Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 48 (29.11.1906)
- Date
- 1906-11-29
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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gemeinden die Befugnis gegrbm werden, unter Betbrhal 1 tung der gemeinsamen Verwaltung sich in BezirkSgemein! den zu gliedern und sich Verwaltungsorgane zu geben, die sich nicht in das veraltete Schema des Gesetze» vom 23. Juli 1847 einzusügen haben. Da die Einrichtung einer Gesamiorgamsation für die Iudenheil des Staates nicht anders als unter llninzierung aller bestehenden Organisationsgeietze und demgemäff unter j Modifizierung dieser Gesetze möglich ist, so wäre zugleich l die Gelegenheit geboten, die Bestimmung auszuschaltrn! oder durch Deklaration unschädlich zu machen, nach der zu : den ״Kuliusbeaniten", bei denen Deutschbürtigkeit gefordert ivird, nicht blotz die Beamten gezählt werden, die durch Lehrtätigkeit, Predigt :e. aus dir Gemeindemitalieder <mh; namentlich auf die Heranwachsende fugend 'einzuwirken b.rufen sind, sondern auch dir Beamten, von denen eine! solche Einwirkung unmöglich erwartet werden oder aus gehen kann, nämlich die Vorbeter und Schächter. | Es liegt im Interesse aller Bekenner einer Religion, 1 bau allen Bekenner» dieser Religion die Möglichkeit der > Befriedigung religiöser Bedürfnisse, der Erfüllung religiöser! Vorschriften gegeben werde. Dir Wahrung dieses InlerrsieS > drückt sich in den Cpt'trn aus, die man dafür bringt. Und deshalb ist es nur angrmrfsen, dlis! im vorliegenden Falle alle Juden des Staates Slrueropscr dringen, da»i>t alle Juden des Staules ihren religiösen Verpflichtungen nach kommen, in ihrer Religion unterwiesen iverden, als Juden leben und sterben können. Wir Juden haben von 1e in dem Armenwesen eine Eigenart gepflegt, deren Erhaltung man uns nicht zum Vorwurf machen wird. Nach den Vorschrlftcn unserer heiligen Religion sind wir den Armen tributpflichtig, sind wir ihnen einen Anteil an unsere», Vermögen, und keinen kleinen Anteil schuldig. Wir kennen darum auch den Be׳ griff des Almosens nicht, iondern bezeichnen das, was man anderwärts so nennt, als ״Abgabe der Gerechtigkeit." Wir begnügen uns daher nicht mit den Beiträgen, dir wir durch Vernuttlung der .Kommunen leisten, sondern machen weit darüber hinaus beträchtliche Aufwendungen. Vielleicht ist gerade diese Bereitschaft zu reichlicher Spende mit ein Grund gewesen, der schwache Gemüter verleitet bat, mehr als billig auf fremde Hilfe zu rechnen. Das gcwcrb» inäffige ״Schnorrcrlum״ ist für uns Juden eine Plage ge worden, der gegenüber wir vielleicht cuvas zu duldsam gewesen sind. Wir mufften eS sein, weil uns in Ermangelung einer Gcsamiorganlsation die Möglichkeit einhcit lichcn VorgebenS fehlte. Es ging nicht an, wegen jedes Armen mit Tausenden von Gemeinden zu korrespondieren; und im Zweiselssallc entschied man sich für die Gabe. Der Gesanuorganisalion würde auch das grwisscrmaffcn religiöse Armenwesen unterstehen, die Grsanitorganisation würde die Mittel dafür auszubringcn haben, und sie wäre im stände, die Wandrrbcttelci, das Lchnorrerlum, völlig zu unterdrücken. Nochmals sei betont, daff die Ortsaimen der Fürsorge der Geineiudc überlassen bleiben. Es handelt sich bei der Arnienfiirsarae der Gesa!morgan!sai!2n nur um eiuen zweiten Zuschlag der ArmenuntcrstlltzunA. genau so wie die Armenunrerstühungen der jüdischen Slmagvgen gemeinden ein erster Zuschlag zur Armenuntcrstützung der politischen OrtSgemcinde sind. Zur Zuständigkeit