Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 48 (29.11.1906)
- Date
- 1906-11-29
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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•»׳. Bovrmber >!«<-:. Tft ,\0rafl». heil zu itnten! TaS im (Mruttbe beichämenbe (Me nändnis offen beu t vollend? die Bosheit, welche Radons He»; erfüllt; sie will fid, tuenitv'ten« in Worte» Vuft inodien. Wie nun, wenn der Bück nditslose midi die göttlid,e Weisung rückndnslos miftoditet? Solcherlei Erwägungen konnten ,^okoli vielleicht zur Beserve beivegen; er itt ober nner tdnorfen! vrv bciiftt de» männlichen '.Wut, der noch des Tidners Wort den ״Zorn der freie» Bede" entstielt, und dos!»11 ft innere Bewniidernng wadirnfe». Und wie »»gezwnnge», wie natürlich Jakobs Bede klingt! To wird nidit gefndn »och Sorten und künstliche» Bedewendiingeii zur rechten ^eit und oni red,teil Crt stellt fid! der Ansdrnck ein, wie ininier, wo klore deutliche Begriffe vorbonde». ־״Weft dos Herz voll in, des slieftt der Bknnd über.״ ,e»kobs Bede!vor gewift nidit vorher einstndierr! ^nwnlsiv reiht sid, 20b on 20b, (Medanke 011 (Medanke zu eine»! markigen r.I’rtecns“u; aus de!» Wonnen tönt die innere Erregung eines Uindmlbifleit, der für feine Ehre und ,einen nuten B»f streitet?0 konn die beobiiditinte Wirkung uid,t misbleiben: ' obon wird zoghast und klein laut! — 20 inondies, ja so vieles können wir, die ־.'iod,kommen des grofte» Patriarchen, mis seiner sormvollendekeii Anklone rede lernen And, wir!ollen stets die Sprache der Uiisdmld reden können. 2:: ״ :•צאי־"־. ־•טראי יא י!-:י״Israels Ben wird nidit Hüge» spred,en״ ::ייני־ יט^^?•־י:; .״Born ־-Worte der Uinvohrheil bleibe fern". Tos holt freilid, sd,wer in einer;-(eit, wo anneblid, die 2 pro che do zu diene» soll, die «Medanke» zu ver hülle!:' <:> kvilliinpierten nootlicheu und sozialen Verhältnisse hoben eine 2prod,e gesdioffe», die 0» Beiiiheit, ־Wahrheit, Ansridiligkeil und Klarheit viel zu wünschen übrig löftt. Israel dorf dies jedoch in ,einem iniefterbeuife nicht beirren! Es Hot fein Vebcn danach einznridue», doft es allezeit wie der Polriord, »10n»l,aft auf zntreteii imstande in. Unzählige Mol wird in ־!":: daraus t,i1u|e1uie׳eu, nnzählige Mol die folidie;(nnge und lünenliofte Hippe neneifteU, beiondeis von den Propheten, die eine offene 2prod,e führten, die dem Patriarchen gleich and, vor Königstronen ihren Mäniierstolz t^e >eirtt. 2ie fonuten ober nur deshalb eine soldie 2prod,e führen, weil ihr!,eben den ־Worten ent ׳prodi, die sie mohneiid an dosBolk riditeten. Tamit ernibt sich znnleid, für Eltern, Erzieher, Lehrer und Genieiiideführer die Weiiunfl, buvd, das per fönlidte ־Beispiel prakkisd, zu veronsdianlichen, was in der Theorie gefordert wird. Als der Patriarch seine Anklagerede hielt, konnte er auf ein einwandfreies (׳eben von ׳_־<• Dohren Hinweisen. Innerhalb eines sold, langen Zeiträume? konnte ihm!,obon keinen einzigen Fehltritt nachweisen. Wer andere;nreditweifen will, mnft selb» makel los doftehen. :,לז־ט־ט עצדי וא": :;׳טלט אי!