnimiingen aller göttlichen > ) Brrtiift Miummann, Uronkiur, n. i’!. 1!KX;. Eeseye!rüge, voll (Kedanken siitd, die sie über allen 26echfel der Zeiten ttnb Rünnie empor bebe». Hie ,Furcht ivar begründet. Zn Hirsch erwuchs diesen Hnnkclmünnern, die ib es Vebens '?lusgabc darin sandeu, die bebren Vichtgedanken unserer Thora mit eineni dichten Nebelschleier zu »inhüllen, die alles '??,'ögliche ersanntn, »in nur die 'Berbindljchkeit der göttlichen 'Borschristen für ibre Zeit ׳>!?lbredc stellen zu rönnen, ein!!!!er bitklicher (Kegncr. Er lüstete die künstlichen Bebel schleier nnd unter seiner Meisterhand erhielten die ״nnerbebliche» .Kleinigkeiten" 2inn und 'Be dentnng. Er wies »ach, daft alle Bestimmungen eines Gefepes ein organisches Ganze bilden nnd daft alle .עדיי־ nur dazu dienen, »ns 26ahrheiten von nnerweftlichew 26erte zu verinitteln. Hiese 26ahrheite», seien ne nun theoretischer oder sittlicher Ratur, sichern deii Gesetzen ewigen 26ert, einige 'Bedeiilnng ׳- und ivas die Hauptsache in — einige Geltung. 2lls Mittel sür jenen Rach »׳eis dient ihm die Tinnbolik. Er befreit;u diesem Behüte die jüdische Tmnbolik von dein 26nne ungereimter ׳?lnschannngen, er entrückt sie der 261 llkür einzelner geistreicher-Köpfe, wacht sie znn, Gegenstand gründlicher Zorschnng und erbebt sie;,, einer 26ine»schatt. Er stellt den 'Begriff nnd die ׳?lnfgabe einer jüdischen 2tnnbolik sen nnd zeigt gleichzeitig die Methode für die Vösniig der ׳?lnfgabe. Haft seine Methode richtig in, können wir beule an ibren Z-rüchten erkennen, an den Resultaten, die bereits der 2^egründer dieser 26issenschaft, Hirsch, getnnden und an den Besnltatcn, die man bei '.'lnwendniig dieser Methode noch finden kann, ja nnden muft. Bersuchen wir es, den tB'dankengang der iw dritten 2fttnde der ״Gesannnelten 2chriflen" erschienenen grnndlegendeit '?lbhandlung über die '26itsenschalt der 2l»nbelik kur; darpistellen. 2mnbole sind Zeichen aus dein Mreife 'innlich walirnebnibarer Gegenstände und Erscheinungen, dazu bestimmt, geivisse t^edan^eu 1vach;urnten nnd ne zu steter 2^ergegenn׳ärtignng, zu dauernder ׳?lneignnng dein Menschen entgegenbringen. Has 26orr in flüchtig, rasch vorübergehend, trägt die v>le>vähr sür seine Hauer nicht in sich. Has 2ch׳» diirfitis, geivissen Gedanken nnd Gedankcngruppen Hauer;11 verleihen, erzeugt das nnnboliscke Zeichen. 261111־! die!Hora dein 2>olke eine!at saäie, eine Vebre oder eine» GrnndsaP;ur bleibenden Erkenntnis und 2lnerkenn»»g darbot, begnügte sie sich »ich: dawit, die Tatsache elntach zu registrieren, die Vebre, den b>lrnndsap anszn sprechen, sondern ne stiftete der Tatsache ein Hcukwnl, tchns der 26ahrbeit ein 2t»nbol, perpflichtete das gailze V.'0lf zu einer bestimmten Handlung, die immer die 26ahrheit ins Bewnftt fein rufeil tollte, um derentwillen die Handlung geboten wurde. Her 26m des 2m»bols besteht alfo darin, daft es nachhaltiger wirkt als das 26ort. ,veil es den ganzen Bkenschen in 2lnspruch nimmt. Hie sinnlichen (Gegenstände nnd Er׳ scheinnngen, die;11 Stnnbolen bestimmt werden, nagen ihre smnbolische 2^edeutnng nicht vermöge ihrer ursprünglichen Batur in sich, sondern ׳ e sind znw 2lnsdruck einer beftimniteu Zdee nur in folge einer 2tt׳rwandrschaft und einer 2Z׳;iehnng, in welcher sie zu der Zdee tteheu, geivählt ivorden. Zbre niinbolische 2Z׳deurnug m bau er nur eine übertragene nnd eine konventionelle. Hie Vlbftri t dessen, der sie znw 2t»nbol gesetzt, verleibt ihnen diese 2^cdelltnng. 26ir vermögen daher selb», wenn uns der nnnbolische Eharakter eines b>׳ege» standes enttveder durch sorgfältige Prüfling dieses Gegenstandes oder durch den räninlichen und;eil lichen Zusammenhang, in welchem uns denelB׳ vorgeführt wird, an sich volltkändig gesichert er scheint, seinen Zulialr doch nicht sofort;n er kennen. Es kamt ja ein Gegenstand, eine Er scheinu g nnd eine Handlung die wannigfaltigften Zdeen vergegenwärtigen nnd daher die ver schiedensten Heurungen znlassen. Hie richtige Hentnng wird nur der finden, der das 2>n»bol in ,,seinein Znsannnenhange mit der Persönlichkeit von der cs ansgegangen, mit der Persönlichkeit, an die es gerichtet in, mit der s?ertlichkeit, wo nnd dem ׳',eitinouient, in welchen, es anfrritr", erforscht. 26er es ans diesem Zns.innnenhang her ausreiftt, dem kann cs nicht um die 26al>rheit;1׳ tim sein. 2chlnft folgt. Zur 6t$cbicbte der luden in Tulda. Bon Ir. Vctucnitrin in Mosbach Mit dein 26orte ״Gerllsch Platz" ist das ganze 26eh verbunden, das jedes jüdische Herz durchzuckt, >ven» der Barne eines solchen Hartes geiiannr wird. Viegt doch in diesem '?lusdruck eine Zülle trauriger Erinnernngeil an eine gramvolle 2Zr gangenheit, an Geschichtsepochen, die der Gege! lvart vollständig entrückt zu sein schienen, bis w r in den letzten Zähren durch die Blntszenen i!» Zarenreiche leider eines andern belehrt wurden. Es gibt Gcruschplätzc, die schoi! durch ein malige Berfolgung mit dem Kainszeichen der Lieblosigkeit gebrandmarkt sind. Es gibt aber ancki solche, die mehrmalige 'Berfolgungen zu verzeichnen haben; sie durften mit desto gröfterem Rechte als ״judcnreiu" bezeichnet werden mid tvurden als solche voll llnsern Glaubensgenojjen gemieden Hie Zortschritte der Menschen m kommerzieller nnd die Fortschritte der Bölker in freiheitUchir Beziehung haben auch hierin mit göttlicher Hil'e 26andel geschaffen. Zu den Gerttschpläven letzterer Vlvt gehört auch Kuld a, die alte Bischofsstadt, iu deren Mauern heute eine blühende jüdische Gemeinde mit etwa l .»0 Familien besteht.