der Gesamlorganksatlon mliffte ferner die Krankenfürsorgc ge- . hören. Hier sei wiederum ausdrücklich betont, daff keine! LoSlösung von der politischen Gemeinde hinsichtlich der Rechte und Pülchten beabsichtigt ist, sondern lediglich die Stistematisicrung des religiösen Zuschlags zur politischen; und sozialpolitischen Psilchicrsüllung gegenüber dem Kranken. i Gerade unsere jüdischen Krankenhäuser sind vielfach ein! Erfordernis um der Rücksicht willen, dir wir aus religiöse! Wünsche zu nehmen haben. Vulc jüdische »kranke wollen! auch während der Krankheit rituell verpflegt sein, und daS! können sie in einem anderen als in ruiein jüdischen; Krankrnhausr nicht haben, das können jle von einem! anderen als einem jüdischen Krankenhause auch! nicht verlangen. Tatsächlich haben wir jüdische Krankenhäuser in allen Großgemeinden, und diese Kranken Häuser sind felbslt>rrständllch in der Zulasiung von Patienten weitherzig. Ist doch, um ein Beispiel anzuführrn. ein groffer Teil der Betten de» jüdischen Krankenhauses Berlin jabrauS jahrein mit Nichtjuden belegt. Immerhin bat ba» Mitglied einer kleine» Lvnagogrngemeindr. die natürlich kein eigenes Krankrnhatl» einrichten kann, keinen Rechts anfpruch auf Ausnahnie in dt'.s KrankenliauS euier Gros;- gemeinde. Hier bat die Gefamtorganisalion rmzutreten, hier liegt r!n Ge»1r<nsamkeitsbedürfn1s vor, und gemein samr Mittel müsirn für seine Befriedigung sorgen. Zahlreiche kleine Genirindrn und »1 der Diaspora lebend׳׳ Jude-, sind auffer Stande, a.rö eigenen Mittel» bi? für!btc ״Ufrmrmmrt תז!! Fleisch rituell gcschächtrlrr Tiere notwendig sind. Die j t»irsa1nt0rganlsall011 wäre 1» der Lage, hier helfend rin zu greifen, indem sie je nach den Besonderheiten der einzelnen Gegenden entweder Schächter ansiellt. die innerhalb zu degrenzender Bezirke in eineni grw!nrn Umkreis von Crt zu; Crt ziehen, um die erforderlichen Schächtungr» vorzu- > nehmen, oder indem sie von einer geeigneten Zentralstelle . aus die Versorgung anordnet. Damit sielen die Miff nände fort die sich hier und da aus mangelnden Vorkrhrungrn zum Tierschutz in dörflichen oder kleinstädtischen Gemeinden hcrausgevlidel haben mogrn. Durch dir Kon zentricrung w..rdr es möglich sein, die Schächrungcn in wohlgeordneten und woblgeleiielen Schlachthäusern größerer Ortschaften vornednirn und von dort aus die Versendung des rituell hcrgerichtcten Fleisches an dir Abnehmer an ordnen zu laffen. Damit sielen zugleich die mancherlei bürgerlichen Streiligkrilrn fort, die hier und da an da» Schächtwrscn angrknüpft haben. Ein sehr großes und bedeutsames Aufgabengrbirt bei der Gesamtorganisalion betrifft die Einrichtung der Seel sorge, eines geordneten Gottesdienste» wenigsten» an den ( hohe» Feiertagen, und vor allem des Religionsunterrichts >n den Zwrrggcmeuiden. Der (Hcfamtbcit siele es zu, r'ebrer anzustcllen, die an den verschiedenen Orten Unter riebt erteilen, Brzirksrabbiner von Sabbath zu Sabbath in die einzelnen Ortschaften zu schicken, um als Prediger und Lehrer der Erwachsenen zu wirken. Es handelt uch dabei nicht darum, den Zwerggrmrindcn alle Srlbstsorge adzunrhnicn, sondern darum ihnen den ihre eigenen Kräfte übersteigenden Betrag als Zuschuff zu leiiien. In allen diesen Dingen soll dir Grsamtorganisativn nur verwaltungsmäffig ringreiien, ohne die freie Selbst brstimniuna der Beteiligten hinsichtlich der ihnen genehme» religiösen Richtung zu beeinträchtigen. Es soll lediglich dafür gesorgt werden, daff die Besoldung ausreicht, um