״־־ 2״d,mücfe did, selbst erst, dann andere". Gerade dos nnsdinldige ־Wesen des Kindes verlangt eine offene, wahre 2in־ad,e, die 2proche der Unschuld. Tos Kind in ein gor scharfer Beurteiler. Es weift genau, ob das Wort des Erziehers von Herzen kommt, ob es im Einklang neht mit der Hebensführnng des Lehrers, nnd je nadidem in die ־Wirkling, der Erfolg des Unterridires nnd der Erzielinng. And, bei»! Konzelrediier hilft alles Pathos, jeder Aufwand an Hnngenkraft, lebe Kunst der Bhetorik nidns, wenn das gute Beispiel fehlt. ־־.ייי־. איקי־ ביב־ יא '־.:’על־ איט־י־י 2״ei»es (Moltes Delire trögt er im -Herzen, f t c w i r d nicht 10 0 »f c » b g e m a d, t d ,1 r d, s eine Tritte" -Pf. .">7 . Theorie nnd Praxis wider Unedlen fid, nidit. Tie beften Erzieher find die!eiiigen, weldie dem 2elicha Wort gemoft "בא־ם ב:ה טע־ט־ה:" mit der Bk 0 ch t ihrer Taten ailftreten können. .Harre Hobo» and, nur den gkri u g ft e II Bk 0 f e l 0 i: ,0 ץ f 0 b 5י Hebe li s führnng zu finden geivuftt, würde er ihn nicht zn!n Anloft einer ihm er!vü»schlen Beplik ansgenüftt hoben? Sder ivürde der Stannin voter bei weniger gutem Gewissen eine solch freie nnd entschiedene 2proche gewogt lraben? — דע־ט־ אב־ה :־ד: יב:־ט Tie beschicke der Patriarchen find ein Wolirzeidien für deren Kinder und Enkel. Wie oft in uns i» der Ber gmigenbeit der T t, p n s e i»e s V 0 b 0 » be qegnet, der den Blnkfdiweift erpreftte lind 1» l idinödeni Undank lohnte, falfdie Borfpiegelniige» modite. verbriefte Bechte mit ,T fte» trat und obendrein »och Harnisch höhnt״ :׳.׳Tie ,'(»de» haben nd, von dem Unfrigen bereidiert'" Bko» denke nur 011 die Enverbsbeschrönkiinge» tut Bkittelalter, wo de» Hilden der (Mrnndbefift ver boten, die Handwerker׳,»»:: verschlossen war, wo 111011 ne förmlidi zu «Meldgefdiäfte» zwang, sehr hohe ׳^inie» zu nehmen geno trete, um schlieftlid, die Hilden als Geldquelle onsziinübe». S't wurde durch einen Federstrich olle Sdnild forderiing der ,(»de» für erloidien eiklän, ja!»0» odnete ihr Heben nicht. Ter brutalen Gewalt gegen über konnte das gedrückte ,(okobsvolk nicht einniol semer Entrüstung lauten Ausdruck verleibe», Bur (Mott stellte es die gerechte Bergeltiing milieim. Einst wird ,(afob frei s p r e d> e » könne»' ״Gewähre ההל; 5ה ייט־הי־ט יי:. Tessiinng des Mundes denen, die ans Tid, harren, ־׳,^־יהה י־׳«-" :־ה. die (Meioolttot möge ihren Bknnd id,heften, .יני הייטעה :יה נע־טן הניד und olle Bosheit wie Band, dohinsdiwiiiden." Tos find e r h 0 b e n e G ed 0 nke », b i e i n 10 e 11, e 0 011 e r Stunde fid, den Hi ppen des ^uben ein rin ge»! Bkil soldien ,(deen erfüllt, tritt er am י־א־צ רי־טנה und :"־, an den Togen des Gerichts vor feinen Sdiöpfer hi». Hont wie der2d,ofarn»d frei möge die 2prod,e desBednes, der Unschuld, der ־Wahrheit und Gerechtigkeit ans Erden ertöne» überall, ::!!d verstummen!>.׳'! das Wort der Hnge und der (Mewolt! 20 spredie», fo beten Heine noch Jakobs Enkel und harre» dem Tage des grofte» Weltgerichts emgege». Ter Tag wird kommen! v(u (Moltes Hand liegt jede;(uhmit. 's» nuferer Hand liegt es. dem Alme» gleid! in schwerer;(eit anszuharren, den Weg der Treue und Geradheit unbeirrt zu wandeln fort »nd fort, bis die grofte ־Welt uns (Menugtnnng bietet, bis Becht und Gerechtigkeit aud) auf unsere 2eitc tritt. Tan» hat s^akob nicht nmfonn gelebt und gelitten, dann in feine Bechlfertignng ein Triumph für die Allmeiifchheit' (Korrespondenzen und Eachrichten yeutlÄies Neict7. Frankfurt 0. Bk., ^4. Bov. Bon misra chiftifcher Seite wird uns geschrieben: ,ן» Br 47 ,Tlirer gefd,. 'Wod,enfri,rift bringen 2ie in einem Mkochrnf auf Cbennbbiner Both, Popo, ז״י fot■ gende Bemerknngen: ״sin icmrr ganzen fntlichcn Wrönr aber zeigte sich der Heimgegangene, als er, nachdem das Botum der man geben den Hübrer der ungarischen Lrlhodorie gegen den ,4>on>smuS ergangen war, ,eder öfienilichen Äirkiamkeit für die Bewegung ״n!sag:e und seine Meinung dcrienigcn dri auf gleichem religiösen Boden sielenden Mebrbeii unlervrvnele." ,^ll eiu<m am '2. Ehaiiiikohtoge vergangenen Wahres, also 11, Jahre nad, obigem ״Botum" aefdniebcuen Privatbrief teilt Both ז"י einem syragesteller folgende Säfte mit. s(ln ,^ntereffe historischer Wiahrheit und der Beinhaltnng des Andeiikens des edlen Berftorbeneit bitte ich 2ie ergebenst, diese 2äfte in ^zhrem gefch. Blatte ab zndrncken. Ans ihnen geht hervor, oaft Babbiner Both 7״י Zionist und BkiSrachin gewesen und Br i־^ Lrnc -'>. geblieben »ft. 21c lauten״ ׳. . . .Hieran fdiliefte ich and, die Beontivortung ,^hrer 0» midi gerich tekei, ,Troge doft auch id, meinerseits bereit bin, and, in;(ufunft mit meinen fdnoochen Kräften für den ^ionisinns nn 2in» des Bkisrodn ein zunelie». ־(»r Erklärnng meines Borgehens will id, folgendes bemerken. Tomit der •Uonis ״ins, dos nd, gesteckte ׳(>el erreiche, in die Be,- eiingnng sämtlicher (Mloiibensgenone» zu gemein sanier Aktion notwendig, ־?kn» Hot die wnte::dc Opposition gegen d׳׳n unserer vrthodoren^ (Mlonbeilsgenonen solche Timeiisionei, ongeiiommen,' zur ־(eil der Elnbernfnng des Bkisr. Kongresses nod, ׳Preftbnrg, doft bei einer weiteren ^»spiftnng der «Megeniäfte ei» neues 2ch>s»10 zu befürchten wäre zivii'dien;(iouiften »nd Antizioninen, ־?kidns wäre diese» verblendeten (Megnern des ׳(ionisnins fo erwünscht gekoinnien, wen» sie speziell meine Wenigkeit in der ösfeinlidien Bkeinnng als Bene gote»^ der de!» orthodore» Tndeiitnm den Bücke» gekehrt hat und nun zur ־״?keologn"• gehört, deklariere» könnten. Tos wollte id, vermeiden und in mir dies mich *ב״י;»», Teile gelungen . . ." (Taft Hberrobbiner Both seiner ,,liiere» Ueberzen