überall ordnungsinäffig vorgebildrte Kräfte zu gewinnen. Denn an Vorblldungs Amtalien fehlt es in Preugen weder für Rabbiner noch für für Lehrer. Weit eher wate varül>er zu klagen, daff die ordnungSmäffig Vorgcbildrten Mangel leiden müssen, weil die Bc.zahlung unzulänglich und die Anstellungsmöglichkeit zu gering >si. Tr>1l dir i-esamt > organifation aushelscnd rin, so wird der Versuch der! Zwcrggcnreinden sortfallcn, unzulängliche und nur durch l das niedrige aff ihrer Ansorderunarn sich empfehlende Frcmdbürtige zur Anstellung vorzuschlagcn. Ganz beson > der» segensreich wird die " esamlorganisation!»bezug aus! die Ausaeffaltung des lüdischen RellgionSunterrichrs und aus die Bildung jüdischer Volksschulen sein, die gegenwärtig bei mangelnder Ausstattung vielfach verkümmert 1 und zu Armenschulen geworden und, infolgrdeffen in nicht ' seltenen Fällen jüdische Eltern sich vcranlafft fühlen, die! Kinder in höhere Schulen zu schicken, die der Voraussicht lieben künftigen Lebensstellung der Kinder nicht entsprechen. Eine groffc Zahl der Schwierigkeiten und McinungSvcr schirdenheiten, die bei der jüngjtrn Beratung des Schul- Unterhaltung» iüesrtzenlwuris hrrvorgelrrte» sind, würde Wegfällen, wenn der Iudenheit in Preuffcn durch die (זיל samlorganisation mit dem Recht zugleich die Psiicht aus׳ erlegt würde, auf unterrichtlichem Gebiet den Bedarf der Zwrrggemrindkn und der Diaspora zu bestreiten Was die äuffere Einrichtung der Gesamtorganisation anlang«, so würde e» nicht nötig se n, tiefgreifende Arnderungrn in den defrehenden Verhältnissen vorzunehmen. Die Svnagogengrmeindrn al» die staatlich anerkannten Organisationen bilden die gegebenen Komponenten für die Mit staatlicher Anerkennung versehene Gesaintorgamsatton. Man brauchte nur den Gemeinden da» Recht rmzuräumrn, Delegierte von den Vorstehern und Repräsentanten der Sunagvgrngemrindrn, also den berufenen und anilirrrnden Vertretern der Gemeinden wählen zu lassen. Die Zahl de» von de» einzelnen Genirindcn zu enisendendrn Drlegierten inüffir sich nach der Starke der emzrlnrn i^rmrinden richten, wobei darauf ui achien wäre, daü nicht eine em zrlnr »Kroffgememde oder eine kleine .Zttbl von Groß gemeinden für üch allein dir Mehrheit der Delegierten besäße Zu drin Ende wäre etwa zu brstinunrn. daff auf 1000 jüduche Seelen 1 Delegierter, aber in den «Krmein den von medr als .-><>00 Seelen für dir üdrrschieffende Zahl nur ätli >r 'סיסי Seelen ein zweiter Delegierter kommt. Dir jüdische Gemeinde Berlin mit etwa lOOüOO Seelen würde danach 24 Delegierte zu wählen haben, eine Gr meinde von 10000 Seelen >!. eine tKrmcinde von l'>000 Seelen 7 Delegierte. Gemeinden, dir weniger als 10VO Seelen zählen, Huben rin W-tilärecht nur 111t Verein Mtl Rachltirgrineinden, »ul denen zufamnirn sie eine Seelen zahl von H>00 erreichen. Die bezüglichen Anordnungen könnten ein erstes Mal von den Herren Provinzial-Ober Präsidenten, später von der Delegierten Versammlung selbst getroffen werden. Dir Delegierten Versammlung sollte,!iirine!ch. »n ganzen etwa 200 Mitglieder zählen, dir all jährlich in Berlin zu genirinsainer Beratung und Brschluff sasfung zllsannnkn.zutrrtrn haben. Ihr stünde auch dir Wahl eines VerwaltungSausschunr» zu. dessen Sitz Berlin ist, und der von Berlin aus dir lauirndrn i^esckänr der Gesamt Organlsatioii sübri. Die Staatsaufsicht könnte, wie den einzelne» Gemeinden gegenüber von dem Regie rungs Präsidenten bezw. Landrat, so der Gesamt Organ! sation gegenüber von dem Ministerium des