gniig von dem wohltätige» Eniflnft und von der Ungefährlichkeit der zionistifchen Bewegung bis 0» fein Hebeiisende trenblieb, hoben wir keine» Angenblick bezweifelt. was wir iln» hoch onvedme», ist die Toisoihe, doft er lroftdem schwieg, n »1 eine 2 p a l t » n g u »t e r d e n (M e 1 e ft e s t r c » e n \ n v e r m eiben. Tos ist ein vorbildliches ־Bert,01 ten, dos nur aus einem hohen (Mrode von Beidieideiibeir und ,Tröniinigkeit erklärt werden kann. .)m». Briefe חסם fler Spree. E. B Berlin, Mkovember. Tei» zweite» Kanzler des dentidien Be>d>s, den! (Mrafen Eaprivi hat man es s. ׳-(. nodigefogt, daft lliiter ihm die auswärtige Politik langiveilig geivorden fei. Tas sollte kein Tadel fein nnd war and, keiner. .Hotte ,Tür» Bismarck von;(eit zu;(eit das Bedürfnis verspürt, den grofte» Tonnerer zu spielen »nd mit Koloplioiiinmblift i»id ,Tenerwer oder mit kalten ־Wossernrohlen dahin und dorthin Hebe» und Bewegnng i» dos Spiel der Tivlomotie zu bringen, so zeigte fein ־Bochfolger nn (Megenteil dos Bestreben, ohne viel Aufhebens und ohne ,(nstriimenten und Häriiibegleitiing in Buhe und 2tille seinen Weg gerodeons zu gehen und die Anerkeiinnng sich;» erwerbe», daft die Politik unter ihm zwar nicht fo interessant ,vie unter feinem Borgänger fei, dafür aber um so offener, ehrl>d,er und nabiler. T>efe Erinnerung on de» Man» mifztifrischen, der seine (Mereckitigkeitsliebe aud» dadurch bewiesen, daft er, als erster und für absehbare;(eit mich leftter preuftischer Bkinisterpräsidenl, in einem (Meseftentwurf, der ׳'eine Untersdirift trug, die jüdische Konfession als vollberechtigte und ״ouer kannte" bezeichnete, erscheint an fick, migevraan in einer;(eit, in der es Bkodeioche in, and, in jüdlsd>en Kreisen, den grofte» Bismarck immer mehr zu glorinzieren und auf Konen seines selbst, loferen nnd diaraktergröszeren Bochfilgers in den .Himmel zu erhebe». Aber mich in anderem;-(11- ,omiiienhmige sei jenes UrteilSwort hier angeführt. Was man nämlich damals von der grofte» Politik deS groften dent'chen Berchs behauptete, dos 'nun henke Kleines mit (Mrofteni zu vergleid^» als d,arakterinisd,er (Mrundzug der Berivaltungs- Politik der gröftte» jüdischen (Memeinde Preuftens, der hiesigen (Memeinde gelten. T" der Bepräfen tanten-Berfamnilnng keine ״groften Tage" mehr׳ wie ehedem, da die konservativen und die liberalen (Meister heftig aufeinandervloftten und bö׳e Worte herüber und hinüber flöge» , keine Bolksversamm lungen zu Besprechung von (Memeindeangelegen heilen und (Mrmeinoenöten wie in den Borjahren, wo der Slinogogen und Neligionsschnlmangel Lchlagworte der Parteigruppierungen waren und die ,Trage der Babbinetanstelluiig die (Memüter heftig bewegte. Ter .,^(entralverein" ist spurlos und fanglos in die Gruft hinabgesliegen, die er durch fein inkonsequentes, der programmatische.l Schärfe entbehrendes Berhalten nch selbst ge