Innern grübt werden. Hierfür eine geeignete, kundige, dem Judentum selbsi angebürige Persönlichkeit auonndig zu machen, wäre Sache der Staaisregirrung, der m. E. sogar die Ernen »«»»», K-t •I Kil.f »llMVMtAf 01 » t A {*• י Ka«> l»44M^ ViV V Vkil\HMVlll k/Vv V Ü M V| V 0U ^ubcnheitfcbclffltmen ^ufteben könnte. iS* mirb auf die Klaiisiier'icheu Vorschläge besskt sind ols die Nosiilsiche», ist klar. Dafl auch sie ade r f u r die g e s e ff e »t v c 1t p p v c u ti i f ct) e Iudenheit muninclnnbar find, bebavf füv denjenigen, der hinter deit Worten die nnchterne Wirklicifkeit zll suchen getvohnt ist, keines schtvierigen Betveisvenahrens. tk^eruhl >n schon c»e blosze Boritellnng, als liesze «ich auf dem Modell jüdischer EfeineindepoUtik Adtni«ti»trutives und Religiöses von einnnder trennen, ans einer Telbsttätlschnng verhängnisvollster Art. vie Oornnung vsn Kirche und Staat fn Basel. Von Rabbiner Dr. A. Kohn in Basel In« Basler Groszen Rat gab es in den letzten Wochen eine auch für uns Juden hoch iulercssante Debatte. l5s handelte sich uni die zum <segen der Welt de» Menschen" Weil du iiut freudigem Herzen es weifft uird bekennest, ״daff Gort die Wolken bildet, und ihnen die Richtung des Regens giebt, selbst ft r einen einzelne» Menschen, für ein einzelnes Kraut auf dem Felde". Aus dem ..Ieschurun",!. Jahrgang.! Die neue Svnagoge der Zsrae-!!tischen Re!igi0n$ge$ell$chaft in Dannstadt. Im .,Därmst. Tagebl." nnden wir folgende Schil derung des nrurrbautcn Gotteshauses her dortigen ReligionSgesellschast 1 Die am vergangenen Sonntag ringe weibte Simagoge der israelitischen RrligionSgrsrllfchafl zu Darmstadt in der Bleichstraffe wurde in etwa l - jähriger Bauzeit auf der Lleue eincs kleinen evoneshauses crrim tet, welches bei dem Anwachsen der Gemeinde nicht mehr ausreichte. Durch die dochsinniae Freigebigkeit und Opferfreudigkeil der Gemrindrmitglieder wurde hier ein würdigcs (Gotteshaus geschaffen, da» ein Ebrrndenkmal für die Gemeinde und eine Z.ierde für unsere Stadt bildet. Zu bedauern ist nur, daß die Baustelle, welche sich mit einer Seile an e!n alte» N,ehrs!ückiges ^chulget^iude an lehnt und in einer engen Straffe liegt, für die Entwickelung eines Monumentalbaues wenig günsiig ׳.׳'!. Um trotz der geringen Straffrnbreitr ein für den Beschauer günitigrs Bild zu erzielen, bat der Erbauer, Herr Profeffor G. Wlckop von der Technifchen Hochschule hier, eine lerranenförmigr Gruppierung der Baumasien gewählt. In der Straßen siucht steigt aus dem grauen Kalksieinsockel rin langgestreckter niedriger Vorbau aus, siankiert von zwei Eck türmen, lieber seinen ruhigen Puvffachen uebl sich al» dunkeirolr Zone bas vohlzirgeldach von altertümlich der dem Ebarakter hin. lieber diesem erlieben sich wieder die holten bellen Giedelffächen, belebt durch emr reiche Fenster gruppe unter eineni mächtigen, die innere Wölbung an deutenden Zirgelbogen. Alles überragt, noch weiter zurück liegend, auf vier wuchtigen Eckpfeilern der quadratische Kuppelbau mit seinem einfachen, äußerst monumentalen Dach. Mit Schmucksormen ist - den bescheidenen Dilttrln entsprechend un Aeuffetrii sparsam verfahren. Nur aus die beiden Portale und die drei großen Feniteröff nunge» nach der Straße ist reicher bildhauerischer Schmuck konzentriert. Außerdem tragen die Kupprlpsriler ein auf den ruhigen Flächen doppelt wirksame» ornamentiertes Steinvand. Das Brnreöen, dem Bau ern öem uilehr würdigen Ritus entsprechendes Gepräge zu verleiben, sühne den Architekten zur Anwendung primitiver, herber Schmucksormen, die in dem rauhen Muschelkalk ein sehr geeignete» Material sandm. Von den zwei mit Kupfer platten und Broncrzicrrat verkleideten Düren führt die eine in den Treppenaufgang zu den Frauenemporen, die andere zur Männersvnagoge. Vor dieser rn'treckt sich eine vt. .ו - cm........ nt vuiiuiu <viiu1 vic uu? jviuiuui garderobe dient Dieser ernste Raum summt den Eintre tendrn zur Sammlung und bereitet das Auge aus den Hellen, reich ausgestalleren Hauprrauni vor. Betreten wir durch eine Glastüre diesen Zentrairaum, zunächst noch unter der Empore: vorwärtsschreitend, erweitert sich der Blick, bi» man vor dem Almemor steht, u 0 der Bau seine brstr und vollste Wirkung ausübt. Vier mächtige Tonnengewölbr!ragen die Kuppel. Aus ihr und von den vier Seiten siröw.t reichliches Licht!n den Raum. Fein abge tönte und originell aemusterte Fensterverglasungen dämpfen das grelle Tageslicht z» einem harmonischen Zusammenklingen mir der reichen und doch ruhigen Farbengebung der auKgemalten Flächen. In der Mitte der ganzen Zentralanlage steht der Almemor, dir Stätte, von der au» das Gesev verkündet wird; ihrer Vrdeutung entsprechend >n edlem Material, feinstem Emaille Kalkstein und glänzend farbigem Marmor. Vier 1'äulenartlge Kandelaber senden ihr Licht auf den Gesrtzesverkünder und die umstehende Gemeinde. IrnseO» des Almemor» erblicken wir einen tempelartigen Emban mit goldener Kuppeln die heilige Lade. Eherne Türen 1 hinter einem schweren Vorhang öffnen sich zu dem Thora-; schrank, in dem die Thoraaouen, da» griftige Erbe de» Volkes Israel, aufbewahrt werden. Eine ewige Lampe, 1 von pietätvoller Hand gestiftet, gibt dem kleinen Tempel Vau etwas eigenartig Mvstrrlös Weihevolle». Diese Fornt der heiligen Lade dürfte in Deutschland al» Unikum dastrhen Links und rechts davon schließen sich unten! Zimmer für den Rabbiner an, die oben die Sänger-! empören tragen. In den drei übrigen Tonnengewölven, die mu einent ausgezeichneten FlSchenmuster überzogen! sind, besinden sich die Emporen für die Frauen, dem Ritus; entsprechend mit eineni Guter umschloffrn. Zu diesen Emporen gelangt man durch die linke der oben erwähnten! EingangStüren, eine abgesonderte Treppe rmporstergend.! Die Frauengarderobe ist ein Meisterstück für sich. Siaum ׳ Verhältnis und Tönung geben hier ein durchaus stimmungs j volles (Gepräge. Der Blick von den Emporen in den! geivaliigeii 3>uum hui mui hrsvuvetr Reize, vean örsin | Oft sich fast in Augenhöhe mit dem prächtigen Krön . leuchter. einem Beispiel, wie sich die modernste Beleuch-! tungssorm, da» elektrische Licht, sehr glücklich verbinden! läßt mit den Kunstideen früherer Zetten. Hier möge über- : Haupt betviit sein, daff d!e Formengehung im ganzen Bau : werk von durchaus modernem Geiste in gutem Sinne! erfüll« ist. Nicht alte Stilsormrn nachzuahmen, sondern die einem alkedrwürdigen Ritus eigene Stimmung zu treffen, oüne dabei die Rücksicht au» neuzeitliche Bedürf j nlsie und moderne Technik auffer Acht zu laffen, ist äugen schrinlich da» Ziel de« Künstlers gewesen.! Aus einem beengten Platze mit immerhin beschränkten j Mitteln ein so monumental wiikendrs Gebäude errichtet! zu haben, ist ein glänzendes Zeugnis für die hohe Sünst-! irrschast des Herrn Profeffor Wrckov , Der Bau zeigt, daff er für einen femsinigen Bau : Herrn von tüchtigen Meistern und Gesellen gefügt ist zur würdigen Stätte der Versammlung und des Gebet» für »>n Volk, ״deffni Religion an der Wiear der Menschb >t »ind". Dipl Ing fl. W.!'.